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Verbraucherrecht | 15.11.2022

Verbindlichkeiten

Berg von Rechnungen? Diese 5 Verbindlichkeiten zuerst begleichen

Welche das sind und was zu beachten ist

Manchmal reicht das Geld von vorne bis hinten nicht. Doch es gibt Rechnungen, die aus guten Gründen Vorrang vor anderen haben sollten.

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Hohe Energie­preise, hohe Nahrungs­mittel­preise - solche und andere Ausgaben­posten setzen aktuell vielen Menschen zu. Oftmals ist gerade zum Monatsende hin das Geld knapp. Dann kann es unter Umständen sinnvoll sein, die Ausgaben zu priorisieren. Schließlich gibt es Verbindlichkeiten, bei denen ein Aufschub nicht ratsam ist - weil das ansonsten üble Folgen nach sich zieht. Diese fünf Verbindlichkeiten sollten Sie unbedingt vor allen anderen begleichen:

1. Miete

Wer als Mieter mit zwei vollen Monat­smieten im Rückstand ist, muss mit einer fristlosen Kündigung rechnen - es droht die Obdachlosigkeit. Wobei Mieterinnen und Mieter nicht von einem Moment auf den anderen auf die Straße gesetzt werden können. Erst muss der Vermieter eine Räumungsk­lage erheben. „Das dauert in aller Regel einige Monate, bis ein Gericht der Klage stattgegeben hat“, sagt der Jurist Christoph Zerhusen von der Verbraucher­zentrale NRW in Düsseldorf.

Zwischen­zeitlich kann die Mieter-Seite ihrerseits Räumungss­chutz beantragen. „Damit kann sie Erfolg haben, wenn sie beispiels­weise zwei kleine Kinder hat und winterliche Wetter­verhältnisse herrschen“, so Zerhusen. Sein Tipp: Sobald man feststellt, dass es mit der pünktlichen Zahlung der Miete nicht klappt, auf den Vermieter zugehen, um Verständnis werben und versuchen zu verhandeln.

2. Energierechnungen

Neben der Miete haben auch Strom- und Gas­rechnungen Priorität. Ansonsten drohen Liefer­sperre und Vertrags­kündigung - im schlimmsten Fall ist es also zu Hause dunkel und kalt. Aber auch hier kann es nicht von jetzt auf gleich zu einer Liefer­sperre kommen. „Zunächst muss das jeweilige Energie­versorgungs­unternehmen den Rückstand anmahnen und eine Liefer­sperre in Aussicht stellen“, erklärt Johannes Allgeier von der Schuldner­hilfe Köln.

Zwischen dem Zugang der Sperr­androhung und einem möglichen Beginn der Sperre müssen vier Wochen vergangen sein. Zudem ist der Anbieter verpflichtet, den Beginn der Sperre mindestens drei Werktage im Voraus nochmals anzukündigen. Eine weitere Voraussetzung für eine Sperre: „Der Rückstand muss mindestens 100 Euro betragen“, so Allgeier. Sein Tipp: Zeichnet sich ab, dass man seine Energie­rechnungen nicht frist­gerecht begleichen kann, sollte man den Anbieter schnell­stmöglich kontaktieren und die Gründe erläutern. Oftmals lässt sich eine Stundung oder Raten­zahlung vereinbaren.

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3. Unterhalt

Ebenfalls Priorität haben Unterhalts­zahlungen. „Man will doch schließlich, dass es dem eigenen Kind oder den eigenen Kindern gut geht“, sagt Ines Moers von der Bundes­arbeits­gemeinschaft Schuldner­beratung. Das sei wichtiger als beispiels­weise eine Kreditrate an eine Bank zu zahlen. Viele Geld­institute böten übrigens die Möglichkeit, im Falle von Zahlungs­schwierigkeiten Kreditraten vorüberg­ehend auszusetzen.

4. Geldbußen und Geldstrafen

Auch Geldbußen und Geldstrafen sind möglichst umgehend zu zahlen. Wer sie und entsprechende Mahn­bescheide beharrlich ignoriert, landet womöglich im Gefängnis. Doch soweit muss es nicht kommen. „Wichtig ist auch hier, sich zu kümmern und seine Geldnöte offen anzusprechen“, sagt Allgeier.

Generell müssen Betroffene Zahlungs­bereitschaft gegenüber der Staats­anwaltschaft oder gegenüber Gerichten signalisieren. In vielen Fällen ist es möglich, die Strafe in Raten zu zahlen. Eine andere Option: anstelle einer Strafe gemeinnützige Arbeit ableisten.

5. Versicherungsprämien

Wichtig sind die Kranken­versicherung und die Haft­pflicht­versicherung. Wer mit den Beiträgen etwa für die private Kranken­versicherung im Rückstand ist, muss damit rechnen, in den Basistarif zu rutschen - womit nur noch eine Notfall­versorgung abgedeckt ist. Wird die Haftpflicht wegen Prämien­rückstands gekündigt und verursacht man dann einen Schaden, kann es extrem teuer werden.

Bei vielen anderen Versicherungen gilt: Allerspätestens, wenn man merkt, dass man die Prämien nicht zahlen kann, gehören die Policen auf den Prüfstand. „Oft sind Menschen völlig über­versichert und es lohnt sich, Versicherungen bewusst zu kündigen, um mehr Geld für andere Zahlungen zu haben“, sagt Moers.

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Tipps bei Zahlungsschwierigkeiten

Suchen Sie so früh wie möglich Hilfe, wenn Sie merken, dass Sie mit Ihrem Geld nicht klarkommen. „Leider ist das Thema immer noch mit Scham behaftet“, sagt Nina Rüther, Leiterin der Schuldner­hilfe Köln. Viele Betroffene neigten dazu, erst ihr Erspartes aufzubrauchen und sich Geld in der Familie oder von Freunden zu borgen, bevor sie Hilfe von Fachleuten in Anspruch nehmen.

Schnelle Hilfe gibt es etwa bei der kostenlosen und anonymen Beratung der Stiftung Deutschland im Plus in Kooperation mit der Schuldner­hilfe Köln. Kontakt zu den Expertinnen und Experten gibt es online oder über die Beratungs­hotline unter +49 800 5 03 58 51. Bundesweit gibt es zahlreiche weitere zertifizierte Schuldner­beratungs­stellen.

Um die Einnahmen­seiten zu stabilisieren, kann staatliche Unterstützung hilfreich sein. „Neben zum Beispiel Energie­hilfen existieren laufende Leistungen wie Wohngeld, die viele Menschen nicht in Anspruch nehmen, obwohl sie das Recht darauf hätten“, so Moers. Daneben sind es Stiftungen oder Nachbarschafts­initiativen, die Hilfe leisten können - oder Arbeitgeber, die Lohn­erhöhungen oder Darlehen gewähren. „Leider trauen sich viele Menschen nicht, nach solcher Hilfe zu fragen oder kennen die verschiedenen Optionen nicht“, so Moers.

Und was hilft, um die eigenen Finanzen in den Griff zu bekommen oder zu behalten? „Das gute alte Haushalts­buch, das es inzwischen auch als App gibt“, sagt Ute Scharnagl, Vorstand der Stiftung Deutschland im Plus. So lässt sich genau nach­verfolgen, wo das Geld geblieben ist und wo Spar­möglichkeiten liegen. Ein weiterer Tipp von ihr: Zu Monats­beginn das zur Verfügung stehende Geld einteilen und bestimmte Beträge in Kuverts legen, die etwa mit „Freizeit“ oder „Drogerie­bedarf“ beschriftet sind. Auch auf diese Weise behalten Sie den Überblick über Ihre Finanzen.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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