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Krankenkassenrecht, Sozialrecht und Steuerrecht | 07.09.2016

Lebens­mittel­punkt - Ausland

Als Rentner im Ausland: Worauf deutsche Rentner, die im Ausland leben möchten, achten sollten

Tausende deutsche Rentner haben sich bereits ihren Traum vom Ruhestand im Ausland ver­wirklicht

Wer mit dem Gedanken spielt, als Rentner seinen Lebens­mittel­punkt dauerhaft ins Ausland zu verlagern, sollte sich im Vorfeld in Renten-, Kranken- und Pflege­versicherungs­fragen umfassend beraten lassen. Auch das Thema Steuern darf nicht außen vor bleiben.

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Von einem Alters­ruhesitz fernab der Heimat träumen viele. Manche schaffen den Sprung tatsächlich: Sie packen die Umzugs­kisten, geben ihre gewohnte Umgebung auf und verlagern ihren Lebens­mittel­punkt in nahe oder ferne Länder - und zwar dauerhaft.

Zahl der im Ausland lebenden deutschen Rentner steigt

Rund 229.000 Renten wurden 2015 Monat für Monat an deutsche Staats­angehörige mit Wohnsitz im Ausland überwiesen. 2014 waren es noch 225.000 Renten. Diese Zahlen nennt Dirk von der Heide von der Deutschen Renten­versicherung Bund in Berlin. Nach seinen Angaben zieht es deutsche Rentner innerhalb von Europa vor allem in die Schweiz, gefolgt von Österreich und Spanien. Außerhalb Europas liegen die USA an erster Stelle gefolgt von Kanada und Australien. Was Rentner wissen müssen im Überblick:

Renten

„Die Renten-Über­weisungen ins Ausland erfolgen in aller Regel ohne Kürzungen“, sagt Dirk von der Heide von der Deutschen Renten­versicherung Bund. Einschränkungen kann es in Ausnahme­fällen geben. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Renten­ansprüche von Vertriebenen oder Spät­aussiedlern nach dem Fremd­renten­gesetz erworben wurden. Vor einer möglichen Wohnsitz-Verlagerung ins Ausland sollten Interessierte daher bei ihrem Renten­versicherungs­träger ihre Ansprüche klären und sich beraten lassen, damit sie beim Lesen ihres Konto­auszugs in der neuen Heimat nicht aus allen Wolken fallen.

Private Altersversorgung

Auch ihre private Alters­versorgung müssen Ruheständler vor einer dauerhaften Wohnsitz­verlegung ins Ausland im Auge haben. Sie müssen zwar nicht mehr - wie es bis vor einigen Jahren der Fall war - bei einem Umzug außerhalb von Deutschland staatliche Riester-Förderungen wie Zulagen oder Steuer­ersparnisse zurück­zahlen. Dies gilt aber nur innerhalb der Europäischen Union. „Wird der Wohnsitz ins nicht-europäische Ausland verlagert, dann müssen die etwa über die Riester-Rente erhaltenen Zulagen vollständig zurück­gezahlt werden“, sagt Hasso Suliak vom Gesamt­verband der Deutschen Versicherungs­wirtschaft (GDV) in Berlin.

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Steuern

Bedenken müssen Ruheständler auch, dass auf ihre Renten Abgaben fällig werden. Das Finanzamt in Neubrandenburg hat die Besteuerung von Renten, die ins Ausland fließen, im Visier. „Grund­sätzlich werden die Renten von Rentnern im Ausland genauso besteuert wie von Rentnern im Inland“, erklärt Isabel Klocke vom Bund der Steuer­zahler. Allerdings gibt es für die im Ausland lebenden Senioren Nachteile. Anders als in Deutschland haben sie keinen Steuer­freibetrag. Auch das Ehegatten­splitting entfällt. Sonder­ausgaben und außergewöhnliche Belastungen können nicht steuer­mindernd abgezogen werden.

„Faktisch kommt es somit bereits ab dem ersten Euro bei der deutschen Rente zur Steuer­pflicht“, erklärt Isabel Klocke vom Bund der Steuer­zahler. Um doch noch in den Genuss von Steuer­vorteilen zu kommen, können betroffene Rentner einen Antrag auf unbeschränkte Steuer­pflicht stellen. Ob die Voraus­setzungen vorliegen, sollten Betroffene gegebenenfalls die Hilfe eines Steuer­beraters klären. Er kann auch darüber informieren, ob mit dem Land, in das der Rentner künftig leben möchte, Abkommen bestehen, wonach die Rente dort versteuert werden kann.

Krankenversicherung

Bei einer dauerhaften Verlegung des Wohnsitzes innerhalb des Europäischen Wirtschafts­raums bleibt die Mitglied­schaft in der gesetzlichen Kranken­versicherung in Deutschland bestehen. „Das setzt voraus, dass die Betroffenen nur eine Rente der deutschen Renten­versicherung beantragt haben oder erhalten. Außerdem dürfen sie im neuen Wohnstaat keinen eigenen Leistungs­anspruch etwa aufgrund einer Beschäftigung haben“, erläutert Ann Marini vom Spitzenv­erband der gesetzlichen Kranken­versicherung (GKV-Spitzenv­erband).

Gesetzlich Kranken­versicherte können sich im Europäischen Wirtschafts­raum bei einem Kranken­versicherungs­träger am neuen Wohnort registrieren lassen. Hierfür bekommen Rentner von der deutschen Kranken­kasse eine entsprechende Anspruchs­bescheinigung. Rentnern stehen im neuen Wohnstaat allerdings längst nicht die gleichen Leistungen wie in Deutschland zu. „Maßgeblich ist das im Wohnstaat geltende Recht“, erklärt Ann Marini vom Spitzenv­erband der gesetzlichen Kranken­versicherung (GKV-Spitzenv­erband). Der Rentner hat Zuzahlungen und Eigen­anteile am neuen Wohnstaat zu leisten wie eine dort gesetzlich versicherte Person.

Für privat Kranken­versicherte, die dauerhaft ihren Wohnsitz in ein anderes Land des Europäischen Wirtschafts­raumes verlegen, ändert sich nichts. Sie bekommen weiterhin die Leistungen nach deutschem Standard. „Sind allerdings Behandlungen teurer als in Deutschland, dann muss der Versicherte den ver­bleibenden Teil mitunter aus eigener Tasche bezahlen“, erklärt Nina Schultes vom Verband der Privaten Kranken­versicherung (PKV). Sie empfiehlt, dass sich der Versicherte vorab beraten lässt.

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Pflegeversicherung

Die Ansprüche hieraus sind für gesetzlich wie privat Versicherte nach Art und Umfang gleich. „Lebt der Pflege­bedürftige dauerhaft im Ausland, hat er nur Anspruch auf Pflegegeld“, erläutert Nina Schultes vom Verband der Privaten Kranken­versicherung (PKV). Dies wird ohne zeitliche Begrenzung in allen Ländern des Europäischen Wirtschafts­raumes und in der Schweiz gezahlt. Der Anspruch auf Sach­leistungen ruht dagegen.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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