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Steuerrecht | 11.01.2018

Miet­verhältnis

Vermietung an Angehörige: Steuer­vorteil gilt auch bei kurzzeitig Leerstand

Werbungskosten auch bei vorübergehender Nicht­vermietung absetzbar

(Bundesfinanzhof, Urteil vom 11.07.2017, Az. IX R 42/15)

Wer seine Immobilie an Verwandte vermietet, kann die Ausgaben bei der Steuer absetzen. „Prinzipiell muss das Miet­verhältnis mit den Verwandten wie mit einem fremdem Dritten durch­geführt werden, um die Kosten etwa für die Renovierung oder Instand­haltung der Immobilie bei der Steuer abzusetzen“, erklärt Isabel Klocke vom Bund der Steuer­zahler. Es muss also ein Mietvertrag bestehen, die Miethöhe ortsüblich sein und die Miete regelmäßig gezahlt werden.

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Steht in solchen Fällen die Wohnung kurzzeitig leer oder bleibt die Miete aus, weil beispiels­weise die Eltern in ein Pflegeheim gezogen sind, darf das Finanzamt nicht gleich die Aufgabe der Vermietungs­absicht unterstellen. Das entschied zumindest der Bundes­finanz­hof (Az.: IX R 42/15).

Eltern zahlten nach Umzug ins Pflegheim keine Miete mehr

In dem verhandelten Fall kaufte der Kläger das Einfamilien­haus seiner Eltern. Dieses vermietete er rund 17 Jahre lang an seine Eltern. Das Miet­verhältnis wurde vom Finanzamt anerkannt. Im November 2008 zogen die Eltern in ein Pflegeheim. Ihr Verbleib war dort zunächst ungewiss. Aufgrund der hohen Kosten, die im Zusammenhang mit der Heim­unter­bringung entstanden, zahlten die Eltern keine Miete mehr, was der Sohn nicht beanstandete.

Finanzamt lehnt Berücksichtigung der Werbekosten wegen fehlender Vermietungsabsicht ab

Im Februar 2009 bot er das Haus zum Verkauf an, kündigte das Miet­verhältnis aber erst zum Sommer 2009. Dementsprechend machte er die Ausgaben für die Wohnung bis zum Ende des Miet­vertrags in der Steuer­erklärung 2009 geltend. Das Finanzamt berücksichtigte diese aber nicht. Weil er keine Miete mehr erhalte und das Haus zum Verkaufe stehe, fehle und das Haus zum Verkaufe stehe, fehle die Vermietungs­absicht.

Einkünfteerzielungsabsicht gilt bis zum Ende des Mietverhältnisses

Das sah der Bundes­finanz­hof anders: Die Werbungs­kosten für die Wohnung durften auch 2009 geltend gemacht werden, da auch ein fremder Vermieter in einer solchen Situation nicht direkt das Miet­verhältnis gekündigt hätte, so das Gericht. Zumindest, wenn das Miet­verhältnis - wie hier - nach dem Auszug nur wenige Monate später tatsächlich beendet wurde, muss das Finanzamt die Ausgaben noch anerkennen.

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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