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Bankrecht, Verbraucherrecht und Versicherungsrecht | 13.10.2021

Finanz­planung

Alles im Griff: Finanz­planer für junge Leute

Tipps für Berufs­einsteiger

Für Berufs­anfänger ist die Finanz­planung gar nicht schwierig. Mit einfachen Strategien können junge Menschen ihr Budget im Griff halten. Tipps, wie sie den Grundstock für ihre Geldanlage aufbauen.

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Die Ausbildung ist vorbei, das Studium geschafft. Und plötzlich hat der Kontoauszug einen ganz neuen Reiz. Denn mit der ersten Stelle kommt regelmäßig selbst­verdientes Geld rein. Wer Geld hat, sollte sich darum aber auch kümmern. Damit der Verdienst nicht zwischen den Fingern zerrinnt.

Das ist nicht so schwierig, wie es vielleicht auf den ersten Blick erscheint. „Junge Menschen können sich auf wenige einfache Produkte konzentrieren“, sagt Buchautor Thomas Hammer, der den „Finanz­planer Berufs­einsteiger“ für die Stiftung Warentest geschrieben hat.

Zunächst Einnahmen und Ausgaben aufschreiben

An erster Stelle steht ein Kassensturz, rät Stephanie Heise, Finanze­xpertin der Verbraucher­zentrale NRW. Das geht am besten ganz klassisch mit einem Haushalts­buch - das gibt es auch als App.

Einnahmen und Ausgaben sollten Berufs­einsteiger darin ein paar Monate lang dokumentieren. Da sieht man, wieviel Geld für welche Ausgaben draufgeht und was am Monatsende übrig bleibt. „Gerade der Überblick über kleine Ausgaben fehlt nämlich meist“, so Heise.

Das ist zwar etwas mühsam, lohnt sich aber. Denn so können junge Menschen feststellen, ob und wo sie zu viel Geld ausgeben. Hat das Budget bisher nicht gereicht, um beispiels­weise zu reisen? Dann können sie nun dafür etwas bei­seitelegen.

Absicherung geht vor

Nach der Budget-Übersicht kommt die Absicherung von existenziellen Risiken. „Das ist nötig, denn mit der ersten abgeschlossenen Berufsaus­bildung endet in der Regel auch die Mit­versicherung über den Vertrag der Eltern“, berichtet Hammer.

Die wichtigste Absicherung sei eine eigene private Haft­pflicht­versicherung. Sie zahlt für Schäden, die jemand anderen Personen zufügt, etwa wenn ein Skateb­oarder einen Fußgänger umfährt. Ohne diesen Schutz, kann es richtig teuer werden, etwa wenn andere Verletzungen mit bleibenden Schäden haben.

Für viele sei auch eine Berufs­unfähigkeits­versicherung unerlässlich. „Sie sichert die Arbeits­kraft ab“, erklärt Heise. „Die gesetzliche Erwerbs­minderungs­rente reicht nicht zum Leben, falls man etwa durch eine Krankheit nicht mehr in seinem Beruf arbeiten kann.“ Das kann auch junge Menschen betreffen. Sie erhalten oft günstigere Tarife.

Wer gerne und viel reist, kann eine Auslands­reise­kranken­versicherung abschließen. Meist ist diese ziemlich günstig - wenige Euro im Jahr. „Verzichtbar sind dagegen Reparatur­versicherungen, etwa für das Handy oder den Fernseher“, so Hammer. Genauso wie Gepäck­versicherungen.

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Erst die Schulden, dann das Sparen

Dann können sich junge Menschen um ihre Finanz­planung kümmern. Wer bereits Schulden hat, sollte sich bemühen, diese schnell zurück­zuzahlen. Das gilt auch für den Dispo. Kredit­zinsen liegen derzeit höher als alle Gut­haben­zinsen.

Erst danach geht es ans Sparen. „Wer noch keine hat, sollte unbedingt eine Notfall­reserve aufbauen. Für Berufs­anfänger reichen zwei bis drei Netto­gehälter, die auf einem Tagesgeld­konto liegen“, rät Heise.

Dort gibt es zwar kaum Zinsen, aber das Geld ist jederzeit verfügbar, falls das Handy oder die Wasch­maschine kaputt geht oder Mieter eine Kaution bezahlen müssen. Ein Trick für Sparer: Direkt am Monats­anfang einen Dauer­auftrag einrichten - dann ist das Geld direkt vom Girokonto runter und man kann es nicht versehentlich ausgeben.

Nach dem Notgroschen kommt das Sparen für die schönen Dinge im Leben - etwa eine Reise oder ein Traumauto. Für bald erfüllbare Wünsche sei ein zusätzliches Tagesgeld­konto sinnvoll.

Von längerf­ristigen Anlage­formen rät Hammer ab. „Festgeld oder ein Sparbrief, wo Sparer eine bestimmte Zeit nicht an ihr Geld herankommen, bringen kaum mehr Zinsen.“ Und die Pläne können sich gerade in jungen Jahren schnell ändern.

Schon jetzt ans Alter denken

Berufs­anfänger sollten schon an ihre Alters­vorsorge denken. „Es ist klug, früh anzufangen“, empfiehlt Heise. „Wer von seinem Arbeitgeber vermögens­wirksame Leistungen erhält, kann die dafür nutzen.“

Zwar sind maximal 40 Euro im Monat vom Chef nicht viel, aber das Geld ist geschenkt. Es muss in spezielle Verträge fließen. Heise rät jungen Leuten zu einem VL-Sparplan mit ETFs - also mit börseng­ehandelten Fonds, die einen Index nachbilden.

„Das lohnt sich mehr als ein klassischer Bank­sparplan. Selbst diese kleinen Summen bringen dann etwas Rendite. Und nach Ende der Laufzeit können Sparer die Fonds auch liegen lassen, wodurch sie vielleicht weiter an Wert gewinnen“, erklärt Heise.

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Mehr Rendite rausholen

Ein VL-Sparplan allein reicht nicht als Vorsorge. Berufs­anfänger sollten zusätzlich Geld in ein ETF-Sparplan einzahlen - hier können sie die Zeit für sich arbeiten lassen.

„Über den langen Zeitraum bis zur Rente können junge Menschen getrost auf Aktien setzen“, so Heise. Damit gebe es die nötige Rendite. Das Geld sollte mindesten zehn oder 15 Jahre liegen bleiben. Über so viele Jahre lassen sich Schwankungen an den Börsen aussitzen.

Wichtig dabei, das Risiko minimieren. Sparer sollten daher einen ETF auf einen weltweiten Index wählen, etwa den MSCI World. Vorteil eines ETF-Sparplans: Anleger sind sehr flexibel. Schon kleine Beträge sind möglich, diese können sie jederzeit aufstocken oder reduzieren.

Lange haben sich deutsche Sparer geziert, in Aktien zu investieren. Doch zuletzt stieg die Zahl der Anleger an den Börsen deutlich. 600.000 neue Anleger unter 30 Jahren investierten 2020 in Aktien. Das zeigen Daten des Deutschen Aktien­instituts.

Eine wichtige Rolle dabei spielen Online-Broker. Sie holen das Depot aufs Smartphone und machen es damit leichter zugänglich. Das Gute daran: Die Anbieter sind laut Hammer sehr kostengünstig.

Allerdings bestehe dabei auch die Gefahr, dass Anleger an der Börse zocken. Viel sinnvoller für die Rendite sei es aber, einen Sparplan langfristig durchzuhalten - in guten und schlechten Börsen­phasen.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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