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Steuerrecht und Verfassungsrecht | 06.09.2019

Kirchengeld

Das besondere Kirchgeld: Die Steuer nach dem Kirchen­austritt

Austritt schützt nicht vor Kirchen­steuer

Mit dem Austritt aus der Kirche entfällt die Kirchen­steuer. Einen Schluss­strich bedeutet das aber nicht immer: Wenn der Ehepartner weiter Mitglied ist, kann sich sein Beitrag sogar erhöhen.

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Wer aus der Kirche austritt, zahlt anschließend keine Kirchen­steuer mehr. Dennoch kann ein Teil des Einkommens an die Glaubens­gemein­schaft fließen, wenn der Ehepartner weiter Mitglied ist. In manchen Teilen Deutschlands muss er das besondere Kirchgeld zahlen, wenn das sogenannte glaubens­verschiedene Ehepaar eine gemeinsame Steuer­erklärung abgibt.

Berechnungsgrundlage ist gemeinsam zu versteuerndes Einkommen

Das Finanzamt berechnet diesen Beitrag auf der Grundlage des gemeinsam zu ver­steuernden Einkommens. Diese Praxis hat das Bundes­verfassungs­gericht mehrmals bestätigt (Bundesverfassungsgericht, Beschluss vom 12.11.2010, Az. 2 BvR 591/06, 2 BvR 1689/09, 2 BvR 2698/09, 2 BvR 2715/09, 2 BvR 148/10, 2 BvR 816/10). Gestaffelt nach Einkommen werden nach Angaben der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Deutschen Bischofs­konferenz jährlich zwischen 96 und 3.600 Euro fällig, die das Kirchen­mitglied anstelle der Kirchen­steuer zahlt.

Einer zahlt für zwei

Das besondere Kirchgeld wird nur dann erhoben, wenn es die Kirchen­einkommen­steuer übersteigt. Dies kann dazu führen, dass ein Mitglied nun mehr Geld an die Kirche zahlt, weil der Partner ausgetreten ist.

Ein Beispiel:

Eine gut verdienende Ingenieurin ist aus der Kirche ausgetreten. Ihr Ehemann, der als Friseur ein geringeres Gehalt bekommt, ist weiter Mitglied. Die beiden lassen sich steuerlich gemeinsam veranlagen. Da zur Berechnung des Beitrags an die Kirche das gemeinsame zu ver­steuernde Einkommen berücksichtigt wird, zahlt der Friseur mehr als zuvor. Denn zuvor wurde die Hälfte der Kirchen­steuer seiner Partnerin zugerechnet.

Dies gilt allerdings nicht in allen Regionen Deutschlands: Das besondere Kirchgeld verlangen die römisch-katholischen Bistümer außerhalb Bayerns, Baden-Württembergs und Nordrhein-Westfalens sowie alle evangelischen Landes­kirchen bis auf die bayerische.

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So funktioniert der Austritt problemlos

Mit dem Austritt aus der Kirche endet dagegen die Pflicht, Kirchen­steuer zu zahlen, erklärt Erich Nöll vom Bundes­verband der Lohn­steuerhilfe­vereine. Er rät: „Beim nächsten Steuer­bescheid sollte man genau schauen, dass die Kirchen­steuer nur für diesen Teil des Jahres, in dem man noch in der Kirche war, berechnet wird.“

Der Austritt ist nur persönlich bei der zuständigen Stelle möglich. Je nach Bundesland ist dies das Amtsgericht oder das Standesamt. Einen Grund muss niemand angeben, der austreten möchte. „In der Regel kostet das eine einmalige Gebühr“, so Erich Nöll.

Wer aus der Kirche ausgetreten ist, sollte dann prüfen, dass die Änderung auf der Lohnsteuer­karte vermerkt ist. Sonst wird weiter die Kirchen­steuer erhoben. Mit der Bescheinigung des Austritts können dies ehemalige Mitglieder im Zweifel nachweisen.

Kirchensteuer ist als Sonderausgaben absetzbar

Die Belastung durch die Kirchen­steuer ist aber auch für Mitglieder geringer als die veranschlagte Kirchen­steuer, erklärt Erich Nöll. „Kirchen­steuer ist wie Spenden in voller Höhe steuerlich absetzbar. Sie wird bei den Sonder­ausgaben geltend gemacht und entsprechend des Steuer­satzes gibt es eine Steuer­erstattung.“

Ausgenommen ist allerdings die Kapital­ertrag­steuer, die Banken automatisch einbehalten, sobald der jährliche Freibetrag auf Zins-und Dividenden­einkünfte (801 Euro, für Ehepaare 1.602 Euro) überschritten ist. Bei der Berechnung berücksichtigt das Geld­institut die Kirchen­steuer bereits.

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Quelle: dpa/DAWR/ab
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