wichtiger technischer Hinweis:
Sie sehen diese Hinweismeldung, weil Sie entweder die Darstellung von Cascading Style Sheets (CSS) in Ihrem Browser unterbunden haben, Ihr Browser nicht vollstndig mit dem Standard HTML 5 kompatibel ist oder ihr Browsercache die Stylesheet-Angaben 'verschluckt' hat. Lesen Sie mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zum Design dieser Homepage unter folgender Adresse:   ->  weitere Hinweise und Informationen
Suche
Anwalt gesucht?
Anwalt gefunden!
Sie haben ein rechtliches Problem? Eine individuelle Rechtsfrage? Streit mit dem Nachbarn, Chef oder Ämtern?Gehen Sie auf Nummer sicher und holen Sie sich den fachkundigen Rat eines Rechtsanwalts.Hier im Deutschen Anwaltsregister finden Sie immer den passenden Rechtsanwalt in Ihrer Nähe.Nutzen Síe Ihr Recht!

Arbeitsrecht | 16.11.2022

Probe­arbeiten

Das Einfühlungs­verhältnis: Was ist beim Probe­arbeiten zulässig?

Wichtige Fragen und Antworten im Überblick

Manche Arbeitgeber wünschen sich von Be­werberinnen und Bewerbern, dass sie vor einem möglichen Job-Antritt zur Probe arbeiten. Aber: Welche Regeln gelten eigentlich für diese Zeit?

Werbung

Das Bewerbungs­verfahren um eine ausgeschriebene Stelle ist schon weit fort­geschritten. Doch nun will der Arbeitgeber auf Nummer sicher gehen und verlangt, dass die Bewerberin oder der Bewerberin für einige Tage zur Probe arbeitet. Welche Rechte und Pflichten gehen damit einher?

In welchen Branchen ist ein Probearbeiten überhaupt üblich?

Es kann in allen Branchen vorkommen, dass Arbeitgeber ein Probe­arbeiten verlangen. „Wobei das Wort Probearbeit irre­führend ist“, sagt Jürgen Markowski, Fachanwalt für Arbeits­recht aus Offenburg.

Es geht nicht darum, dass Be­werberinnen oder Bewerber Arbeits­leistung erbringen und dafür eine Vergütung bekommen. Vielmehr handelt es sich in aller Regel um ein sogenanntes Einfühlungs­verhältnis. In kleineren Unternehmen kommt das laut Markowski häufiger vor. Dort sei der persönliche Kontakt zwischen Chefebene und Mit­arbeitenden oftmals intensiver.

Welche Gründe sprechen für ein Einfühlungsverhältnis?

„Beschäftigte und Arbeitgeber lernen sich näher kennen und loten unverbindlich aus, ob es miteinander passt“, sagt Nathalie Oberthür, Fach­anwältin für Arbeits­recht aus Köln. Der Arbeitgeber kann zum Beispiel Feedback von unmittelbaren Kolleginnen und Kollegen einholen. Können sie sich vorstellen, künftig mit der Kandidatin oder dem Kandidaten zusammen­zuarbeiten?

Das Probe­arbeiten kann auch Vorteile für Be­werberinnen und Bewerber selbst haben. Sie können prüfen, ob das Unternehmen oder die Position zu ihnen passt. „Letztendlich ist es doch unschön, wenn man in der Probezeit während eines offiziellen Arbeits­verhältnisses feststellen muss, dass man nicht miteinander kann und dann kündigt“, sagt Markowski. Eine Kündigung in der Probezeit mache sich unter Umständen auch nicht gut im Lebenslauf.

Aber verbirgt sich hinter dem Ansinnen des Arbeit­gebers nach einem Einfühlungs­verhältnis nicht eigentlich Misstrauen? „In der Regel nicht“, sagt Oberthür. Denn im Bewerbungs­gespräch lasse sich nur begrenzt einschätzen, ob ein potenzieller Mitarbeiter im Alltag zum Beispiel freundlich auftritt oder wie er oder sie auf andere zugeht und mit ihnen kommuniziert.

