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Sozialversicherungsrecht | 17.02.2016

Arbeits­unfall

Vorsicht: Unfall­versicherung deckt Spaziergang in der Pause meist nicht ab

Isst man bei einem Spaziergang in der Pause ein mitgebrachtes Pausenbrot, liegt kein Arbeits­unfall vor

Auf einer Dienstreise sind Arbeit­nehmer meist durch die gesetzliche Unfall­versicherung geschützt. Dies betrifft auch die Wege, die man zurücklegt, um sein Mittagessen zu kaufen oder essen zu gehen. Es liegt jedoch kein Arbeits­unfall vor, wenn man auf einem Spaziergang ein selbst mitgebrachtes Pausenbrot isst. Dies geht aus einer Entscheidung des Ober­landes­gerichts Nordrhein-Westfalen hervor (Az. L 17 U 325/13).

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Unfallkasse verneint Vorliegen eines Wegeunfalls

Eine Frau nahm an einer mehr­tägigen beruflichen Fortbildung in einer anderen Stadt teil. Während einer Mittags­pause verließ sie das Handwerks­zentrum, um spazieren zu gehen und ihr selbst gemachtes Pausenbrot zu essen. Auf dem Rückweg rutschte sie aus und brach sich das Handgelenk. Zunächst übernahm die Unfallkasse des Bundes die Behandlungs­kosten. Als die Frau Ersatz­ansprüche wegen bleibender Funktions­störungen und Schmerzen im rechten Handgelenk geltend machen wollte, widersprach die Unfallkasse. Denn nach ihrer Auffassung lag kein Wegeunfall vor.

Schutz der Unfall­versicherung unfasst nicht einfachen Spaziergang

Die Richter Ober­landes­gerichts Nordrhein-Westfalen argumentierten, dass der Schutz der Unfall­versicherung nicht einen einfachen Spaziergang umfasse, um frische Luft zu schnappen und ein selbst­gemachtes Brot zu essen. Auch wenn grund­sätzlich gilt, dass der Schutz bei einer Dienstreise oder anderen sogenannten betriebs­dienlichen Verrichtungen außerhalb des Betriebs greift - und auch Wege abdeckt, die Arbeit­nehmer etwa in der Mittags­pause zurück­legen, wenn sie zum Bäcker gehen und sich ein Brötchen kaufen.

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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