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Familienrecht | 17.07.2018

Scheidung

Vorzeitige Härtefall-Scheidung wegen psychischer Probleme möglich

Fortsetzung der Ehe muss für den Antragsteller eine unzumutbare Härte darstellen und durch Schutz­maßnahmen nicht beseitigt werden können

(Kammergericht Berlin, Beschluss vom 04.10.2017, Az. 13 WF 183/17)

Das Trennungs­jahr ist für eine Ehe­scheidung nicht unter allen Umständen obligatorisch: Leidet ein Partner etwa so massiv unter Handlungen seines Noch-Partners, dass bei ihm psychische Probleme eintreten, ist auch eine vorzeitige Härtefall-Scheidung möglich. Das geht aus einem Urteil des Kammer­gerichts Berlin hervor (Az.: 13 WF 183/17).

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Ehemann begehrte Scheidung vor Ablauf des Trennungsjahres

In dem Fall lebten die scheidungs­willigen Partner bereits getrennt. Der Ehemann wollte die Scheidung vor Ablauf des Trennungsjahres, da seine Frau den Angaben nach unter Wahn­vorstellungen und Zwangs­störungen litt, mit Suizid drohte, ihm nachstellte und Mord­drohungen gegen ihn aussprach.

Depressionen und Panikattacken rechtfertigen Härtefall-Scheidung

Der Mann litt unter dem Verhalten seiner Noch-Ehefrau so sehr, dass er Depressionen und Panik­attacken entwickelte und seine Arbeits­fähigkeit eingeschränkt war. Dieses Trauma könne auch durch Schutz­maßnahmen nicht beseitigt werden, sondern erst durch die Ehe­scheidung, urteilte das Gericht. Es liege ein Härtefall vor, der eine vorzeitige Scheidung recht­fertige. Die Drohungen allein hätten der Kammer zufolge aber nicht für eine vorgezogene Scheidung ausgereicht. Denn der Schutz des Betroffenen hätte grund­sätzlich auch ohne Scheidung gewähr­leistet werden können.

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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