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Mietrecht | 07.09.2017

Wohn­gemeinschaften

Vermieter darf Genehmigung zur Unter­vermietung nicht einfach widerrufen

Vertragliche eingeräumte Erlaubnis der Unter­vermietung kann nicht ohne weiteres widerrufen werden

(Amtsgericht Berlin-Neukölln, Urteil vom 02.03.2017, Az. 14 C 102/16)

In Wohn­gemeinschaften geht es mitunter zu wie im Bienenstock: Eben erst eingezogen, verlassen Mitbewohner das traute Heim schon wieder. Die verbliebenen Mieter können dann die freien Zimmer aber wieder vergeben. Wollen Vermieter das nicht, brauchen sie gute Gründe.

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Vermieter können eine Erlaubnis zur Unter­vermietung nicht ohne weiteres widerrufen. Möglich ist das nur, wenn wichtige Gründe gegen die Unter­vermietung sprechen. Wurde aber eine Wohnung ursprünglich an eine Wohn­gemeinschaft vermietet, haben die Mieter nach dem Auszug eines Bewohners Anspruch auf Neubelegung des freien Zimmers. Das geht aus einer Entscheidung des Amts­gerichts Berlin-Neukölln hervor (Az.: 14 C 102/16).

Hausverwaltung untersagte neue Untervermietung

In dem verhandelten Fall war eine Wohnung mit fünf Zimmern ursprünglich an eine Wohn­gemeinschaft vermietet worden. Im Mietvertrag tauchten als Mieter insgesamt vier Personen auf. Nachdem einer der bisherigen Mieter die WG verlassen hatte, wollten die ver­bleibenden Mieter zwei Zimmer an neue Mitbewohner vergeben. Dazu beantragten sie bei der Haus­verwaltung die entsprechende Zustimmung. Nachdem diese aber verweigert wurde, zogen die Mieter vor Gericht.

Wohngemeinschaft hat Anspruch auf Neubelegung

Die Wohnung sei schon zu Beginn nicht an eine Einzel­person, sondern an eine Wohn­gemeinschaft vermietet worden. Daran ändere sich auch nichts dadurch, dass ein ursprünglicher Mieter ausgezogen ist. Für die ver­bleibenden Bewohner bestehe ein berechtigtes Interesse, die Räume an neue Mitbewohner zu vergeben. Eine Über­belegung sei hier nicht zu erkennen, auch wenn nun ein Zimmer mehr bewohnt werden soll.

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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