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Verbraucherrecht | 09.01.2018

Wohnungs­suche

Die Sprache der Wohnungs­annoncen: Was hinter den gängigen Codes steckt

Worauf Wohnungs­suchende achten sollten

ZKB, HZK, Wfl und Abl - was nach einem bekannten Song der Hip-Hopper Fanta 4 klingt, ist langweilige Makler­sprache. Sie verwirren damit in Anzeigen so manchen ihrer Kunden bei der Suche nach der neuen Wohnung oder dem neuen Haus. Zeit für eine Übersetzung.

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Wohnungs­annoncen haben ihre eigene Sprache. Die Inserenten wollen auf relativ knappem Raum möglichst viele Informationen geben. Und natürlich ihre Wohnung in einem guten Licht darstellen. Dabei werden gern Codes verwendet, die mehrdeutig sind und den Interessenten auch einmal in die Irre führen können.

Formulierungen in Wohnungsannoncen

„In Wohnungs­annoncen finden sich oft Formulierungen, die gut klingen, aber bei näherem Hinschauen problematisch sein können“, erklärt Siegmund Chychla, Vorsitzender des Mieter­vereins zu Hamburg. Eine Wohnung in zentraler oder gefragter Lage kann natürlich ein schönes Quartier in der Stadt sein. „Aber die Formulierung lässt eher befürchten, dass das Mietobjekt an einer stark befahrenen Kreuzung gelegen ist. Oder dass es sich um ein Szene­quartier handelt, in dem bis spät in die Nacht gefeiert wird.“

Mit einer „gut erhaltenen Wohnung“ sind meistens nicht modernisierte Wohnungen mit Ursprungs­standard gemeint. „Lichtdurchflutete Wohnungen“ erweisen sich im Sommer oft als Saunen, die das Wohnen be­schwer­lich machen können. Und „verkehrs­günstig gelegen“ kann heißen, dass öffentliche Verkehrs­mittel in der Nähe sind - aber auch, dass das Gebäude an Autobahn­anschlüssen, Verkehrs­knoten­punkten oder Bahn­anschlüssen liegt.

Wird ein „seriöses Umfeld“ angepriesen, muss man darauf gefasst sein, dass sich die Wohnung in einem Geschäfts­viertel befindet, in dem tagsüber keine Parkplätze zur Verfügung stehen und abends die Bürger­steige hoch­geklappt werden. „Familien­freundlich“ kann bedeuten, dass die Nach­barschaft sehr laut ist. „Sehr oft sind damit in unmittelbarer Nähe liegende Kinder­gärten, Schulen oder Spiel­plätze gemeint“, erklärt Siegmund Chychla. Wer „unberührte Natur“ liebt, muss sich darauf gefasst machen, lange Autofahrten zur Arbeit, zum Einkaufen oder zum Arzt zu absolvieren.

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Abkürzungen: HZK, KT und Co.

„Vor allem private Vermieter, die in Zeitungen inserieren, nutzen gerne kurze Formulierungen“, sagt Gerold Happ vom Eigentümer­verband Haus & Grund Deutschland in Berlin. Sie verwenden aus Platz­gründen auch Ab­kürzungen, die auf den ersten Blick verwirrend sein können. „KM 500+NK+HZK+KT“ steht zum Beispiel für Netto­kalt­miete 500 Euro plus Nebenkosten und Heizung sowie zuzüglich Mietkaution. Die Abkürzung Wfl ist die Wohnfläche, Z heißt Zimmer, ZB bedeutet Zimmer mit Bad. Bei ZE handelt sich um lediglich um ein Zimmer, ZKB ist ein Zimmer mit Küche und Bad, und ZKD ein Zimmer mit Küche und Dusche.

Vorsicht vor Abkürzungen mit zusätzlichen Kosten

Vorsicht ist bei Ab­kürzungen angebracht, die mit zusätzlichen Kosten verbunden sind. Steht zum Beispiel „Abst.“ in der Anzeige, soll eine Abstandsz­ahlung geleistet werden. Der Interessent soll also für das bloße Freimachen der Wohnung von einem Vermieter oder Vormieter bezahlen. Derartige Absprachen sind nach Auskunft des Deutschen Mieterbunds aber unwirksam.

Wird allerdings „Abl.“ gefordert - also eine Ablöse -, ist das rechtlich in Ordnung. Ablösevereinbarungen sind Kauf­verträge, durch die der Vormieter Einrichtungs­gegenstände an den Nachmieter abtritt. Derartige Ver­einbarungen sind so lange zulässig, wie Preis und Gegen­leistung nicht in einem auffälligen Miss­verhältnis stehen. Unzulässig sind Ablösevereinbarungen, wenn der Kaufpreis mehr als 50 Prozent über dem Wert des Kauf­gegen­standes liegt.

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Internetanzeigen bieten mehr Transparenz

Die Mehrzahl der Wohnungen wird heute auf Online-Portalen angeboten. „Missverständliche Formulierungen wie „verkehrs­günstige Lage“ sind damit nicht verschwunden, aber die Immobilien können im Netz ausführlicher beschrieben und mit Fotos versehen werden“, sagt Sun Jensch, Bundes­geschäftsführerin des Immobilien­verbands Deutschland (IVD) in Berlin. „Die Portale haben deutlich mehr Transparenz in den Immobilien­markt gebracht. Die Vermittlung von Wohnungen ist damit professioneller und schneller geworden.“

Auf Online-Portalen werden zwar weniger Ab­kürzungen benutzt als in Zeitungs­anzeigen, Nutzer sollten trotzdem genau hinschauen. Zum Beispiel bei den Fotos. „Die sind zwar hilfreich, verschaffen aber allein auch kein vollständiges Bild der Wohnung“, findet Gerold Happ. „Oder die Lage­beschreibung ist sehr vage.“ Um zu sehen, wie es vor Ort aussieht, muss man noch nicht einmal immer selber hinfahren. „Man kann bequem von zu Hause aus bei Online-Karten­diensten nachschauen, mit denen Immobilien­portale oft verlinkt sind. Allerdings ist das Karten­material manchmal auch schon ein paar Jahre alt.“

Quelle: dpa/DAWR/ab
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