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Reiserecht und Schadensersatzrecht | 22.11.2017

Entschädigung

Zimmer mit Ekelfaktor: Reisende haben Anspruch auf Entschädigung bei Unter­bringung in unhygienischem Ersatzhotel

Anspruch auf Entschädigung und Reisepreisminderung wegen nutzlos aufgewendeter Urlaubszeit

(Bundesgerichtshof, Urteil vom 21.11.2017, Az. X ZR 111/16)

Drei Tage in einem anderen Hotel - in einem Zimmer ohne Meerblick, aber mit Ekelfaktor. Das kann einem die Reise vermiesen, meint eine Familie und pocht auf Entschädigung.

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Urlaubszeit ist kostbar: Selbst wenn Reisende nur einige Tage im falschen Hotel einquartiert werden, können sie einen Anspruch auf Entschädigung für diese „nutzlos aufgewendete Urlaubszeit“ haben. Das entschied der Bundes­gerichts­hof in Karlsruhe (Bundesgerichtshof, Urteil vom 21.11.2017, Az. X ZR 111/16).

Familie für einige Tage in einem Ersatzhotel einquartiert

Damit war eine Familie aus dem baden-württembergischen Crailsheim mit ihrer Klage erfolgreich. Sie war bei ihrem Antalya-Urlaub vor gut zweieinhalb Jahren wegen Über­belegung für drei Tage in einem anderen Hotel einquartiert worden. Dieses war nach Angaben ihres Anwaltes unfertig, das Zimmer hatte nicht den versprochenen Meerblick und war nach Feststellung des Berufungs­gerichts - in einem ekel­erregenden Zustand: „Es waren drei Tage Horror.“

BGH spricht Klägern Entschädigung zu

Zwar war in dem ursprünglich gewählten Hotel später alles in Ordnung, und die Familie hatte für die restlichen Tage ihren gebuchten Strand­urlaub. Die drei Tage hätten den Elf-Tage-Urlaub aber insgesamt „erheblich beeinträchtigt“, so der BGH. Der Familie stehe deshalb eine Entschädigung in Höhe von 600 Euro zu - zusätzlich zu den bereits in den Vorinstanzen erstrittenen 970 Euro geminderter Reisepreis.

Erbrachte Leistung entsprach nicht gebuchter Leistung

Der Bundesgerichtshof wies zugleich die Revision des Reise­veranstalters Alltours Flugreisen als unbegründet zurück. Den höchsten deutschen Zivil­richtern zufolge entsprach die vom Veranstalter erbrachte Leistung nicht dem Wert der gebuchten. Der Reisende, dem vertraglich ein bestimmtes Hotel versprochen werde, zahle einen Teil des Reise­preises auch dafür, dass er diese Auswahl nach seinen persönlichen Vorlieben selbst treffe und dies nicht dem Reise­veranstalter überlasse.

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Reiseveranstalter verneint Beeinträchtigung des gesamten Urlaubs

Dass der Familie angesichts der Hygiene­mängel, des fehlenden Meerblickes und nötigen Umzugs eine Minderung zusteht, hatte auch der Anwalt von Alltours Flugreisen bei der mündlichen BGH-Verhandlung eingeräumt. Dass aber die drei Tage zu Beginn den ganzen Urlaub beeinträchtigten, konnte er nicht sehen: „Beide Hotels gehören zur selben Kette und haben den gleichen hohen Standard.“

Quelle: dpa/DAWR/ab

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