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Erbrecht | 13.03.2019

Testament

Verschwundenes Testament: Erbschein kann trotzdem ausgestellt werden

Erb­einsetzung wegen unauffindbarem Testament nicht automatisch ungültig

(Oberlandesgericht Köln, Beschluss vom 19.07.2018, Az. 2 Wx 261/18 + Az. 2 Wx 266-270/18 –)

Erben müssen das Testament vorlegen, um an einen Erbschein zu gelangen. Ist die entsprechende Urkunde nicht mehr auffindbar, ist die Erb­einsetzung aber nicht automatisch ungültig. Allein die Tatsache, dass ein Testament unauffindbar ist, spricht nicht dafür, dass der Erblasser es selbst vernichtet und damit widerrufen hat, entschied das Oberlandes­gericht Köln (Az.: 2 Wx 261/18, 2 Wx 266-270/18).

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Vom Erblasser errichtetes Testament nicht mehr auffindbar

In dem Fall ging es um den Nachlass eines verwitweten Mannes, der selbst keine Kinder hatte. Seine verstorbene Ehefrau hatte aber eine Tochter. Diese stellte beim Nachlass­gericht einen Antrag auf Erteilung eines Erbscheins, der sie als Alleinerbin ausweist. Sie berief sich darauf, dass ihr Stiefvater ein Testament errichtet und in einer Küchen­schublade aufbewahrt habe. Nach seinem Tod habe sie dort auch den entsprechenden Umschlag vorgefunden - allerdings leer. Ihr Lebens­gefährte und zwei Freundinnen hätten gesehen, wie der Stiefvater das Testament verfasst hat. Die Halb­geschwister des Verstorbenen bestritten dies.

Testamentserrichtung durch Zeugen nachgewiesen

Ein nicht mehr vorhandenes Testament ist nicht allein wegen seiner Unauffind­barkeit ungültig, erklärte das Gericht. Das Anfertigen des Testaments und sein Inhalt könnten auch auf andere Weise nachgewiesen werden, etwa durch Zeugen­aussagen. Die Halb­geschwister hätten nichts dazu vorgetragen, warum der Verstorbene sein Testament hätte ändern wollen.

Testamentsvernichtung durch Erblasser nicht plausibel

Im Gegenteil: Zeugen berichteten, dass der Erblasser noch eine Woche vor seinem Tod von dem Testament gesprochen habe. Außerdem sei kaum nachvollziehbar, dass jemand sein Testament vernichtet, den Umschlag aber in der Küchen­schublade liegen lässt.

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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