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Verkehrsrecht und Versicherungsrecht | 23.10.2017

Wildunfall

„Achtung Wildwechsel“: Richtiges Verhalten nach einem Wildunfall

Jeder Unfall mit einem Wildtier sollte gemeldet werden

Passieren Unfälle mit Tieren, ist die Unsicherheit groß: Einfach wegfahren, das Reh zum Tierarzt bringen oder doch die Polizei rufen? Dabei ist ein überlegtes Vorgehen sehr wichtig, um nicht Ärger mit der Versicherung zu bekommen.

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„Achtung Wildwechsel“ - sehen Autofahrer das dreieckige Gefahr­zeichen mit dem von rechts nach links springenden Reh, müssen sie vor allem am frühen Morgen und bei einsetzender Dämmerung vorsichtig fahren. Besonders dann könnten Wildtiere die Fahrbahn queren. „Dann suchen die Tiere ihre Futter­gründe auf beziehungs­weise kehren in die Nacht­quartiere zurück“, erklärt der Biologe Torsten Reinwald vom Deutschen Jagdverband (DJV).

Zu Kollisionen mit Wildtieren kommt es immer wieder. Die Zahlen bewegen sich seit Jahren auf einem sehr hohen Niveau, so Torsten Reinwald. Der Gesamt­verband der Deutschen Versicherungs­wirtschaft (GDV) registrierte 2015 mit knapp 263.000 Unfällen sogar einen neuen Höch­ststand. Noch nicht berücksichtigt sind hierbei Wild­unfälle, die von Autofahrern nicht gemeldet wurden. Die Dunkel­ziffer liegt dem DJV zufolge vermutlich fünfmal so hoch.

Meldepflicht für Wildunfälle

Gemeldet werden sollte aber jeder Unfall mit einem Wildtier, sagt Torsten Reinwald. Es könne beispiels­weise sein, dass ein Reh zwar geflüchtet, aber dennoch stark verletzt ist. „Das kann vom zuständigen Jäger nur gefunden werden, wenn der Unfall auch gemeldet wurde.“

Grund­sätzlich empfiehlt der DJV folgende Vorgehensweise nach einer Kollision mit einem Tier: Warnweste überziehen, die Unfall­stelle durch ein Warndreieck absichern und die Polizei informieren. Diese kontaktiert dann den Jäger oder Förster. Keinesfalls sollten Autofahrer ein verletztes Tier eigenmächtig zum Tierarzt bringen. „Wildtiere sind den Kontakt mit Menschen nicht gewohnt, sie erleiden Todes­ängste und das Verletzungs­risiko für den Autofahrer ist ebenfalls enorm hoch“, sagt Torsten Reinwald. Ist das Tier tot, könne der Autofahrer es aber von der Fahrbahn auf den Seiten­streifen befördern. „Allerdings nur mit Handschuhen, denn eine Ansteckungs­gefahr kann nie ausgeschlossen werden“, so Torsten Reinwald.

Wildunfallbescheinigung für Versicherung

Allerdings sollte die Polizei nicht nur gerufen, sondern auch auf sie gewartet werden. „Das ist auch deshalb wichtig, um Zeugen für den Schaden zu haben und sich für die Versicherung die notwendige Wild­unfall­bescheinigung ausstellen zu lassen“, sagt Tobias Goldkamp, Fachanwalt für Verkehrs­recht. Wer sich einfach vom Unfallort entfernt, könne sich strafbar machen. „Außerdem kann es unterlassene Hilfe­leistung sein oder den Bußg­eld­tatbestand der Tier­quälerei erfüllen, wenn ein verletztes Tier einfach liegen gelassen wird.“

Auch der Deutsche Tierschutz­bund weist darauf hin, dass jeder Fahrzeug­führer die ethische und gesetzliche Verpflichtung habe, sich um ein angefahrenes Tier zu kümmern. „Ein verletztes Tier einfach liegen­zulassen, ist grobe Tier­quälerei. Das gilt auch für Personen, die den Unfall nicht selbst verursacht haben“, sagt Lea Schmitz vom Tierschutz­bund.

