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Arbeitsrecht und Sozialrecht | 23.09.2021

Berufs­krankheit oder Arbeits­unfall

Corona-Infektion im Job kann Arbeits­unfall sein

Eine bei der Arbeit erworbene Covid-19-Erkrankung muss nachweisbar sein

Stecken sich Angestellte im Job mit dem Coronavirus an, kann das als Berufs­krankheit oder Arbeits­unfall gelten. Das bringt spezielle Leistungen mit sich. Doch je nach Beruf sind die Hürden hoch.

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Hat sich ein Arbeit­nehmer im Job mit dem Coronavirus infiziert, gilt das unter bestimmten Voraus­setzungen als Arbeits­unfall oder Berufs­krankheit. Das berichtet die Stiftung Warentest in ihrer Zeitschrift „Finanztest“ (Ausgabe 10/21).

Erkrankte haben Anspruch auf Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung

Sie übernimmt zum Beispiel Behandlungen und zahlt bei Langzeit­folgen eine Verletzten­rente. Im Todesfall unterstützt sie die Hinter­bliebenen finanziell. Doch die Leistungen gibt es nicht automatisch. Manchmal hakt es schon am Arbeitgeber, der die Infektion beim zuständigen Unfallv­ersicherungs­träger anzeigen muss. Notfalls können Arbeit­nehmer das aber auch selbst tun.

Corona-Infektion dem Unfallversicherungsträger melden

Voraussetzung sind erstmal ein positiver PCR-Test und mindestens leichte Symptome. Tipp: Eine Corona-Infektion am Arbeits­platz auch bei nur mildem Verlauf dem Unfallv­ersicherungs­träger melden, für den Fall, dass später Langzeit­folgen auftreten. Auch wer keine Symptome hat, sollte sich alles notieren und den Arbeitgeber bitten, die Infektion im sogenannten Verbandbuch fest­zuhalten. So kann die Infektion noch nachträglich gemeldet werden.

Nachweis kann schwer sein

Doch wie kann man nachweisen, dass man sich ausgerechnet im Job infiziert hat? Wer in Gesundheits­dienst, Wohlfahrts­pflege oder Labor arbeitet und unter Infektions­folgen leidet, muss das nicht extra belegen. Hier kann eine Berufs­krankheit anerkannt werden. Ein höheres Infektions­risiko gilt von vornherein auch für andere Berufe wie Friseure oder Kosmetikerinnen.

Es gilt dagegen nicht etwa für Lehrerinnen oder Kassierer. Diese und andere Berufs­gruppen können zumindest einen Arbeits­unfall anzeigen. Dafür müssen Betroffene allerdings genau darlegen, dass sie in ihrem Job engen Kontakt zu einer infizierten Person hatten.

Enger Kontakt, das heißt konkret: länger als zehn Minuten ohne Maske und unter 1,5 Meter Abstand. Oder es gab ein Gespräch ohne Maske und Mindest­abstand. Oder man war länger als zehn Minuten gemeinsam in einem schlecht belüfteten Raum.

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Drei Tage krankschreiben lassen

Alle solchen Kontakte aus den 14 Tagen vor dem eigenen positiven PCR-Test müssen aufgeführt werden. Wer allerdings auch im privaten Bereich Kontakt zu Infizierten hatte, dem wird ein Arbeits­unfall in der Regel nicht anerkannt.

Außerdem wichtig

Bei Arbeits­unfällen müssen Betroffene mindestens drei Tage krank­geschrieben sein. Auch bei milden Symptomen ist somit ein Attest vom Arzt nötig.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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