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Steuerrecht | 27.05.2020

Alters­entlastungs­betrag

Bis 2040 noch profitieren: Wann sich der Alters­entlastungs­betrag auszahlt

Bis 2040 können Rentner noch davon profitieren

Steuer­pflichtigen steht ab dem Jahr, in dem sie 65 werden, ein Alters­entlastungs­betrag zu. Damit sollen Einkünfte im Alter gerechter besteuert werden. Er sinkt allerdings von Jahr zu Jahr.

Er ist ein Auslauf­modell, aber noch gibt es ihn: den Alters­entlastungs­betrag. Bis 2040 noch profitieren davon viele Rentner - und zwar dann, wenn sie neben der Rente Einkünfte aus Mieten, Arbeitslohn oder Kapital­vermögen haben.

„Beim Alters­entlastungs­betrag handelt es sich um einen Steuer­freibetrag, der Steuer­pflichtigen ab dem Jahr zusteht, in dem sie 65 Jahre werden“, sagt Uwe Rauhöft, Geschäfts­führer des Bundes­verbands Lohn­steuerhilfe­vereine in Berlin. Damit sinkt das zu ver­steuernde Einkommen von Rentnern, abhängig von ihrem Geburtsjahr.

Urteil des Bundesverfassungsgerichts

Der Alters­entlastungs­betrag wird seit 15 Jahren für jeden neuen Jahrgang verringert - und zwar seit dem 1. Januar 2005. An diesem Tag trat das sogenannte Alters­einkünfte­gesetz in Kraft. Grund für dieses Gesetz war ein Urteil des Bundes­verfassungs­gerichts.

Die unter­schiedliche steuerliche Behandlung von Beamten­pensionen und Renten aus der gesetzlichen Renten­versicherung verstoße gegen den Gleichheits­grundsatz des Grund­gesetzes, hatten die Richter am 6. März 2002 entschieden. Sie forderten damals den Gesetzgeber dazu auf, die Renten­besteuerung verfassungs­konform neu zu regeln.

Der Hintergrund: Beamte haben einen Versorgungs­freibetrag, Leibrenten besteuerte der Fiskus lediglich nach einem Ertrags­anteil. Dagegen wurden die Einnahmen von Rentnern, die sie nach ihrem 64. Lebensjahr aus Mieten, Arbeitslohn sowie Gewinnen aus Kapital­vermögen erzielten, voll besteuert.

Um diesen Nachteil auszugleichen, erhalten die Betroffenen einen Alters­entlastungs­betrag, also einen steuerlichen Freibetrag - noch. Ab 2040 werden Versorgungs­bezüge und Renten voll besteuert.

Bei monatlicher Gehaltsabrechnung berücksichtigt

Wer im Jahr 2018 also 65 Jahre alt wurde, dem steht ein Alters­entlastungs­betrag von 19,2 Prozent der Einkünfte und höchstens 912 Euro zu. Für sie beziehungs­weise für ihn liegt der Freibetrag ab 2018 zeitlebens bei 19,2 Prozent.

„Für alle, die im Jahr 2019 erstmals die Voraus­setzungen erfüllen, liegt der Alters­entlastungs­betrag bei 17,6 Prozent der Einkünfte und höchstens bei 836 Euro“, sagt Claudia Kalina-Kerschbaum, Geschäfts­führerin der Bundes­steuer­berater­kammer. Für 2020 - es geht um die 1955 Geborenen - beträgt der Alters­entlastungs­betrag 16 Prozent der Einkünfte und höchstens 760 Euro.

Sind Senioren noch beruflich tätig, steht der Arbeitgeber in der Pflicht, den Alters­entlastungs­betrag bei der monatlichen Gehalts­abrechnung zu berücksichtigen. „Das setzen Lohn­abrechnungs­programme auch weitgehend automatisiert um“, erläutert Claudia Kalina-Kerschbaum, Geschäfts­führerin der Bundes­steuer­berater­kammer.

Mehr Geld zur Verfügung

Da der Alters­entlastungs­betrag bei der Ermittlung des Einkommens, auf das die Lohnsteuer einbehalten wird, Monat für Monat anteilig abgezogen wird, haben der Rentner bereits im laufenden Jahr mehr Geld in der Tasche. „Sie müssen nicht auf die Erstattung bei ihrer Einkommen­steuer­veranlagung im folgenden Jahr warten“, so Claudia Kalina-Kerschbaum, Geschäfts­führerin der Bundes­steuer­berater­kammer.

Uwe Rauhöft, Geschäfts­führer des Bundes­verbands Lohn­steuerhilfe­vereine in Berlin nennt ein Beispiel: Ein allein­stehender Rentner, Steuer­klasse I und Jahrgang 1950, hat neben seiner Rente einen monatlichen Zuverdienst von 1500 Euro. Er zahlt monatlich Lohn- und Kirchen­steuer in Höhe von 49 Euro. „Ohne den Alters­entlastungs­betrag wären monatlich 71 Euro an Steuern fällig“, so Uwe Rauhöft, Geschäfts­führer des Bundes­verbands Lohn­steuerhilfe­vereine in Berlin. Das heißt also: Der Mann hat jeden Monat rund 22 Euro mehr netto, das sind 264 Euro im Jahr.

Ein anderes Beispiel: Eine allein­stehende Frau, Jahrgang 1950, hat einen Zuverdienst ebenfalls von 1500 Euro. Weil sie Pensionärin ist, ist sie in Steuer­klasse VI eingruppiert. „Ihr monatlicher Steuer­vorteil wäre ein Betrag von 46 Euro, bei älteren Jahrgängen bis maximal 76 Euro im Monat“, so Uwe Rauhöft, Geschäfts­führer des Bundes­verbands Lohn­steuerhilfe­vereine in Berlin. Machen zusammen­veranlagte Paare ihre Steuer­erklärung, muss der Freibetrag für jeden Ehepartner einzeln vermerkt werden.

Einnahmen aus Minijob bleiben steuerfrei

Generell gilt: Bemessungs­grundlage für den Freibetrag sind der Brutto-Arbeitslohn sowie die Summe der nicht arbeits­bezogenen Einkünfte, also etwa Mieten, Gewinne aus Kapital­vermögen, Einkünfte aus voll Steuer­pflichtigen Alters­einkünften - beispiels­weise aus Riester­verträgen oder Pensions­kassen.

Übrigens: Arbeitet ein Rentner als Minijobber und verdient pro Monat lediglich bis zu 450 Euro, dann sind diese Einnahmen steuerfrei. Die Voraussetzung: Der Arbeitgeber zahlt die pauschale Lohnsteuer von zwei Prozent. In dem Fall erhöht sich das zu ver­steuernde Einkommen des Rentners nicht um die Einkünfte aus dem Minijob.

Haben Rentner nicht aus Arbeit, sondern aus Mieten sowie aus Gewinnen aus Kapital­vermögen einen Zuverdienst, dann berücksichtigt das Finanzamt den Alters­entlastungs­betrag automatisch - voraus­gesetzt, der Rentner gibt frist­gerecht eine Steuer­erklärung ab und beantragt für die Kapital­erträge die Günstiger­prüfung.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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