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Arbeitsrecht | 29.01.2018

Arbeits­unfähigkeit

Arbeits­unfähigkeit: Darf man während der Krankheit in den Urlaub fahren?

Reise während der Zeit der Krank­schreibung darf nicht „genesungs­widrig“ sein

Wer krank ist, gehört ins Bett - und nicht ins Flugzeug oder gar an den Strand. Oder doch? Darf ich trotz einer Krank­schreibung eine längere Reise antreten - und sei es nur, um mich von meiner Familie pflegen zu lassen?

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Reise darf nicht der Genesung schaden

Das ist grund­sätzlich erlaubt, sagt Peter Meyer, Fachanwalt für Arbeits­recht und Mitglied der Arbeits­gemeinschaft Arbeits­recht im Deutschen Anwalt­verein. Etwas anderes gilt nur, wenn die Reise während der Krank­schreibung „genesungs­widrig“ ist, wie es unter Juristen heißt - wenn dadurch also zum Beispiel eine Grippe verschleppt wird. Was dabei gut für den Patienten ist und was nicht, entscheidet aber nicht der Arbeitgeber: „Wenn der Arzt sagt, dass das okay ist, gibt es da gar keine Probleme.“

Arzt kann Genehmigung erteilen

Eigentlich sind Arbeit­nehmer nämlich auch nicht „krank­geschrieben“, selbst wenn der Volksmund das so nennt - sondern arbeits­unfähig. Und nicht immer ist das beste Mittel dagegen, still im Bett zu liegen. „Das beste Beispiel sind psycho­somatische Erkrankungen, der Burnout etwa, der durch die Arbeits­situation verursacht worden ist“, so Rechtsanwalt Peter Meyer. „Wenn der Arzt Ihnen da zur schnelleren Genesung rät, ins Freibad zu gehen oder zur Luft­veränderung an die Ostsee zu fahren, dann dürfen Sie das auch tun - auch wenn das auf den Arbeitgeber vielleicht irritierend wirkt.„

Arbeitgeber geht Grund für Arbeitsunfähigkeit nichts an

Der Chef weiß schließlich nicht, welche Krankheit ein Mitarbeiter genau hat. Aus der Arbeits­unfähigkeitsbe­scheinigung für den Arbeitgeber geht das nicht hervor, erklärt Rechtsanwalt Meyer. „Und er hat grund­sätzlich auch kein Recht darauf, es zu erfahren.“ Streit um die Arbeits­unfähigkeit und das Verhalten während dessen kann es aber trotzdem geben. Und eine vor­getäuschte Arbeits­unfähigkeit kann auch zu arbeits­rechtlichen Konsequenzen führen, bis hin zur Kündigung. In der Praxis ist es für Arbeitgeber aber oft schwer, eine Arbeits­unfähigkeitsbe­scheinigung des Arztes zu widerlegen.

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Quelle: dpa/DAWR/ab
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