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Verbraucherrecht und Vertragsrecht | 15.03.2018

Vorsorge­vertrag

Bestattungs­vorsorge: Vor­kehrungen für die eigene Bestattung treffen

Mit Details der eigenen Beerdigung kann schon zu Lebzeiten ein Bestatter betraut werden

Wer seine Beerdigung selbst planen und bezahlen will, kann mit seinem Bestatter einen Vorsorge­vertrag abschließen. Doch hier lauern Risiken. Worauf Verbraucher achten müssen.

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An den eigenen Tod zu denken, fällt vielen schwer. Allerdings kann es gute Gründe geben, Kosten und Details der eigenen Beerdigung bereits vorab zu regeln. Wer seine Bestattung selbst regelt, kann viel sicherer sein, dass später auch nach seinen Vorstellungen vorgegangen wird, so Dietmar Kurze von der Arbeits­gemeinschaft Erbrecht im Deutschen Anwalt­verein.

Vorteile die Beerdigung zu Lebzeiten zu planen

Einerseits werde den Angehörigen eine Last abgenommen. Anderer­seits können Verbraucher damit verhindern, dass die Angehörigen anders handeln, als es sich der Betroffene wünscht. Zudem gebe es viele Menschen, die niemanden haben, der die Angelegenheiten der Beisetzung gut und verlässlich organisieren kann.

Gefahr einer nicht angemessenen Bestattung aufgrund teurer Pflegeleistungen

Wer seine Bestattung frühzeitig bezahlt, könne zudem sein Geld vor dem Sozialamt schützen. Denn gerade bei geringen Einkommen besteht die Befürchtung, dass sonst alles für Pflege­leistungen aufgebraucht wird und am Ende kein Geld mehr für eine angemessene Bestattung übrig ist.

Treuhandvertrag als Absicherung

Rechtsanwalt Kurze rät aber, dass Vorsorger unbedingt beachten sollten, dass die Zahlung gesichert ist. Das gehe zum Beispiel über eine Treuhand. Sonst kann es sein, dass das Geld weg ist, wenn das Bestattungs­unternehmen nicht mehr existiert.

Grabpflege und Kauf des Grabmals vertraglich geregelt

Doch wie läuft der Vertrags­abschluss und die Absicherung genau ab? Der Kunde spricht mit dem Bestatter zunächst über seine konkreten Wünsche, erklärt Stephan Neuser, General­sekretär des Bundes­verbandes Deutscher Bestatter. In dem Vertrag kann der Kunde etwa den Kauf des Grabmals und die langfristige Grabpflege regeln.

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Bestatter erstellt Kostenvoranschlag

Anschließend erstellt der Bestatter ein Angebot. Gemäß dem Kosten­voranschlag schließt der Kunde dann einen Treuhand­vertrag zur Bestattungs­vorsorge ab. Die Zahlung erfolgt über den Bestatter oder direkt an die Treuhand. Das Kapital werde dann verzinslich angelegt, so der General­sekretär des Bundes­verbandes Deutscher Bestatter. Die Höhe des Treuhand­vermögens wird dem Vorsorger mindestens einmal im Jahr über den Bestatter mitgeteilt.

Vertrag mit Treuhandgesellschaft sinnvoll

Ein Vertrag mit einer Treuhand­gesellschaft ist sinnvoll, wenn der Kunde seine Bestattung auf einen Schlag im Voraus bezahlen und es vor dem Zugriff des Sozialamts schützen will, so Marion Weitemeier von der Stiftung Warentest. Die Stiftung hat zuletzt vier Treuhand­gesellschaften zur Bestattungs­vorsorge verglichen. Ein Ergebnis: Alle Gesellschaften bieten ihren Kunden einen Schutz bei Konflikten mit dem Sozialamt an. Neben einer juristischen Erst­beratung tragen drei der vier Gesellschaften auch die Gerichts- und Anwalts­kosten.

Vermögen zusätzlich durch Bankbürgschaft absichern

Außerdem ist das Geld der Kunden bei drei Gesellschaften gut geschützt. Vorsorger sollten darauf achten, dass das Vermögen zusätzlich durch eine Bank­bürgschaft abgesichert ist, schreiben die Experten. Denn auch Treuhand­gesellschaften können pleite gehen.

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Nachteile des Vorsorgevertrags

Der Vorsorge­vertrag kann jedoch auch Nachteile mit sich bringen. Vorzeitig zu kündigen, kann teuer werden. Die Warentester hätten Verträge gefunden, die bei einer Kündigung bis zu 20 Prozent der Auftrags­summe verlangen. Verbraucher sollten sich daher die Bedingungen gut durchlesen, bevor sie ihn unter­zeichnen.

Durchführung sollten überwacht werden

Außerdem sollten Kunden auf steigende Preise der Bestatter achten. Es kam vor, dass Bestatter lieber die Leistung als etwas teurer darstellen, anstatt den Hinter­bliebenen zu viel eingezahltes Geld zurück­zugeben. Wenn niemand die Durchführung überwacht, könne es zudem sein, dass der Bestatter weniger oder einfachere Leistungen erbringt als vereinbart.

Testamentsvollstrecker benennen

Wer seine Beerdigung angesichts dieser Risiken doch nicht gleich komplett bezahlen will, hat Alternativen. „Verbraucher können beispiels­weise einen persönlichen Testaments­voll­strecker benennen, entsprechend bevollmächtigen und diesen später die Angelegenheiten der Beerdigung erledigen lassen, empfiehlt Rechtsanwalt Dietmar Kurze.

Bestattungsverfügung formlos hinterlassen

Außerdem können Verbraucher eine sogenannte Bestattungs­verfügung hinter­lassen. Darin halten sie formlos fest, wer zuständig ist und wie die Bestattung später aussehen soll. Das hilft Angehörigen oder Freunden, die später tätig werden sollen. Diese Alternativen haben Rechtsanwalt Dietmar Kurze zufolge auch die Vorteile, dass sich Verbraucher nicht an einen bestimmten Bestatter binden und Änderungen einfacher vornehmen können.

Testamentsvollstrecker bei kleineren Vermögen nicht lohnenswert

Bei kleineren Vermögen lohne sich ein Testaments­voll­strecker allerdings nicht. Und auch die Bestattungs­verfügung kann lückenhaft sein, wenn das Gespräch mit dem Bestatter nicht stattgefunden hat. Entscheidend ist zudem, dass Angehörige, der Testaments­voll­strecker, das Pflegeheim oder andere Kontakt­personen wissen, dass eine Bestattungs­vorsorge getroffen wurde und wo sie zu finden ist. Sonst hilft auch die beste Vorsorge nichts, stellt Rechtsanwalt Dietmar Kurze klar.

Streitigkeiten vorbeugen und detaillierte Regelungen treffen

Je spezieller ihre Wünsche sind, desto genauer sollten sich Verbraucher laut Rechtsanwalt Kurze zudem informieren und Regelungen treffen - etwa bei Bei­setzungen im Ausland oder See­bestattungen. Streitig­keiten unter den Angehörigen und Erben können Verbraucher zudem vorbeugen, indem sie genau bestimmen, wer für die Einzel­heiten der Bestattung zuständig ist und bestimmen darf.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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