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Steuerrecht | 06.01.2020

Einkommen­steuer­erklärung

Azubi-Mindestlohn ab 2020: Steuer­erklärung auch für Azubis lohnenswert

Auszubildende müssen nur verkürzte Steuer­erklärung machen

Wie wäre es, liebe Azubis, mit etwas extra Geld? Dafür muss man nur die Steuer­erklärung machen. Ab 2020 und der geplanten Einführung des Azubi-Mindest­lohns könnte das richtig lohnenswert werden.

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Einkommen­steuer­erklärung, nein danke. Das hört Stefan Bärenz öfter, wenn er mit Azubis spricht. Er ist Ausbildungs­berater bei der Handwerks­kammer Frankfurt-Rhein-Main und deshalb auch Anlauf­stelle für Fragen rund um Geld und Steuern. Er schätzt, dass höchstens zehn Prozent der Aus­zubildenden eine Steuer­erklärung abgeben. Das nicht zu tun, hält Stefan Bärenz für falsch.

Was bringt mir eine Steuererklärung?

Manchmal bekommt man vielleicht nur 25 oder 50 Euro zurück - das ist aber immerhin etwas. Außerdem: Mit der geplanten Einführung des Azubi-Mindest­lohns in 2020 werde voraussichtlich jeder Auszubildende selbst Sozial­abgaben zahlen müssen - und diese gebe es nur über die Steuer­erklärung wieder zurück, so Stefan Bärenz.

Zahle ich denn überhaupt Steuern?

Einkommen­steuer zahlt derjenige, dessen Einkünfte den jährlichen Grundfrei­betrag übersteigen. Dieser liegt für 2019 bei 9.168 Euro, 2020 bei 9.408 Euro. Normalerweise bleibt die Azubi-Vergütung unter diesen Grenzen. Ein Blick auf die vom Arbeitgeber ausgestellte Jahres­steuer­bescheinigung oder den monatlich Gehalts­zettel zeigt, ob der Betrieb für den Azubi nicht doch Lohnsteuer, Solidaritätsz­uschlag und eventuell Kirchen­steuer ans Finanzamt abgeführt hat.

Das kann passieren, wenn der Ausbildungs­betrieb zusätzlich zur Vergütung zum Beispiel Weihnachts­geld oder einen Bonus zahlt. Wurden Steuern abgeführt, können Azubis sich dieses vom Betrieb weiter­geleitete Geld über die Einkommen­steuer­erklärung vom Finanzamt erstatten lassen.

Die Steuer­erklärung ist in der Regel freiwillig. Ausnahme: Wer über bestimmten Einkommens­grenzen liegt, wird vom Finanzamt zur Abgabe aufgefordert. Steuer­pflichtig können Azubis beispiels­weise dann sein, wenn sie nicht allein ihre Vergütung bekommen, sondern darüber hinaus aus Opas Erbe oder einer Schenkung Einkünfte erzielen.

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Wie macht man die Steuererklärung?

Auszubildende müssen nur eine verkürzte Steuer­erklärung machen, erläutert Erich Nöll vom Bundes­verband Lohn­steuerhilfe­vereine. Das gehe deutlich schneller - etwa 20 Minuten - und einfacher als der sonst noch erforderliche Rest. Das Formular lässt sich im Internet, zum Beispiel auf einer Seite des Bundes­finanz­ministeriums, herunterladen.

Es wird am Computer ausgefüllt und über das Portal Elster elektronisch ans Finanzamt gesendet. Das Portal bietet nicht nur Hilfe an, sondern prüft die Erklärung vor dem Versand auch auf Plausibilität. Zugang und Nutzung von Elster sind kostenlos.

Papier-Erklärungen akzeptieren die Finanz­ämter nicht. Belege müssen zwar noch gesammelt, aber nicht mehr ans Finanzamt geschickt werden - außer die Behörde fordert dazu auf. Mit dem elektronischen Versand der Steuer­erklärung fällt die früher übliche handschriftliche Unterschrift unter der Steuer­erklärung inzwischen auch weg.

Geht das auch einfacher?

Es gibt private Software­anbieter, die Unterstützung bei dem Ausfüllen der Steuer­formulare anbieten. Solche Angebote sind häufig kosten­pflichtig. Auch Steuer­berater und Lohn­steuerhilfe­vereine bieten Rat und Unterstützen gegen Gebühr.

Minder­jährige Azubis dürfen sich selbstverständlich von ihren Eltern helfen lassen. Aber: „Erstattungen stehen in der Regel dem Aus­zubildenden selbst zu“, so die Bundes­steuer­berater­kammer. Es sei denn, es geht um die von Eltern in Abzug gebrachten Sozial­abgaben.

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Was kann ich anrechnen lassen?

In ihrer Steuer­erklärung können Auszubildende zum Beispiel Werbungs­kosten geltend machen. Dazu gehört, was mit der Ausbildung zusammenhängt. „Bücher für die Berufs­schule, Bewerbungs­kosten, Fahrkosten zum Betrieb, Arbeits­kleidung, Werkzeug“, listet Lothar Herrmann von der Hessischen Steuer­berater­kammer auf.

Die sogenannte Werbungs­kosten­pauschale beträgt 1.000 Euro. „Bei Büchern bis zu 300 Euro und dem Jobticket kommt man nicht über die Pauschale“, schätzt Lothar Herrmann. Nicht absetzbar sei „was der Arbeitgeber erstattet oder stellt“. Das können sowohl Arbeits­mittel als auch Fahrkosten sein.

Die Miete für ein Zimmer oder eine Wohnung am Ausbildungs­ort fernab von Zuhause ist ebenfalls absetzbar. Auch lange Abwesenheit von Daheim, etwa an Berufsschul­tagen mit weiter Anfahrt oder Fahrten zu anderen, entfernten Firmen-Standorten, erkennt das Finanzamt an.

Dann kann eventuell Verpflegungs­mehr­aufwand geltend gemacht werden. Die Erstattungs­sätze sind nach Zeitstunden gestaffelt. Aber: Kostgeld, das zu Hause lebende Azubis eventuell bei Vater und Mutter abgeben, ist nicht von der Steuer absetzbar.

Unter den sogenannten Sonder­ausgaben­abzug fallen nach Angaben der Bundes­steuer­berater­kammer zum Beispiel die Beiträge zur Kranken- und Pflege­versicherung. Den Punkt sollten Azubis mit ihren Eltern absprechen, denn auch sie dürfen diese Ausgaben des Kindes in ihrer Steuer­erklärung geltend machen. Deshalb empfiehlt Erich Nöll: „Bitte darauf achten, dass die Sozial­beiträge nicht doppelt angegeben werden.“

Quelle: dpa/DAWR/ab
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