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Steuerrecht | 18.05.2017

Steuer-Tipp

Auszahlung der Lebens­versicherung: Kapital­ertrag­steuer mit der Steuer­erklärung zurückholen

Versicherungs­unternehmen müssen Kapital­ertrag­steuer in Höhe von 25 Prozent an das Finanzamt abführen.

Werden Kapital- und Lebens­versicherungen zu Lebzeiten ausgezahlt, gelten die Erträge als Einnahmen aus Kapital­vermögen. Gleiches gilt bei Renten­versicherungen mit Kapital­wahlrecht. Voraussetzung: Die Versicherungs­verträge wurden nach dem 31.12.2004 abgeschlossen.

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„Die Hälfte dieses Kapital­ertrags ist steuerfrei, wenn der Vertrag mindestens zwölf Jahre lang lief und die Auszahlung nach Vollendung des 60. beziehungs­weise 62. Lebens­jahres erfolgt“, erklärt Erich Nöll vom Bundes­verband Lohn­steuerhilfe­vereine (BVL) in Berlin. Ein Problem: Die Versicherungs­unternehmen müssen Kapital­ertrag­steuer in Höhe von 25 Prozent auf den gesamten Kapital­ertrag einbehalten und an das Finanzamt abführen. Die Steuer­befreiung berücksichtigt es selbst bei Vorliegen der Voraus­setzungen nicht.

Kapitalertragsteuer über Einkommensteuererklärung zurückholen

„Die zu viel bezahlte Kapital­ertrag­steuer lässt sich nur über die Abgabe einer Einkommen­steuer­erklärung für das betreffende Jahr zurückholen“, erläutert Erich Nöll vom Bundes­verband Lohn­steuerhilfe­vereine (BVL) in Berlin. Der Kapital­ertrag aus so einer begünstigen Lebens­versicherung wird dann nur noch zur Hälfte besteuert. Allerdings kommt dann nicht mehr der feste Steuersatz von 25 Prozent zur Anwendung, sondern der individuelle Steuersatz des Steuer­pflichtigen.

Einkommensteuererklärung im Jahr der Auszahlung abgeben

Selbst bei Steuer­pflichtigen mit sehr hohem Einkommen ist diese Berechnung über die Einkommen­steuer­veranlagung aber immer günstiger und führt zu einer Steuer­erstattung. „Steuer­pflichtige, die solch eine Auszahlung aus der Lebens­versicherung erhalten, sollten in dem Jahr eine Einkommen­steuer­erklärung abgeben“, rät Erich Nöll vom Bundes­verband Lohn­steuerhilfe­vereine (BVL) in Berlin.

Auch noch nicht verbrauchte Sparerpauschbetrag kommt zur Anwendung

Sie sind zwar nur wegen der Auszahlung der Lebens­versicherung nicht dazu verpflichtet, aber es besteht ansonsten die Gefahr, zu viel an Steuern zu bezahlen. Denn in der Einkommen­steuer­veranlagung kommt auch noch der bisher nicht verbrauchte Sparer­pausch­betrag zur Anwendung, der Kapital­erträge von bis zu 801 beziehungs­weise bei zusammen­veranlagten von bis zu 1602 Euro steuerfrei stellt. Das kann zu einer weiteren Steuer­ersparnis führen.

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Quelle: dpa/DAWR/ab
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