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Verbraucherrecht | 30.09.2022

Todesfall

Angehöriger verstorben: Diese 7 Dinge sollten Sie jetzt regeln

Hier erfahren Sie, was nacheinander zu tun ist

Für Hinter­bliebene bricht nach einem Todesfall nicht selten das Chaos aus. Die wenigsten Menschen haben Erfahrung in all den Dingen, die danach folgen. Diese Checkliste soll das Vorgehen erleichtern.

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Wenn ein naher Angehöriger stirbt, ist es oft schwierig, einen klaren Gedanken zu fassen. Denn in Zeiten der Trauer gibt es vermeintlich Wichtigeres als Bürokratie. Doch es gibt Dinge, die besser nicht auf die lange Bank geschoben werden sollten.

1. Hausarzt verständigen

Ist Ihr Angehöriger zu Hause gestorben, sollten Sie umgehend den behandelnden Hausarzt ver­ständigen. Dieser muss den Tod des Verstorbenen bescheinigen. Ohne den Totenschein kann das zuständige Standesamt die Sterbe­urkunde nicht ausstellen, die zum Beispiel zur Anmeldung der Beerdigung notwendig ist.

„Beim Sterbeort im Krankenhaus oder in einer Pflege­einrichtung übernimmt in der Regel die Einrichtung das Organisatorische“, sagt Elke Herrnberger vom Bundes­verband Deutscher Bestatter.

2. Bestattungsinstitut beauftragen

Als nächsten Schritt sollten Sie ein Bestattungs­institut beauftragen. In der Regel sei das Aufgabe der nächsten Angehörigen, sagt Herrnberger. Also etwa des Ehepartners oder des ein­getragenen Lebens­gefährten, gefolgt von Kindern und Eltern.

Hat der Verstorbene selbst entsprechend vorgesorgt und frühzeitig ein Bestattungs­institut ausgewählt, ist dieser Schritt einfacher. Wenn nicht, könnten Empfehlungen aus dem Freundes- oder Bekannten­kreis bei der Wahl des Bestatters helfen, sagt Herrnberger. „Man kann auch verschiedene Bestatter anrufen oder Termine machen und sehen, bei wem man sich am besten aufgehoben fühlt.“ Auf der Webseite des Bundes­verbands Deutscher Bestatter etwa finden Sie eine Auswahl an Bestattern in Ihrer Nähe.

Vielen weitere organisatorische Dinge, wie zum Beispiel die Beantragung der Sterbe­urkunde und die Anmeldung der Beerdigung, kann der Bestatter Ihnen abnehmen.

Übrigens: Selbst, wenn Sie einen Bestatter beauftragt haben, können Sie in Ruhe von Ihrem Angehörigen Abschied nehmen. „Sie haben je nach Bundesland zwischen 24 und 36 Stunden Zeit, bis eine Über­führung durch­geführt sein muss“, sagt Elke Herrnberger. Sogar eine Aufbahrung zu Hause sei daher denkbar.

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3. Die wichtigsten Dokumente zusammenstellen

Nun gilt es, die wichtigsten Dokumente zusammen­zustellen. Dazu gehören Personal­ausweis oder Reisepass, die Geburts­urkunde, die Sterbe­urkunde, gegebenenfalls die Heirats­urkunde oder ein Scheidung­surteil (je nach Familien­stand). Ein Bestatter kann auch hierbei unterstützen - selbst wenn wichtige Dokumente abgelaufen sind oder gänzlich fehlen und Ersatz­dokumente beschafft werden müssen.

Außerdem sind in der Folge auch diese Unterlagen wichtig: die Kranken­kassen­karte, die Renten­nummer, Dokumente zur Betriebs­rente und ein womöglich vorhandenes Testament. Gibt es eine Bestattungs­vorsorge, eine Sterbe­geld­versicherung, eine Lebens­versicherung oder sonstige Verfügungen, so sollten auch diese Dokumente heraus­gesucht werden.

