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Bankrecht, Umweltrecht und Verbraucherrecht | 16.07.2021

Nachhaltige Geldanlagen

Alles grün? Warum nachhaltige Geldanlagen oft zu viel versprechen

Anlage­produkte sind oft nicht so grün, wie sie auf den ersten Blick erscheinen

Mit dem eigenen Geld etwas Gutes tun - dieses Ziel verfolgen immer mehr An­legerinnen und Anleger. Das Problem: Anlage­produkte sind oft nicht so grün, wie sie auf den ersten Blick erscheinen.

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Gut für die Umwelt und gut für die Menschen - das ist meist gemeint, wenn von Nach­haltigkeit die Rede ist. Ein Thema, das immer mehr Menschen berührt, auch bei der Geldanlage. Doch Vorsicht: Nicht jedes Geschäft, dass sich gut anhört, ist es am Ende.

Klar ist: Nachhaltigkeit liegt im Trend

Laut dem jährlichen Markt­bericht des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), investierten An­legerinnen und Anleger im vergangenen Jahr insgesamt 39,8 Milliarden Euro in nachhaltige Fonds und Mandate. Das sind 21,4 Milliarden Euro oder 117 Prozent mehr als zum Jahresende 2019.

Die Gesamtsumme der Geldanlagen, die in Deutschland unter Berücksichtigung von strengen umwelt­bezogenen, sozialen und auf eine verantwortungsvolle Unternehmens­führung bezogenen Kriterien angelegt sind, ist demnach zum Jahresende 2020 auf ein Volumen von 335,3 Milliarden Euro gestiegen - ein Plus von 25 Prozent.

Definitionsproblem von Nachhaltigkeit

Von diesem Kuchen wollen offenbar immer mehr Anbieter ein Stückchen abhaben. „Oft werden Finanz­produkte einfach umbenannt“, beobachtet Prof. Hartmut Walz, Finanz­ökonom an der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen.

Bei manchem Fonds etwa würden einige Aktien aussortiert und die Buchstaben „ESG“ (Abkürzung für „environmental“, „social“ und „govern­mental“) beigefügt. „Und so bin ich plötzlich selbst ein grüner Anleger, ohne etwas dafür zu tun.“ Solche Prozesse werden oft auch als „Green­washing“ bezeichnet. Ein Finanz­produkt bekommt einfach einen grünen Anstrich.

Dass das bei nachhaltigen Anlagen funktioniert, liegt unter anderem an einem Definitions­problem: „Was als nachhaltig gilt, wird von Anbietern zum Teil unterschiedlich definiert“, sagt Prof. Walz. „Die Kriterien sind jedenfalls nicht überall gleich.“ Beispiel Atomkraft: Während einige darin eine CO2 einsparende Energie­quelle sehen, ist es für andere wegen des strahlenden Mülls ein No-Go.

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Anlagestrategie sehr unterschiedlich

Das zeigt auch ein Fonds-Test der Stiftung Warentest: Die Experten nahmen im vergangenen Jahr über 70 nachhaltige Fonds, die weltweit investieren, unter die Lupe. Sie wollten unter anderem wissen, welche Branchen und Geschäfts­praktiken die Anbieter ausschließen und ob das auch für Töchter, Beteiligungen und Zulieferer der Firmen gilt. Ein Ergebnis: In ihrer Anlage­strategie unter­scheiden sich die verschiedenen Fonds mitunter deutlich.

Die drei von den Testern am besten beurteilten nachhaltigen Fonds setzen die strengsten Anlage­kriterien an: Sie investieren nur in Unternehmen, die bestimmte soziale, ökologische oder rechtliche Standards erfüllen. Beim finanziellen Erfolg landeten diese Fonds allerdings nicht ganz vorne. Der Fonds, der das beste finanzielle Ergebnis lieferte, hat nicht ganz so strenge nachhaltige Kriterien.

Produkte sind oft teuer

Doch es sind nicht nur nachhaltige Fonds, die Verbraucherinnen und Verbrauchern von Finanz­beratern angeboten werden. „Häufig werden den Kunden Zertifikate auf einen nachhaltigen Aktienindex angedreht“, sagt der Honorar­berater Michael Ritzau. „Diese Produkte haben umständliche Namen, die den Kunden signalisieren sollen: Das ist kompliziert, aber nachhaltig.“

Was Verbraucher oft übersehen: Die Produkte sind nicht nur ebenso komplex wie ihre Namen, sondern leicht um einen Faktor 20 teurer als nachhaltige Indexfonds (ETFs) auf denselben Index. „Unter dem Deckmantel der Nach­haltigkeit werden die Kunden hemmungslos über Ausgabe­aufschläge, vor allem aber über die Ab­schöpfung aller Dividenden und hohe laufende Kosten, geschröpft“, stellt Ritzau fest.

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Das Perfide dabei

Die ab­geschöpften Dividenden müssen nicht in Prozent angegeben werden wie laufende Kosten. Vielen Kunden fällt nach Angaben des Honorar­beraters nicht auf, dass hier schnell zwei oder sogar drei Prozent pro Jahr verloren gehen, mehr als bei teuren aktiv gemanagten Fonds.

Kunden nehmen höhere Kosten in Kauf

Nachhaltige Geldanlagen scheinen für eine solche Geschäfts­strategie gut geeignet: „Das Kosten­bewusstsein der Kunden ist bei diesen Produkten geringer“, sagt Prof. Walz. Denn die Nach­haltigkeit ist Kunden etwas Wert. „Sie sind schlicht bereit, dafür höhere Kosten in Kauf zu nehmen.“ Doch am Ende gehen die Kosten immer zulasten der Rendite.

Wer also nachhaltig anlegen will und gleich­zeitig trotzdem etwas für den Vermögens­aufbau tun möchte, muss sich gut mit der Geldanlage auseinandersetzen. „Schauen Sie sich an, was das für ein Produkt ist und wie teuer es ist“, rät Ritzau.

Und wer bereits in teure Produkte investiert hat, kann überlegen, sie wieder zu verkaufen. „Kosten sind auch bei nachhaltigen Finanz­anlagen der verlässlichste Indikator, sind invers korreliert mit der zukünftigen Rendite.“ Anders gesagt: Je teurer ein Produkt, desto schmaler die Erträge.

„Als Konsument habe ich viel mehr Macht als Anleger“

Für Prof. Walz muss es nicht immer eine nachhaltige Geldanlage sein, um etwas zu bewirken. Wer zum Beispiel sein Konsum­verhalten verändere, könne Unternehmen dazu bringen, andere, nach­haltigere Produkte anzubieten - denn die Nachfrage hat Einfluss auf das Angebot. „Als Konsument habe ich viel mehr Macht als Anleger.“

Quelle: dpa/DAWR/ab
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