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Verbraucherrecht | 11.03.2020

Unseriöse Schlüssel­dienste

Ausgesperrt: Rechnung vom Schlüssel­dienst besser nicht bar bezahlen

Tipps gegen unseriöse Schlüssel­dienste

Die Haustür fällt zu, der Schlüssel liegt drinnen. Schlüssel­dienste sind in solchen Fällen zwar schnell zur Stelle. Doch oft ist der Noteinsatz auch enorm teuer. Was können Verbraucher tun?

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Schlüssel­dienste sind oft die letzte Rettung. Sie helfen, wenn man sich versehentlich ausgesperrt hat. Doch unseriöse Firmen nutzen eine solche Notlage oft aus - und verlangen horrende Summen von Verbrauchern. „Es gibt durchaus seriöse Firmen“, sagt Matthias Bauer von der Verbraucher­zentrale Baden-Württemberg. „Aber die muss man auch finden.“

Wie suche ich nach einem seriösen Schlüsseldienst

Das Smartphone ist hier tatsächlich das größte Problem. Denn wer einen Schlüssel­dienst über Stichwort­suche im Internet sucht, bekommt zwar eine lange Liste mit Anbietern. Mindestens die ersten fünf Einträge sind allerdings in der Regel keine Unternehmen aus der Nähe, sondern Anzeigen von unseriösen Anbietern. Die Einträge können Sie also schon mal getrost ignorieren.

Wenn Sie dann auf der Internet­seite eines Anbieters sind, sollten Sie tatsächlich mal nach dem Impressum suchen. Findet man keins, ist das schlecht. Dann die Frage: Wo sitzt das Unternehmen? Denn es sind oft eben keine ortsnahen Handwerker, die man da ruft. Häufig ruft man in einem Call Center an, die dann Monteure losschicken, die meist auch noch schlecht ausgebildet sind. Unseriöse Unternehmen haben mittlerweile ein organisiertes System aufgebaut.

Seriöse Firmen in der Nähe können Sie zum Beispiel auch über die Karten-Apps auf dem Smartphone suchen.

Was kann ich tun, wenn ich vor Ort doch unerwartet unter Druck gesetzt werde, eine hohe Rechnung zu bezahlen?

Wenn der Monteur vor der Tür steht, ist es wichtig noch einmal zu fragen, was das Ganze kostet. Am besten vereinbaren Sie einen Festpreis. Schauen Sie sich auch die Formulare genau an. Oft wird oben ein Preis eingetragen, der sich noch nach­vollziehen lässt. Weiter unten in den Dokumenten finden sich dann aber Rechnungs­positionen, die nicht eingetragen werden.

Prüfen Sie, ob eine Steuer­nummer zu finden ist. Oft steht da nur „Steuer­nummer in Gründung“. Zudem muss es eine Rechnungs­nummer geben. Sie müssen auch nicht bar bezahlen. Wenn der Monteur Sie doch unter Druck setzt, etwa mit Ihnen zum Geld­automaten gehen will, sollten Sie die Polizei einschalten. Denn das ist Nötigung und damit straf­rechtlich relevant. Und ich kann Ihnen sagen: In den Fällen, in denen die Polizei aufgetaucht ist, war dann auch Ruhe.

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Wenn ich doch gezahlt habe, wie kann ich mein Geld zurückbekommen?

Bestehen Sie auf jeden Fall immer darauf, eine ordnungs­gemäße, nach­prüfbare Rechnung zu erhalten. Denn das Problem ist: Wenn Sie mal gezahlt haben, ist das Geld meist weg. Es gibt auf den Ab­rechnungen oft keine richtigen Adressen, an die später ein Rechtsanwalt ein Schreiben schicken kann. Viele Rechts­schutz­versicherer übernehmen auch keine Kosten mehr für solche Fälle. Am besten ist es wirklich, man bleibt hart und rückt das Geld nicht raus und holt die Polizei.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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