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Arbeitsrecht | 16.09.2020

Arbeits­zeiten

An- und Abmelden: Darf der Chef die Arbeits­zeiten im Homeoffice kontrollieren?

Kontrolle durch An- und Abmeldung per Mail oder in einem unternehmens­internen Chat erlaubt

Arbeiten Beschäftigte jeden Tag im Betrieb, können Vorgesetzte leicht sehen, wer wann kommt und geht. Darf der Chef die Arbeits­zeiten auch abfragen, wenn alle im Homeoffice sind?

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„Guten Morgen!“ - „Kurze Pause“ - „Bin im Feierabend“: So ähnlich sieht das derzeit in vielen Unter­nehmens­chats aus, wenn sich die Beschäftigten von zu Hause zur Arbeit an- oder abmelden. Muss da jeder mitmachen?

Arbeitszeiten im Homeoffice an betriebsüblichen Zeiten gebunden

„Prinzipiell hat der Arbeitgeber Anspruch darauf, zu erfahren, von wann bis wann ein Arbeit­nehmer arbeitet“, sagt Johannes Schipp, Fachanwalt für Arbeits­recht in Gütersloh. Und auch im Homeoffice sind die Arbeits­zeiten nicht entgrenzt: Beschäftigte können in der Regel nicht einfach dann arbeiten, wann es ihnen am besten passt. „Die Arbeit­nehmer sind auch zu Hause an die betriebs­üblichen Zeiten gebunden“, so Johannes Schipp, Fachanwalt für Arbeits­recht in Gütersloh.

Kontrolle durch An- und Abmeldung erlaubt

Wenn der Arbeitgeber wissen will, wann die Beschäftigten mit der Arbeit beginnen und wann sie wieder in den Feierabend gehen, könne er also zum Beispiel durchaus verlangen, dass sie das jeweils per Mail oder in einem unternehmens­internen Chat kommunizieren. Gibt es im Unternehmen einen Betriebsrat, müssen Arbeitgeber für solche technischen Vorgaben aber dessen Zustimmung einholen. Im Zweifel müssen die genauen Regeln in einer Betriebs­vereinbarung festgehalten werden.

Auch Schutz vor Selbstausbeutung wichtig

„Daneben spielt auch noch ein dritter Punkt eine Rolle“, ergänzt Schipp. So hat der Europäische Gerichtshof 2019 entschieden, dass Arbeits­zeiten eigentlich durch technische Vorgaben kontrolliert werden müssen. „Es gibt Arbeits­schutz­bestimmungen und die müssen auch über­prüfb­ar sein, da kann es auch um den Schutz vor Selbst­ausbeutung gehen“, so der Anwalt.

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Zeiterfassung bald per Gesetz?

In Deutschland sei noch nicht final entschieden, ob diese EU-Entscheidung in Form eines eigenen Gesetzes umgesetzt werden müsse. Laut Johannes Schipp, Fachanwalt für Arbeits­recht in Gütersloh deutet sich aber an, dass es einen Gesetzes­entwurf zur Zeit­erfassung geben soll. „Und darunter fällt dann auch das Homeoffice“, so Johannes Schipp, Fachanwalt für Arbeits­recht in Gütersloh.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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