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Immobilienrecht und Mietrecht | 20.12.2016

Dekoration

Adventszeit ist Dekor-Zeit: Aber was ist erlaubt und auf was sollten Mieter verzichten?

Experten geben Antworten und Tipp

Adventsk­ranz, Tannenbaum oder ein kletternder Weihnachts­mann: In der Adventszeit dekorieren viele Mieter ihre Wohnung nach Lust und Laune. Aber was ist erlaubt? Und wann müssen Mieter vorher den Vermieter fragen?

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Auffällige Weihnachts­dekorationen sind beliebt - nicht nur in den USA: Blinkende Rentier-Gespanne, Duftsprays und Weihnachts­männer an Häuser-Fassaden findet man auch an und in deutschen Mehr­familien­häusern. Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Zum Ärgernis wird die Deko aber, wenn sie Nachbarn belästigt. Doch kann der Vermieter den Schmuck dann verbieten? „Grund­sätzlich können Mieter ihre Wohnung voll und ganz nach ihrem Geschmack weihnachtlich dekorieren“, sagt Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund. Den Vermieter gehe das nichts an. Der Mieter müsse ihn auch nicht um Erlaubnis fragen.

Vorsicht bei der Dekoration des Balkons

Allerdings gibt es Ausnahmen: Insbesondere, wenn der Mieter außerhalb der eigenen vier Wände dekorieren will - also etwa einen kletternden Weihnachts­mann am Balkon anbringen möchte. „Es kann Probleme geben, wenn der Weihnachts­mann nicht ausreichend gesichert ist“, erklärt Beate Heilmann, Mietrechts­expertin des Deutschen Anwalt­verein (DAV). Eine Absturz­gefahr dürfe nicht bestehen. Denn Eigentümer und Mieter unterliegen der Verkehrs­sicherungs­pflicht. Das bedeutet: Beide haften gegen über Passanten, wenn diese etwa durch herunter­stürzende Gegenstände zu Schaden kommen.

Wer die Deko sicher montieren will, sollte jedoch wissen: „Möchte der Mieter beim Anbringen schrauben und dübeln, muss er den Vermieter vorher um Erlaubnis fragen“, sagt Ropertz. Denn möglicher­weise könnte das die Hausfassade beschädigen - im schlimmsten Fall müsste der Mieter dafür dann aufkommen.

Weihnachtsbaum darf auf den Balkon

Einen Weihnachts­baum können Mieter hingegen auf dem Balkon Grund­sätzlich platzieren, erklärt Gerold Happ vom Eigentümer­verband Haus & Grund Deutschland. „Der Mieter sollte die Größe des Baums allerdings so wählen, dass dieser nicht über den Balkon hinaus reicht oder herunter­fallen kann“, betont Happ.

Außerdem sollten Mieter wegen der Brandgefahr auf echte Kerzen verzichten, empfiehlt er. Alternativ können sie eine elektrische Beleuchtung verwenden. Doch auch Lichter­ketten können stören - wenn sie etwa ins Schlaf­zimmer des Nachbarn scheinen. „Bei 24-stündiger Zwangs­beleuchtung, grell blinkender und ständig flackernder Weihnachts­dekoration können andere Mieter natürlich dagegen vorgehen“, sagt Ropertz. Der Nachbar kann dann beispiels­weise verlangen, dass die Lichter ab 22 Uhr ausgeschaltet werden.

Das Gleiche gilt für weihnachtliche Klänge. Egal, ob es sich um Weihnachts­musik, Rockmusik oder Klassik handelt, „in Mehr­familien­häusern gilt ab 22 Uhr Zimmerlaut­stärke“, gibt Ropertz zu bedenken. Kurze Ausrutscher seien eventuell noch verzeihlich, erklärt Heilmann. „Aber die Nachtruhe ist auf jeden Fall einzuhalten.“

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Deko am besten nur innerhalb der Wohnung

Im Hausflur und an der Wohnungs­tür sind Advents­kränze ein beliebter Schmuck. „Kränze sind Grund­sätzlich erlaubt und von den Nachbarn zu akzeptieren“, erklärt Ropertz. Allerdings könne der Vermieter auch hier sein Veto einlegen, wenn etwa die Tür durch das Anbringen des Kranzes dauerhaft beschädigt würde. Der Mieter muss auch diesen Schmuck also so befestigen, dass keine Schäden entstehen.

„Darüber hinaus sollten Mieter bedenken, dass Kränze auch zu Zündelei verführen können“, gibt Heilmann zu bedenken. Gab es in der Vergangenheit bereits entsprechende Vorfälle, kann der Vermieter den Adventsk­ranz ebenfalls verbieten.

Heilmann rät Mietern, sich beim weihnachtlichen Dekorieren möglichst auf das Innere der Wohnung zu beschränken. Doch auch hier gibt es Grenzen: Den Geruchssinn der Nachbarn sollten Mieter nicht überstrapazieren. „Benutzen Mieter intensive Duftsprays, die fortlaufend ins Treppenhaus dringen, kann das der Vermieter untersagen“, sagt Happ.

Nachbarn sollten aufeinander Rücksicht nehmen

Außerdem sollten Mieter zur Kenntnis nehmen, dass nicht alle Bewohner Weihnachten als hohes christliches Fest feiern, ergänzt Heilmann. Das Grundrecht auf Religions­ausübung habe Grenzen - etwa wenn andere Mitmenschen ihre religiösen Grund­freiheiten verletzt sehen.

Im Grunde ist dies übertragbar. Ropertz erklärt: „Die Grenze ist da, wo die Dekoration Nachbar­rechte beeinträchtigt.“ Insgesamt sollten Nachbarn also aufeinander Rücksicht nehmen. Er rät, sich vor dem Fest der Liebe mit den anderen Bewohnern abzustimmen.

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Quelle: dpa/DAWR/ab
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