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Schadensersatzrecht | 11.12.2019

Diskriminierung

Vermieter wegen Diskriminierung von Wohnungsinteressenten aus Afrika verurteilt

Wohnungseigentümer muss wegen Diskriminierung eines Mietinteressenten 1.000 Euro Entschädigung zahlen

(Amtsgericht Augsburg, Urteil vom 10.12.2019, Az. 20 C 2566/19)

Das Augsburger Gericht wird ganz deutlich: „Schlichtweg nicht hinnehmbar“ sei die von einem Vermieter per Inserat betriebene „offene Benachteiligung von Ausländern“. Ein aus Afrika stammende Mietinteressent soll eine Entschädigung bekommen.

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Wegen Diskriminierung eines Mietinteressenten muss ein Wohnungseigentümer 1000 Euro Entschädigung an den aus Afrika stammenden Mann zahlen. Das Amtsgericht Augsburg (Az: 20 C 2566/19) entschied zudem, dass der Vermieter nicht noch einmal ein Inserat mit einer Formulierung aufgeben dürfe, wonach er nur „an Deutsche“ vermiete. Ansonsten droht dem Eigentümer ein hohes Ordnungsgeld.

Diskriminierung „Schlichtweg nicht hinnehmbar“

Das Gericht gab damit der Klage des aus Burkina Faso stammenden Interessenten vollständig statt. „Diese offene Benachteiligung von Ausländern ist schlichtweg nicht hinnehmbar“, sagte Richter Andreas Roth.

Wohnungseigentümer wollte nur an Deutsche vermieten

Der Mietinteressent hatte in dem Prozess berichtet, dass bereits das erste Telefonat von dem Vermieter beendet wurde, als klar war, dass er einen Migrationshintergrund habe. Der Wohnungseigentümer hatte eingeräumt, dass er nur an deutsche Staatsangehörige vermieten wolle.

„Verbrechen und Vergehen werden von Menschen begangen, nicht von Staatsangehörigen“

Der 81-Jährige begründete dies damit, dass er in seinem Haus einmal Ärger mit einem angeblich türkischen Drogendealer gehabt habe. „Verbrechen und Vergehen werden von Menschen begangen, nicht von Staatsangehörigen“, sagte der Richter Andreas Roth dazu.

Diskriminierung bei der Wohnungssuche stark verbreitet

In der Vergangenheit hatten schon andere Gerichte Ausländern Schadenersatz zugesprochen, wenn sie bei Wohnungsvermietungen wegen ihrer Herkunft abgewiesen worden waren. Nach Einschätzung der Antidiskriminierungsstelle des Bundes fühlen sich etwa 70 Prozent der Menschen mit Migrationshintergrund bei der Wohnungssuche diskriminiert.

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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