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Mietrecht | 11.01.2022

Betriebs­kosten­abrechnung

Betriebs­kosten­abrechnung: Auf diese Fehler müssen Mieter achten

Über­prüfung der Abrechnung kann sich lohnen

Mieter zahlen nicht nur ihre Miete, sondern kommen auch für laufende Nebenkosten auf. Doch bei der Abrechnung dieser Betriebs­kosten läuft nicht immer alles glatt. Worauf kommt es an?

Aufzug, Heizung, Versicherungen: Vermieter können Mieter an den laufenden Kosten ihrer Immobilie beteiligen. Was in der Theorie einfach klingt, sorgt in der Praxis jedoch oft für Streit. Denn bei der Abrechnung der Betriebs­kosten kommt es immer wieder zu Fehlern. So werden etwa häufig Kosten abgerechnet, die eigentlich keine Betriebs­kosten sind, sagt Jutta Hartmann vom Deutschen Mieterbund. Drei Fragen an sie und ihre Antworten.

Bis wann muss ich die Betriebskostenabrechnung bekommen?

Der Vermieter muss die Abrechnung spätestens zwölf Monate nach Ende des Abrechnungs­zeitraumes vorlegen. Der Abrechnungs­zeitraum entspricht meistens dem Kalender­jahr.

Das heißt: Die Abrechnung für das Jahr 2020 musste dem Mieter bis spätestens Silvester­nachmittag 2021 zugehen. Erhielt der Mieter die Abrechnung erst Anfang Januar 2022, ist sie in der Regel verfristet und der Vermieter kann daraus keine Nachzahlung mehr vom Mieter verlangen.

Ein eventuelles Guthaben betrifft diese sogenannte Ausschluss­frist aber nicht. Das heißt: Der Mieter kann auch bei verspäteter Abrechnung die Auszahlung seines Guthabens verlangen.

Gibt es bestimmte Punkte, bei denen häufig Fehler passieren?

Ja. Ein oftmals fehler­behafteter Kostenpunkt ist beispiels­weise die Position Hausmeister. Hier gilt: Garten­pflege und/oder Treppen­haus­reinigung gehören zu den typischen Hausmeister­arbeiten. Werden diese Kostenarten aber einzeln abgerechnet, obwohl es einen Hausmeister gibt, muss nachgehakt werden, sonst besteht die Gefahr der Doppel­zahlung.

Weiterhin werden oft Verwaltungs­kosten umgelegt, wie Ausgaben für die Haus­verwaltung, Bank­gebühren, Porto, Zinsen oder Telefon. Verwaltungs­kosten sind aber nie Betriebs­kosten, der Mieter muss sie also nicht zahlen - egal, was im Mietvertrag steht.

Ebenso wenig muss der Mieter Reparatur­kosten zahlen. Diese sind immer Sache des Vermieters und nie Betriebs­kosten. In vielen Ab­rechnungen finden sich dennoch zu Unrecht umgelegte Reparatur­kosten.

Was muss ich machen, wenn ich Fehler gefunden habe?

Findet der Mieter zum Beispiel Rechen­fehler, bemerkt er, dass bestimmte Kosten zu hoch angesetzt sind oder dass der Vermieter Betriebs­kosten berechnet hat, die er laut Mietvertrag gar nicht zahlen muss, muss er diese Einwände dem Vermieter bis zum Ablauf des zwölften Monats mitteilen, nachdem er die Abrechnung erhalten hat. Ist diese Frist abgelaufen, kann die Betriebs­kosten­abrechnung in der Regel nicht mehr beanstandet werden.

Die Ein­wendungs­frist von zwölf Monaten bedeutet aber nicht, dass sich der Mieter immer so lange Zeit lassen darf. Sie besagt lediglich, dass nach Ablauf dieser Frist keine Beanstandungen mehr möglich sind. Der Mieter sollte die Betriebs­kosten­abrechnung daher unmittelbar nach Erhalt überprüfen und Einwände zeitnah seinem Vermieter mitteilen.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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