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Familienrecht | 14.11.2019

Vormund­schaft

Die Vorsorge für das Undenkbare: Wenn die Eltern plötzlich sterben

Eltern sollten ihre Kinder selbst absichern

Wer kümmert sich um mein minder­jähriges Kind, wenn ich sterbe? