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Umweltrecht und Verbraucherrecht | 22.06.2021

Mehrweg statt Einweg

Alternativen zu verbotenen Plastik­produkten

EU-Richtlinie soll ab 3. Juli die Herstellung zahlreicher Einweg-Plastik-Produkte verbieten

Geschirr aus Bambus, Zuckerrohr, Papier: Es gibt viele Alternativen zu Einweg­plastik. Kein Wunder, bald gilt ein Plastik­verbot. Doch nicht alle Ersatz­produkte sind ökologisch, manche sogar schädlich.

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Eislöffel, Plastik-Strohhalme und Plastik-Teller adé: Am 3. Juli treten in Deutschland zwei Verordnungen in Kraft. Die eine verbietet europaweit die Herstellung zahlreicher Plastik­produkte, die andere belegt einige Produkte mit einer Kenn­zeichnungs­pflicht, informiert die Verbraucher­zentrale NRW.

Ziel der Richtlinie: Reduzierung von Plastikmüll

Ziel der Richtlinie, die die EU 2019 verabschiedet hat: Plastik­müll zu reduzieren und so die Meere und die Umwelt vor einer anhaltenden Plastikflut bewahren. Laut Europäischem Verbraucher­zentrum Deutschland gilt das Verbot für die Produktion der zehn Einweg-Kunststoff-Artikel, die 70 Prozent des Meeres­mülls ausmachen.

So dürfen die Hersteller ab Juli unter anderem kein Besteck, keine kosmetischen Watte­stäbchen, Luftballon­stäbe, Rühr­stäbchen, Teller, Schalen und Trinkhalme aus Plastik produzieren. Lebens­mittel- und Getränke­behälter aus Styropor sind ebenfalls verboten. Mit einem kleinen Aber: Händler und Restaurants dürfen Rest­bestände weiter ausgeben - damit diese nicht unbenutzt im Müll landen.

Weiter erlaubt, aber gekennzeichnet werden müssen etwa Einweg­getränke­becher aus Papier mit Kunststof­fbeschichtung sowie Feucht­tücher, Damen­hygiene­artikel, Zigaretten und Tabak­produkte mit Filtern. Hier soll explizit auf die Umwelt­auswirkungen hingewiesen werden.

Ist Plastik nicht ohnehin überholt?

Plastik zu vermeiden, klingt erst mal gut - und scheint nicht schwer. Denn es gibt viele Alternativen. Doch nicht alle sind zu empfehlen. „Verbraucher dürfen sich nicht von Green­washing blenden lassen“, sagt Katharina Istel vom Natur­schutzbund Deutschland (Nabu).

Denn Alternativen aus Bio-Kunst­stoffen sind zwar nicht aus Erdöl hergestellt, dafür aber schlecht kompostierbar. Papier erhöht den Druck auf die Abholzung der Wälder. Aluminium verbraucht viel Energie. Und plastik­freies Einweg­geschirr aus Pappe, Palmen­blättern und Zuckerrohr kann oft gesundheits­gefährdende Stoffe enthalten, warnt der Verbraucher­zentrale Bundes­verband (vzbv).

Bei einem Test der „Stiftung Warentest“ aus dem August 2019 kamen auch Bambus­becher schlecht weg. Sie seien demnach zum Einfüllen von Heißg­etränken nicht geeignet, weil schädliche Stoffe entstanden. Außerdem enthielten die getesteten Becher damals nicht nur Bambus, sondern auch Kunststoff. Die „Stiftung Warentest“ sah die Verbraucher durch ein falsches Öko­versprechen getäuscht.

Istel empfiehlt, grund­sätzlich auf Einweg­artikel zu verzichten und ausschließlich Mehrweg­behälter zu benutzen, beispiels­weise aus Poly­propylen (PP), Glas oder Edelstahl.

„Edelstahl muss allerdings sehr oft benutzt werden, damit es eine ökologischere Alternative ist, denn der Rohstoff verbraucht sehr viel Energie bei der Herstellung.“ Poly­propylen braucht weniger Energie, ist leicht, kommt ohne Weichmacher aus und ist auch bei heißen Lebens­mitteln stabil, bescheinigt die Verbraucher­zentrale NRW.

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Wenn Pfand zur Hürde wird

Aber Istel sieht auch die Probleme. Gerade bei Take-Away-Essen ist ein Mehrweg­system mit Pfand für die sowieso schon gebeutelten Gastronomen nicht einfach umzusetzen. Nicht jeder hat seine eigene Dose, sein eigenes Besteck oder seinen eigenen Becher dabei. Aus Hygiene­gründen dürfen Restaurants oft nur eigenes Geschirr verwenden.

Konsumenten könnten sich vom Pfand der auszuleihenden Behältnisse abschrecken lassen, befürchtet Istel. Doch hierfür würden gerade innovative Apps entwickelt, die statt Pfand registrieren, wo ein Behälter sich gerade befindet und wann er zurück­gegeben werden muss. Solche Modelle sind in Zukunft öfter denkbar.

Als Einweg-Alternative bieten sich Bagasse- und Papier­behälter an. Bagasse entsteht aus Pressresten des Zuckerrohrs und ist damit ein Abfall­produkt. Daher ist es ökologisch etwas besser als Papier. Am besten ist aber natürlich immer: Gar keinen Müll verursachen.

Strohhalm aus Stroh

Scheinbar findige Gastronomen haben Plastik-Trink­röhrchen durch essbare Varianten ersetzt - etwa Makkaroni-Nudeln oder Gräser als Trinkhalme. Letztere können mit Schimmel­pilzen belastet sein und die Nudeln werden anschließend weg­geschmissen, sodass auch hier die Wahl idealer­weise auf einen Mehrweg-Halm fallen sollte.

Die Stiftung Warentest hat essbare Trinkhalme nun genauer unter die Lupe genommen - aus Hart­weizengrieß, Reis und Tapioka sowie aus Zucker. Am meisten über­zeugten die Halme auf Getreide­basis - diese blieben in kalten Getränken relativ lange formstabil.

Fazit in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „test“ (7/2021): Mit allen Röhrchen lässt sich Trinken, doch Halme aus Zucker seien Murks. Insgesamt fanden die Tester kaum Schadstoffe - wenn überhaupt nur in so geringen Mengen, dass diese bei den Verzehrmengen nicht ins Gewicht fallen.

Doch am besten für die Umwelt sind langlebige, wieder­verwendbare Produkte. Etwa bruch­sichere Glas­röhrchen, Edelstahl­halme oder Silikon­röhrchen.

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Nachhaltige Alternativen im Kosmetikbereich

Im Kosmetik­bereich fallen vor allem die künftig verbotenen Watte­stäbchen ins Auge. Nachhaltige Alternativen sind abwaschbare Mehrweg-Silikon­stäbchen oder unter Umständen ein Waschlappen mit Wasser. Watte­stäbchen gibt es auch aus Bambus und Papier. Hierbei ist Bambus gegenüber Papier ökologisch zu bevorzugen, da die Auf­bereitung weniger aufwendig sei, so die Verbraucher­zentrale NRW.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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