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Immobilienrecht und Mietrecht | 27.08.2015

Immobilien

Wohnwerterhöhende Merkmale dürfen Gebrauchsspuren aufweisen

Abnutzungserscheinungen stehen dem wohnwerterhöhenden Merkmal repräsentativ oder hochwertig saniert nicht entgegen

(Amtsgericht Charlottenburg, Urteil vom 04.06.2015, Az. 210 C 42/15)

Repräsentative Merkmale erhöhen den Wert einer Immobilie. Auch mit Gebrauchsspuren helfen sie Vermietern bei der Ermittlung der ortsüblichen Vergleichsmiete.

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Repräsentative Merkmale steigern den Wert einer Wohnung

Repräsentative Merkmale wie Spiegel, Stuck oder Kronleuchter steigern den Wert einer Wohnung. Vermieter können sie als Orientierungshilfe für eine Erhöhung auf die ortsübliche Vergleichsmiete nutzen. Das gilt auch, wenn die alte Pracht ein wenig schäbig ist, befand das Amtsgericht Charlottenburg (Az.: 210 C 42/15).

Die Abnutzungserscheinungen dürfen allerdings nicht über übliche Gebrauchsspuren hinausgehen.

Vermieter verlangte Mieterhöhung für repräsentativen Eingangsbereich

Im konkreten Fall verlangte ein Vermieter für eine Zweizimmerwohnung eine Mieterhöhung von 36,91 Euro pro Monat. Insgesamt sollte der Mieter 367,53 Euro pro Monat zahlen. Der Vermieter begründete sein Verlangen unter anderem mit dem repräsentativen Eingangsbereich des Hauses: Dieser war mit Treppenstufen aus Marmor, einem Spiegel, einem Kronleuchter, Stuck und Sisalbelag ausgestattet. Außerdem sei eine Abstellkammer vorhanden, die den Wohnwert erhöht.

Mieter klagte gegen Mieterhöhung, da der Eingangsbereich starke Abnutzungserscheinungen aufwies

Der Mieter hingegen führte an, dass das Treppenhaus und der Eingangsbereich starke Abnutzungsspuren aufweisen. Die Wohnung habe keinen Balkon, und Wasserleitungen seien über Putz verlegt. Außerdem fehle durch eigene Umbaumaßnahmen in der Wohnung die im Mietvertrag aufgeführte Kammer, demnach sei die Wohnung kleiner als angegeben.

Richter hielten Mieterhöhungsverlangen für begründet

Nach Auffassung der Richter ist das Mieterhöhungsverlangen begründet. Denn in der Gesamtwertung stehen Abnutzungserscheinungen dem wohnwerterhöhenden Merkmal repräsentativ oder hochwertig saniert nicht entgegen. Auch die Kammer zähle als wohnwerterhöhendes Merkmal, denn der Mieter hat diese durch eigene Umbaumaßnahmen entfernt.

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Quelle: dpa/DAWR/AB

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