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Internetrecht und Verbraucherrecht | 15.08.2018

Online­shopping

Die Tricks der Waren­betrüger beim Online­shopping

Manipulierte oder ausgetauschte Produkte - die Fallen beim Online­shopping

Im Internet sah alles so gut aus. Aber als die Ware ankommt, ist der Traum geplatzt: Immer wieder werden Online-Käufer mit manipulierten oder ausgetauschten Produkten sowie mit Plagiaten konfrontiert. Nur wer die Fallen beim Online­shopping kennt, kann sich schützen.

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Im Geschäft merkt man beim unverbindlichen Anfassen sofort, wenn etwa ein Gerät schlecht verarbeitet ist. Online muss man die Ware erst einmal kaufen und dann warten, bis das Paket da ist, um das bewerten zu können. Immerhin: Online­käufern steht mit wenigen Ausnahmen ein 14-tägiges Widerrufs­recht zu - und das ohne Angabe von Gründen. „Das bedeutet eben, dass der Vertrag dann nicht zustande kommt und dass der Händler das Geld zurück­überweisen muss“, erklärt Michael Knobloch von der Verbraucher­zentrale Hamburg. „Im Gegenzug dazu muss dann die Ware zurückgeschickt werden.“ Das Rücktritts­recht beseitigt aber nicht alle Risiken.

Vorsicht vor Fake-Shops

Wichtig sei erst mal, dass der Händler auch wirklich einer ist, sagt Michael Knobloch. „Es gibt viele Fake-Shops, die gar nichts verkaufen, sondern nur so tun als ob. Sie haben ein professionelles Design der Internet­seiten, man bestellt dort und geht in Vorkasse, aber dann bekommt man nicht das, was man bestellt hat oder eben sogar gar nichts.“ Vorsicht sei geboten, wenn auf der Seite schlechtes Deutsch überwiegt, es kein Impressum gibt, der Firmensitz außerhalb von Europa liege und nur Vorkasse angeboten wird.

Und dann gebe es noch Shops, die statt Originalen Fälschungen verschicken, erklärt Michael Knobloch. Bei solchen offensichtlichen betrügerischen Verkäufern könne man nicht damit rechnen, von seinem Widerrufs­recht Gebrauch machen zu können. Letzteres gelte auch bei Händlern von anderen Kontinenten - wie etwa China: „Und wie will man in einem so fernen Land dann seine Rechte durchsetzen?“

Peter Gretenkord vom Aktions­kreis gegen Produkt- und Marken­piraterie glaubt, dass man Fälschungen oder Plagiate oft recht leicht erkennen kann: „Wenn man ein Luxus­produkt bestellt, dann erwartet man natürlich, dass es tadellos verarbeitet ist“, sagt er. „Und wenn man es dann in der Hand hält und sieht, dass es unsauber verarbeitet ist und nicht der Qualität entspricht, die man erwarten würde, dann sollte man sich damit vielleicht noch näher beschäftigen.“ Fehlten zudem Label, Beipack­zettel, Garantien oder Echtheits­zertifikate, seien dies starke Indizien dafür, dass etwas nicht stimmt.

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Finger weg vom Schnäppchenkauf

Jens Buck von der Hamburger Polizei rät grund­sätzlich immer dann zu größter Vorsicht, wenn der vermeintliche Schnäppchen­faktor besonders groß ist. „Wenn man zum Beispiel ein Motorrad in Norwegen kauft, das normalerweise 25.000 Euro kostet, und das wird jetzt für 5.000 oder 10.000 Euro angeboten, und Sie überweisen das, und anschließend wundern Sie sich, dass sie kein Motorrad bekommen“, nennt Buck ein Beispiel. „Da sollte man die Finger davon lassen.“ Und wer nur auf den billigsten Preis schaut, könnte sich im Extremfall sonst auch plötzlich mit dem Vorwurf der Hehlerei konfrontiert sehen, wenn er am Ende etwa auf Online­markt­plätzen gestohlene Waren kauft.

Bei Unstimmigkeiten Händler kontaktieren

Und was ist, wenn man von einem seriösen Händler überraschend ein falsches Produkt oder ein anderes Produkt in der richtigen Verpackung erhalten hat? Der Hamburger Rechtsanwalt Sacha Böttner rät, in solchen Fällen zunächst immer zu versuchen, mit dem Händler in Kontakt zu treten. Manchmal werden Händler von Zulieferern oder auch von Kunden betrogen und geben den Betrug unwissentlich weiter.

Anzeige erstatten

Erst wenn der Händler nicht reagiert oder erklärt, dass der Fehler nicht bei ihm liegt, sollte man erwägen, zur Polizei zu gehen, rät Rechtsanwalt Sacha Böttner. „Wenn man vorher Anzeige erstattet, reagieren die Händler manchmal in Abwehr­haltung und stellen sich dann auf den Standpunkt, wenn sie jetzt das Produkt zurück­nehmen, würden sie damit die Schuld irgendwie eingestehen - was natürlich Quatsch ist.“ In keinem Fall dürfe man aber mit einer Anzeige drohen, da dies versuchte Nötigung sein könne, wenn sich der Verkäufer dadurch unter Druck setzen lässt.

Ist eine Einigung mit dem Händler nicht möglich, und soll Straf­anzeige erstattet werden, sei die einfachste Option dafür die Onlinewache der jeweiligen Landes­polizei, rät Rechtsanwalt Sacha Böttner: „Hier kann man online 24 Stunden am Tag die Anzeige erstatten und auch gleich PDF-oder Word-Dokumente und Unterlagen, die den Kauf belegen, mit einreichen.“

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Bestellte Waren und Versandstücke dokumentieren

Beim Empfang hoch­wertiger Waren, bei Rück­sendungen an Händler, oder wenn Verbraucher als Verkäufer auf Online­markt­plätzen oder Klein­anzeigen­märkten aktiv werden, ist es generell hilfreich, den Inhalt von Paketen beziehungs­weise das Verpacken und Verschicken der Ware belegen zu können. „Ich würde tatsächlich empfehlen, wertvolle Käufe und Verkäufe auf Ebay durchgängig zu dokumentieren“, rät Rechtsanwalt Böttner.

Ein Zeuge könne beim Ein- oder Auspacken anwesend sein, oder man dokumentiere per Video, wie etwas ins Paket gepackt, das Paket dann verschlossen und beim Paket­dienst­leister eingereicht wird, erklärt Rechtsanwalt Böttner. Dadurch könne später nicht einfach die Behauptung aufgestellt werden, dass eine Ware ausgetauscht worden sei. In diesem Zusammenhang kann es auch sinnvoll sein, etwaige Serien­nummern von ge- oder verkauften Geräten zu fotografieren.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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