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Schaden dokumentieren und Beweisstücke sichern

Daneben rät Torsten Reinwald dazu, den Schaden gut zu dokumentieren, beispiels­weise durch Fotos. „Wenn ein Unfall passiert, ist der Fahrer erst einmal in der Beweis­pflicht.“ Es sei daher auch nicht ratsam, Spuren am Auto gleich durch eine Autowäsche zu beseitigen: „Die Versicherung sollte die Möglichkeit haben, einen Unfall­schaden auch noch selbst zu begutachten“.

Rechtsanwalt Goldkamp rät, möglichst Beweis­stücke wie Tierhaare zu sichern. Denn über die Teil- oder Vollkasko sind in der Regel nur Wild­unfälle mit Haarwild wie Rehen, Wild­schweinen oder Füchsen abgedeckt - für Hunde, Kühe oder Pferde gilt das hingegen nicht. „Es kommt immer wieder vor, dass Versicherungen einen Wildunfall anzweifeln. Dann ist eine umfassende Dokumentation sehr hilfreich.“ Persönlich haftbar gemacht werden kann durch einen Wildunfall in der Regel niemand. „Wildtiere gelten als herrenlos, auch der Jagd­pächter oder der Förster kann daher bei Unfällen nicht in die Haftung genommen werden“, so Tobias Goldkamp.

Anders sieht es laut Goldkamp bei Haustieren wie Hunden oder Pferden aus. „Hier muss in der Regel der Tierhalter für den Schaden haften. Viele Tierhalter sind haftpflicht­versichert, so dass auch hohe Schadens­summe eingetrieben werden können.“ Hat das Tier einen Eigentümer, sollte der Autofahrer mindestens eine halbe Stunde am Unfallort auf den Halter warten. „Ansonsten liegt eine Fahrer­flucht vor, die auch den Führer­schein kosten kann“, warnt der Jurist.

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Wildtierunfälle in App eintragen

Um Unfall­schwerpunkte zu erkennen und sicherer zu machen, hat der DJV in Zusammen­arbeit mit der Universität Kiel im Rahmen eines Forschungs­projekts ein Tierfund-Kataster eingerichtet. Unter „www.tierfund-kataster.de“ oder der dazugehörigen App kann jeder Autofahrer einen Wildtier­unfall eintragen. „Von der Polizei werden bislang Wild­unfälle nur als solche erfasst, wenn es auch einen Personen­schaden gibt“, sagt Torsten Reinwald. „Daher fehlt es bundesweit an verlässlichen Zahlen, auf deren Basis zum Beispiel Wildtier­brücken oder Schutz­zäune errichtet werden müssten.“ Für seltene Arten wie Wildkatzen seien Wild­unfälle unter Umständen sogar bestands­bedrohend.

Steigende Unfallzahlen mit dem Ende der Sommerzeit

Sieht ein Autofahrer plötzlich ein Wildtier vor sich auftauchen, rät der DJV davon ab, auszuweichen. „Eine kontrollierte Kollision mit dem Tier ist allemal besser als ein unkontrollierter Zusammen­stoß mit einem Baum“, sagt Torsten Reinwald. Zuvor sollte der Autofahrer durch Hupen auf sich aufmerksam machen und auf keinen Fall aufblenden. „Die Augen von Wildtieren funktionieren wie Restlicht­verstärker und sehen in der Dämmerung viel besser.“ Bei Fernlicht seien die Tiere daher besonders stark geblendet. Sie rennen dann meist orientierungslos direkt vor das Auto, so Torsten Reinwald.

Die Gefahr für Wild­unfälle steigt noch einmal mit dem Ende der Sommerzeit. „Dann fällt der Berufs­verkehr weitestgehend in die Dämmerung und somit in die Zeit, in der viele Wildtiere unterwegs sind“, sagt Tier­schützerin Lea Schmitz. Eine voraus­schauende Fahrweise sei dann besonders wichtig.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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