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Arbeitsrecht | 08.11.2016

Ausbildung

Azubis sind nicht rechtlos: Diese Rechte haben Auszubildende

Ein Überblick über typische Streit­punkte bei der Ausbildung

Nach der Berufs­schule noch acht Stunden im Betrieb schuften und dann auch noch den Helm für die Baustelle selber zahlen - so geht's nicht. Azubis haben Rechte. Doch einige Dinge klappen oftmals trotzdem nicht.

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In der Ausbildung sammeln viele Jugendliche ihre erste Arbeits­erfahrung. Alles ist neu - und mancher Azubi weiß gar nicht, was er für Rechte hat. Immer wieder kommt es in Betrieben zu Problemen. Simon Habermaaß ist Bundes­jugend­sekretär bei der Gewerk­schaft Verdi. Er kennt die typischen Streit­punkte und weiß, was häufig in der Ausbildung falsch läuft.

Ausbildungsplan:

Zum Ausbildungs­vertrag gehört ein Ausbildungs­rahmenplan. Darin steht, wann welche Teile der Ausbildung im Betrieb anstehen. „Viele Auszubildende müssen Tätig­keiten ausüben, die gar nichts mit der Ausbildung zu tun haben“, sagt Simon Habermaaß Bundes­jugend­sekretär bei der Gewerk­schaft Verdi. Es sei ebenfalls ein Problem, wenn Azubis Aufgaben erledigen müssen, die zwar im Plan stehen - diese aber fast ausschließlich machen. Ein Beispiel: Ein Azubi in einem Kfz-Betrieb muss über Monate immer nur Reifen wechseln.

Überstunden:

Azubis müssen nur freiwillige Über­stunden machen. „Das heißt, Auszubildende dürfen nicht einfach angewiesen werden, länger zu bleiben, weil es im Betrieb zu wenig Personal gibt“, erklärt Simon Habermaaß Bundes­jugend­sekretär bei der Gewerk­schaft Verdi. Ausnahmen sind absolute Notfälle. Personal­knappheit ist kein Notfall.

Minusstunden:

Wer vom Chef in der Ausbildung nach Hause geschickt wird, weil es nichts zu tun gibt, muss die Zeit nicht nacharbeiten, wie Simon Habermaaß Bundes­jugend­sekretär bei der Gewerk­schaft Verdi erläutert. Ein Beispiel: Bekommt ein Azubi einen Anruf vom Chef, dass er nicht kommen muss, ist das in der Regel eine bezahlte Frei­stellung.

Berufsschule:

Azubis haben ein Recht auf die Ausbildung in der Berufs­schule. „Es gibt immer wieder Fälle, in denen Betriebe in der Berufs­schule anrufen und sagen: „Heute ist viel zu tun, ich brauche den Azubi im Betrieb.““, erzählt der Verdi-Experte. Das ist nicht rechtens.

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Arbeitszeit:

Für alle Azubis gilt: Die Zeit in der Berufs­schule ist Arbeitszeit - inklusive der Pausen. Wer über 18 Jahre ist, muss noch im Betrieb weiter­arbeiten, wenn die Arbeitszeit mit der Zeit in der Berufs­schule nicht erfüllt ist. Für Azubis unter 18 Jahren gibt es gesonderte Regeln, die im Jugend­arbeits­schutz­gesetz geregelt sind.

Arbeitsmittel:

Alle Materialien, die Azubis für ihre Ausbildung benötigen, muss der Arbeitgeber kostenlos zur Verfügung stellen. Simon Habermaaß Bundes­jugend­sekretär bei der Gewerk­schaft Verdi nennt ein Beispiel: Wer in einer Werkstatt arbeitet und dafür spezielle Werkzeuge, Werkstoffe oder Fach- und Tabellen­bücher benötigt, muss diese vom Betrieb kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen.

Siehe auch:

Quelle: dpa/DAWR/ab
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