Werbung

Wie lange darf so ein Einfühlungsverhältnis eigentlich dauern?

Ein Einfühlungs­verhältnis ist immer zeitlich begrenzt. „Arbeits­rechtlich ist eine Dauer von bis zu einer Woche erlaubt“, sagt Markowski. In der Regel sind es bis zu zwei Tage. Je länger das sogenannte Einfühlungs­verhältnis dauert, desto eher ist es juristisch als ein Arbeits­verhältnis zu bewerten, das nicht zuletzt auch mit einem Vergütungs­anspruch einhergeht.

Brauche ich für die Probearbeit einen Vertrag?

„Das ist beiden Seiten dringend zu empfehlen“, sagt Oberthür, die Vorsitzende des Ausschusses Arbeits­recht im Deutschen Anwalt­verein ist. In einem Vertrag vereinbaren Arbeitgeber und Bewerber schriftlich, wie lange das Einfühlungs­verhältnis dauert, dass dies kein Arbeits­verhältnis begründet und dass somit auch kein Vergütungs­anspruch entsteht. „Allenfalls kann es eine Ent­schädigung etwa in Form von Erstattung der Fahrkosten geben“, sagt Markowski.

Was kommt bei einem Einfühlungsverhältnis auf Bewerberinnen und Bewerber zu?

Der Arbeitgeber darf dem Bewerber oder der Bewerberin keine Weisungen erteilen und sie nicht in Arbeits­prozesse einbinden. Bewerber müssen zum Beispiel auch nicht pünktlich zu einer bestimmten Uhrzeit erscheinen. „Der Punkt, Dienst­kleidung zu tragen, entfällt ebenfalls“, so Markowski. Ein konkretes Arbeits­ergebnis darf es nicht geben. „Bewerber laufen einfach mal mit, mehr nicht.“

Wer etwa in der Gastronomie zur Probe arbeitet, darf durchaus mal Kunden­bestellungen aufnehmen, Tabletts tragen und allgemein im Restaurant mitlaufen. Be­werberinnen und Bewerber aber für einige Tage als Ersatzkraft für fehlende Angestellte einzusetzen, würde aus arbeits­rechtlicher Sicht bereits ein Arbeits­verhältnis darstellen.

Werbung

Worauf sollten Bewerberinnen und Bewerber achten

Kommt es letztendlich doch dazu, dass eine Kandidatin oder ein Kandidat eine Woche lang voll mitarbeitet, sollte er oder sie Bezahlung einfordern - vor allem, wenn er oder sie den Job nicht bekommt. „Wer konkrete Arbeitser­gebnisse erbringt, hat Anspruch auf Vergütung - auch wenn dieses vermeintliche Einfühlungs­verhältnis weniger als eine Woche dauert“, sagt Markowski.

Was gilt in Sachen Versicherungen?

Jobsuchende sind noch keine Beschäftigten und damit nicht in der gesetzlichen Unfall­versicherung versichert. Sie können aber aus­nahmsweise mit einzelnen Tätigk­eiten unter den Versicherungs­schutz fallen, sagt Oberthür. Etwa dann, wenn sie für das Unternehmen eine „Arbeits­leistung von wirtschaftlichem Wert“ erbringen.

Quelle: dpa/DAWR/ab
BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertung: 4 (max. 5)  -  3 Abstimmungsergebnisse Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0





       Sie sind Anwalt?! Werden Sie ein Teil vom Deutschen Anwaltsregister (DAWR) und stellen Sie sich und Ihre Kanzlei ausführlich vor!Profitieren Sie von der großen Reichweite des DAWR und seiner Partnerportale.Klicken Sie hier und nutzen Sie jetzt Ihre Gelegenheit
auf mehr Mandate aus dem Internet!

#9900