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Arbeitsrecht | 06.02.2019

Probe­arbeiten

Darf ein Bewerber vom potentiellen neuen Arbeitgeber zum Probe­arbeiten verpflichtet werden?

Vereinbarung zum Probe­arbeiten ist rechtmäßig

Die Bewerbung war erfolgreich, doch noch ist der Job nicht in der Tasche. „Gerne möchten wir Sie zu einem Tag Probe­arbeiten einladen“, heißt es in der E-Mail des Wunsch-Arbeit­gebers. Für den Bewerber bedeutet das: Einen Tag seine Fähigkeiten unter Beweis stellen und sich dem Arbeitgeber von der besten Seite zeigen. Darf der Arbeitgeber das von einem Bewerber verlangen?

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„Das ist eine heikle Sache“, so die Einschätzung von Johannes Schipp, Fachanwalt für Arbeits­recht und Vorsitzender der Arbeits­gemeinschaft Arbeits­recht im Deutschen Anwalt­verein. In der Regel sei eine Vereinbarung zum Probe­arbeiten zwar rechtens, allerdings nur, wenn der Bewerber auch entlohnt wird.

Konkrete Arbeitsleistung muss entlohnt werden

„Immer, wenn ein konkrete Arbeits­leistung erbracht wird, muss derjenige dafür auch Geld bekommen“, so Rechtsanwalt Johannes Schipp. Eine solche konkrete Arbeits­leistung liegt laut Schipp zum Beispiel vor, wenn jemand sich für einen Job als Bedienung beworben hat und dann den ganzen Tag mithilft - also Gäste bedient, abkassiert und Getränke ausschenkt.

Keine gesetzliche Regelung zur Dauer

Wie lange ein Arbeitgeber Bewerber zum Probe­arbeiten verpflichten kann, ist gesetzlich nicht geregelt, erklärt Rechtsanwalt Johannes Schipp. „Jemanden einfach zwei Wochen ohne Bezahlung zur „Probe“ arbeiten zu lassen, geht aber natürlich nicht.“

Kein Vertrag notwendig

Einen Vertrag brauchen Bewerber zum Probe­arbeiten nicht. „Für den Arbeit­nehmer reicht an dieser Stelle auch die mündliche Vereinbarung“, sagt Rechtsanwalt Johannes Schipp.

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Quelle: dpa/DAWR/ab
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