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Zivilrecht | 21.02.2016

Masern

„Wette“ um 100.000 Euro: Impfgegner muss ausgelobte Prämie für Nachweis über Masernvirus nicht zahlen

Überraschende Wende im skurrilen Wettstreit um die Existenz von Masernviren

Ein Impfgegner vom Bodensee ist nicht dazu verpflichtet, einem Mediziner aus dem Saarland eine von ihm ausgelobte Prämie über 100.000 Euro für den Nachweis des Masernvirus zu zahlen. Das Oberlandes­gericht Stuttgart gab der Berufung des 52 Jahre alten Impfgegners statt. Das Landgericht Ravensburg hatte ihn vor einem Jahr noch zur Zahlung der Wettschuld an den Arzt verpflichtet.

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Impfgegner lobt Prämie für Nachweis von Masern aus

Im zugrunde liegenden Verfahren hatte ein 52 Jahre alter Impfgegner 100.000 Euro demjenigen versprochen, der ihm eine wissenschaftliche Arbeit liefere, mit der sowohl die Existenz als auch die Größe des Virus belegt werde.

OLG: Impfgegner muss nicht zahlen

Das Landgericht Ravensburg hatte den Impfgegner zuvor zur Zahlung der Wettschuld an den Arzt verpflichtet. Das Oberlandes­gericht Stuttgart gab der dagegen gerichteten Berufung statt. Das Gericht begründete seine Entscheidung damit, dass es sich nicht um eine Wette oder ein Preis­aus­schreiben gehandelt habe, auf die ein heute 31 Jahre alte Mediziner aus dem Saarland reagiert hatte, sondern um eine Auslobung. Und da bestimme alleine derjenige, der auslobt, die Regeln und wofür er bezahlt. Der 31-Jährige hatte sechs Arbeiten eingereicht, die sich ergänzten. Er hätte aber auch 600 einreichen können, der Impfgegner hätte keine akzeptiert, erklärte der vorsitzende Richter.

Eine Revision wurde nicht zugelassen, dagegen könnte noch Beschwerde eingelegt werden.

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Quelle: dpa/DAWR/pt

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