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Reiserecht und Schadensersatzrecht | 06.09.2017

Pauschal­reise

Zug-zum-Flug-Angebot: Reise-Veranstalter haftet bei verpassten Flügen durch Bahn-Verspätung

Bei Angebot des Bahntransfers als eigene Leistung muss Veranstalter für Mehrkosten durch Zug­verspätung aufkommen

(Amtsgericht Hannover, Urteil vom 27.03.2017, Az. 419 C 8989/16)

Bewirbt ein Reise­veranstalter die Bahnfahrt zum Flughafen als eigene Leistung, ist er auch bei einer Verspätung des Zuges verantwortlich - und muss entsprechende Mehrkosten des Urlaubers erstatten. Das hat das Amtsgericht Hannover entschieden (Az.: 419 C 8989/16). In der Vergangenheit gab es bereits ähnliche Entscheidungen.

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Service Zug-zum-Flug mitgebucht

In dem verhandelten Fall ging es um eine Pauschal­reise auf die Malediven für zwei Personen im Wert von insgesamt 6.474 Euro. Das Paar hatte den Service Zug-zum-Flug mitgebucht. Der Zug nach Frankfurt hatte einen Defekt, die Reisenden verpassten den Flug. Sie mussten sich selbst einen Ersatzflug für den Folgetag buchen und am Flughafen in einem Hotel über­nachten. Vom Reise­veranstalter verlangten sie diese Kosten zurück sowie eine Preis­minderung für den verlorenen Tag.

Zug im Reiseangebot als eigene Leistung angepriesen

Der Veranstalter verwies auf die AGB, wonach die Zugfahrt keine Eigen­leistung des Anbieters sei. Die Urlauber seien für die Anreise selbst verantwortlich gewesen. Dem folgte das Gericht nicht. Denn der Veranstalter hatte den Zug im Reise­angebot als eigene Leistung angepriesen und die „Inhaberschaft“ der Leistung nahegelegt. Daher sei er auch in der Verantwortung.

Reiseveranstalter muss Mehrkosten erstatten

Der Kläger und seine Frau bekamen 1.636 Euro für die Ersatz­tickets, 69 Euro für die Übernachtung, 24,50 Euro für Verpflegung sowie 462 Euro für den verlorenen Reisetag zugesprochen.

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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