wichtiger technischer Hinweis:
Sie sehen diese Hinweismeldung, weil Sie entweder die Darstellung von Cascading Style Sheets (CSS) in Ihrem Browser unterbunden haben, Ihr Browser nicht vollstndig mit dem Standard HTML 5 kompatibel ist oder ihr Browsercache die Stylesheet-Angaben 'verschluckt' hat. Lesen Sie mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zum Design dieser Homepage unter folgender Adresse:   ->  weitere Hinweise und Informationen
Bitte benutzen Sie zum Drucken dieser Seite die Druckfunktion Ihres Browsers!
Suche
Anwalt gesucht?
Anwalt gefunden!
Sie haben ein rechtliches Problem? Eine individuelle Rechtsfrage? Streit mit dem Nachbarn, Chef oder Ämtern?Gehen Sie auf Nummer sicher und holen Sie sich den fachkundigen Rat eines Rechtsanwalts.Hier im Deutschen Anwaltsregister finden Sie immer den passenden Rechtsanwalt in Ihrer Nähe.Nutzen Síe Ihr Recht!

Reiserecht, Schadensersatzrecht und Verbraucherrecht | 01.03.2021

Stornierung

Corona-Pandemie: Pauschal­reisen nicht zu früh kündigen

So lassen sich Storno­gebühren vermeiden

Infektions­risiko, geänderte Flüge, Masken­pflicht: Nicht jeder möchte seine gebuchte Pauschal­reise in Corona-Zeiten auch antreten. Ein Experte erklärt, wie und wann sich Storno­gebühren vermeiden lassen.

Wer angesichts der Pandemie und möglicher Einschränkungen vor Ort seinen Pauschal­urlaub doch nicht antreten möchte, sollte nicht vorschnell kündigen. Sonst besteht das Risiko, dass hohe Stornierungs­gebühren anfallen.

Nicht zu früh stornieren

„Man sollte nie zu früh stornieren, sondern erst etwa vier bis fünf Wochen vor dem Abreise­termin“, rät der Reiserechts­experte Prof. Ernst Führich aus Kempten. Dann seien die Inzidenz, die allgemeinen Beeinträchtigungen vor Ort und mögliche Leistungs­änderungen des Reisepakets absehbar - eine gute Argumentations­grundlage, um von der Reise zurückzutreten. Die Restzahlung sei dann nicht mehr zu leisten.

„Wer dagegen sehr früh storniert, weil er später hohe Storno­gebühren fürchtet, kann wahrscheinlich keine Beweise für eine erhebliche Beeinträchtigung vorbringen, denn die Reise findet ja erst in einigen Wochen oder Monaten statt“, erklärt Führich. Der Reise­veranstalter kann sich dann auf den Standpunkt stellen: Derzeit sieht es danach aus, dass die Reise wie gebucht stattfinden kann.

Schwelle für kostenlosen Rücktritt ist eher niedrig

Storniert ein Pauschal­urlauber dann recht kurzfristig, muss er Argumente haben, warum die Reise beeinträchtigt sein wird. „Klar ist der Fall, wenn eine Reise­warnung vorliegt“, sagt Führich. „Sie gilt als eindeutiges Indiz für außergewöhnliche Umstände, die eine Reise erheblich beeinträchtigen.“ Urlauber sollten dann binnen 14 Tagen ihr angezahltes Geld zurück­bekommen. Das ist gesetzlich vorgeschrieben. „Einen Gutschein muss ich nicht akzeptieren.“

Liegt keine Reise­warnung vor, ist die Lage weniger eindeutig - aber trotzdem kann eine gebühren­freie Stornierung gerechtfertigt sein. Führichs Erfahrung nach erklären die Gerichte einen kostenlosen Reise­rücktritt bereits dann für rechtens, wenn die Wahrscheinlichkeit einer außergewöhnlichen Beeinträchtigung zum Reise­zeitpunkt bei 25 Prozent liegt. „Die Schwelle stammt vom Bundes­gerichts­hof und wird also sehr niedrig angelegt“, erklärt der Experte. Meist gebe es Urteile oder Vergleiche zugunsten der Urlauber.

Manche Pandemie-Einschränkung ist zu akzeptieren

Anderer­seits fällt nicht alles unter die Kategorie erhebliche Beeinträchtigung, was eine Urlauberin oder ein Urlauber so empfindet. „Wenn im Hotel nichts los ist, nur ein Essenssaal geöffnet hat und Masken­pflicht herrscht, dann zählt so etwas nach einem Jahr Pandemie einfach zum allgemeinen Lebens­risiko, das man hinnehmen muss“, sagt Führich. Die Ein­schränkung der gebuchten Reise­leistungen oder das Infektions­risiko müsse durchaus erheblich oder höher als zu Hause sein. Erst dann ist die kostenlose Stornierung möglich.

„Ganz allgemein auf die Pandemie können sich Urlauber ohnehin nicht beziehen“, sagt Führich. „Sie müssen konkret vortragen, worin genau die Einschränkungen bestehen.“ Beispiele: Die gebuchte Flug­verbindung oder das Hotel stehen nicht mehr zur Verfügung, Ausflüge oder Landgänge bei Kreuz­fahrten sind nicht mehr möglich. Oder es gibt eine Pflicht zur Quarantäne nach Einreise. Auch ein hohes Infektions­risiko im Urlaubs­gebiet kann eine solche Ein­schränkung sein.

Wichtig:

„Was ich bei der Buchung sehenden Auges akzeptiert habe, kann ich hinterher nicht mehr monieren“, betont Führich.

Gerichts­urteile zur Corona-Pandemie finden sich unter anderem in der Kemptener Reise­mängelt­abelle (Abschnitt 4.9).

Quelle: dpa/DAWR/ab
BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertung: keine Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0/0/5/0





       Sie sind Anwalt?! Werden Sie ein Teil vom Deutschen Anwaltsregister (DAWR) und stellen Sie sich und Ihre Kanzlei ausführlich vor!Profitieren Sie von der großen Reichweite des DAWR und seiner Partnerportale.Klicken Sie hier und nutzen Sie jetzt Ihre Gelegenheit
auf mehr Mandate aus dem Internet!

#8062

URL dieses Artikels: https://www.dawr/d8062
 für RechtsanwälteEin Kanzleiprofil beim DAWR kann auch Ihnen helfen!