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EU-Recht, Reiserecht und Verbraucherrecht | 03.08.2020

Reise­warnung

Corona-Pandemie: Reise­warnung für Barcelona

Reise­warnung wegen steigender Zahlen von Corona-Infektionen teilweise reaktiviert

Erst vor knapp sechs Wochen wurde die Reise­warnung für Spanien aufgehoben. Jetzt wird sie wegen einer Welle von Neu­infektionen teilweise reaktiviert - ein weiterer Schlag für die Tourismus­branche des Landes.

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Wegen der stark steigenden Zahl von Corona-Infektionen in Spanien warnt das Auswärtige Amt nun vor touristischen Reisen in drei Regionen des belieb­testen Urlaubs­lands der Deutschen. Betroffen sind Katalonien mit der Touristen­metropole Barcelona und den Stränden der Costa Brava sowie die westlich davon im Landes­inneren liegenden Regionen Aragón und Navarra, nicht aber Mallorca und auch nicht die Kanaren.

Trotzdem ist der Schritt ein weiterer schwerer Schlag für die spanische Tourismus­branche, die zu Normal­zeiten 12 Prozent der spanischen Wirtschafts­kraft ausmacht. Weitere deutsche Urlauber dürften abgeschreckt werden. Zumal auf der besonders beliebten Ferieninsel Mallorca erstmals ein Urlauber positiv auf Corona getestet wurde. Alle Rückkehrer aus dem Urlaub können sich kostenlos testen lassen.

Reisewarnung kommt nicht ganz überraschend

Bereits am Dienstag hatte das Auswärtige Amt von Urlaubs­reisen in die drei stark betroffenen spanischen Regionen abgeraten. Das ist quasi eine Alarmstufe unter der Reise­warnung, die nun auch eine kostenlose Stornierung von Reisen ermöglicht.

Die Lage verschlechterte sich aber weiter. Das Robert Koch-Institut (RKI)meldete zunächst, dass in allen drei Regionen die Grenze von 50 Neu­infizierten pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschritten wurde und stufte sie als Risiko­gebiete ein. Wenige Stunden später folgte die Reise­warnung, für die dieselbe Obergrenze bei den Neu­infektionen gilt.

Testpflicht für Risikogebiete

Die Einstufung als Risiko­gebiet bedeutet, dass auch für die Rückkehrer aus Katalonien, Aragón und Navarra ab nächster Woche eine Corona-Testpflicht gelten wird: Wer aus einem solchen Gebiet kommt, muss sich dann entweder innerhalb von 48 Stunden vor der Einreise testen lassen oder binnen 72 Stunden nach der Einreise. Bis ein negatives Ergebnis da ist, muss man in Deutschland in häusliche Quarantäne. Bis diese Verordnung in Kraft tritt, gilt noch: Wer aus Risiko­gebieten kommt, muss direkt für 14 Tage in häusliche Quarantäne und sich beim Gesundheits­amt melden. Möglich ist auch, ein negatives Test­ergebnis vorzulegen, das höchstens 48 Stunden alt ist.

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Tests ab sofort kostenlos

Die kostenlosen Tests gelten für alle Urlauber, die aus dem Ausland zurück­kehren: Jeder kann sich kostenfrei testen lassen, ob er Krankheits­symptome zeigt oder nicht. Die Tests können innerhalb von 72 Stunden nach der Einreise gemacht werden - zum Beispiel an Test­stationen an Flughäfen, Bahnhöfen und anderen Reiseknoten­punkten, in Gesundheits­ämtern oder Praxen. Teststellen soll man zudem unter der ärztlichen Service­nummer 116.117 erfragen können. Übernommen werden auch die Kosten für einen Wiederholungs­test pro Person. Als Reise­rückkehrer ausweisen kann man sich zum Beispiel durch einen Boarding-Pass, ein Ticket, eine Hotel­rechnung oder andere Nachweise eines Auslands­aufenthalts. Je nach Auslastung der Testzentren sollte das Ergebnis nach etwa 24 bis 48 Stunden vorliegen, erläuterte das Gesundheits­ministerium.

Spanien: Ein Schritt zurück in düstere Zeiten

Das Urlaubsland Nummer eins der Deutschen fällt nun wieder ein Stück in die düsteren Zeiten des Frühjahres zurück. Das Land wurde damals neben Italien und Frankreich am härtesten von der Corona-Pandemie getroffen und reagierte damals mit drastischen Maßnahmen. Der Notstand mit harten Ausgangs­beschränkungen wurde am 21. Juni nach 14 Wochen aufgehoben. Am selben Tag fiel auch die deutsche Reise­warnung. Außen­minister Heiko Maas reiste damals nach Valencia und sagte, er sei zuversichtlich, dass der Urlaub in Spanien „unter den best­möglichen Rahmen­bedingungen“ stattfinden könne. Nun ist Spanien nach Luxemburg das zweite Land der Europäischen Union, für das wieder vor Urlaubs­reisen gewarnt wird - zumindest teilweise.

Seit dem Ende des Corona-Notstandes gab es nach Angaben des Gesundheits­ministeriums in Madrid insgesamt schon wieder mehr als 600 lokale Ausbrüche. Die Zahl der Neu­infizierten während der vergangenen zwei Wochen wird mit mehr als 27.000 angegeben, die meisten davon im Großraum Barcelona und um die Stadt Lleida im Westen Kataloniens. Im Unterschied zu März und April sind die Betroffenen aber viel jünger und oft ohne Symptome. Die Behörden betonen, die Pandemie sei weiter unter Kontrolle.

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Dramatischer Wirtschaftseinbruch

Am selben Tag der schlechten Nachricht aus Deutschland veröffentlichte das nationale Statistik­institut INE dramatische Zahlen zum Wirtschafts­einbruch. Demnach schrumpfte die Wirtschafts­leistung in den Monaten April bis Juni, also während der strengen Ausgangs­beschränkungen, im Quartals­vergleich um 18,5 Prozent. Es ist der stärkste konjunkturelle Rückschlag in einem europäischen Land im zweiten Quartal, der bisher gemeldet wurde.

Spanischer Urlauber auf Mallorca in Quarantäne

Auf Mallorca wurde erstmals seit der Wieder­eröffnung für den internationalen Tourismus eine Person, die dort Urlaub machte, positiv auf das Corona-Virus getestet und in Quarantäne geschickt. Es handele sich um einen Spanier, der zusammen mit seinen neun, ebenfalls aus Spanien kommenden Begleitern in einem Hotel untergebracht worden sei, sagte eine Sprecherin der regionalen Gesundheits­behörde der Deutschen Presse-Agentur.

Ein schwerer Rückschlag für den spanischen Tourismus war zuvor bereits die Ent­scheidung der britischen Regierung gewesen, für alle Rückkehrer aus Spanien eine vierzehn­tägige Quarantäne anzuordnen. Daraufhin stornierten viele Urlauber ihre Reser­vierungen.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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