4. Bestattung organisieren

Geht es an die Organisation der Bestattung, lautet die wichtigste Frage: Hat der Verstorbene eine Bestattungs­vorsorge hinter­lassen? Ansgar Beckervordersandfort zufolge ist das für Hinter­bliebene eine große Erleichterung, weil sie Trauernden viele Entscheidungen abnimmt. Beckervordersandfort ist Rechtsanwalt und Notar und gehört dem geschäfts­führenden Ausschuss der Arbeits­gemeinschaft Erbrecht des Deutschen Anwalt­vereins an.

In dem Dokument könnte der Verstorbene zu Lebzeiten noch festgelegt haben, wo und wie er beerdigt werden möchte, welche Trauer­gäste informiert werden sollten und welcher der Wunsch­bestatter ist. Sogar die Kosten für die Bestattung könnten dann bereits beim gewählten Bestattungs­institut hinterlegt worden sein.

Wichtig: Bestattungs­wünsche sollten nie im Testament formuliert werden. Denn das Testament wird in der Regel erst nach der Beisetzung eröffnet. „Dann ist es zu spät, alle Entscheidungen sind gefällt“, sagt Elke Herrnberger.

Gibt es keine Bestattungs­vorsorge oder Bestattungs­verfügung, ist es an den Hinter­bliebenen, all diese Dinge zu entscheiden. Möglicher­weise hat der Verstorbene Wünsche bezüglich seiner Bestattung geäußert, die dann berücksichtigt werden sollten.

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5. Haushalt und Tiere versorgen

Hat der Angehörige einen eigenen Haushalt geführt, sollten Sie die Haustiere und Pflanzen versorgen, den Briefkasten leeren, bei der Post einen Nachsende­auftrag stellen, die Fenster schließen, den Kühls­chrank leeren, Strom, Gas und Wasser abstellen beziehungs­weise die Versorger informieren.

Hat der Verstorbene in einer Mietwohnung gelebt, sollte außerdem der Vermieter oder die Haus­verwaltung über den Tod informiert werden.

6. Verträge, Abos und Mitgliedschaften kündigen

Über Konto­auszüge können Sie eine recht gute Übersicht über laufende Verpflichtungen erhalten, die nun enden sollten. Womöglich hat der Verstorbene auch einen Notfallplan hinter­lassen, auf dem sämtliche Verbindlichkeiten aufgeführt sind.

Gekündigt werden sollten zum Beispiel Zeitungs­abos, Mitglied­schaften in Vereinen und Verbänden, Versicherungen sowie Telefon- und Mobilfunk­verträge. In der Praxis sollte die Sterbe­urkunde dafür ausreichen.

7. Das Erbe regeln

Beim zuständigen Nachlass­gericht sollten Sie eine beglaubigte Kopie der Sterbe­urkunde sowie alle vorhandenen Testamente im Original einreichen. Das Nachlass­gericht eröffne dann die Testamente und schicke diese als beglaubigte Kopie samt Protokoll über die Eröffnung an die in den Testamenten bedachten Personen sowie die gesetzlichen Erben, sagt Ansgar Beckervordersandfort.

Hat der Erblasser ein notarielles Testament oder einen Erbvertrag errichtet, können sich Erben mit der beglaubigten Abschrift des Eröffnungs­protokolls als solche ausweisen und die Umschreibung von Konten und Immobilien auf sich beantragen. Existiert nur ein handschriftliches oder gar kein Testament müssen Erben dafür in der Regel einen kosten­pflichtigen Erbschein beantragen. Das geht üblicherweise beim Notar, der den Erb­schein­antrag dann an das Nachlass­gericht weiter­leitet.

„Gibt es mehrere Erben, muss dann noch die Erben­gemein­schaft auseinander gesetzt werden“, sagt Ansgar Beckervordersandfort. Wer etwa befürchtet, dass der Nachlass überschuldet ist oder seine Erben­stellung durch Anordnungen im Testament beeinträchtigt wird, sollte sich unverzüglich anwaltlich beraten lassen. Denn die Aus­schlagung des Erbes ist nur innerhalb einer kurzen Frist möglich.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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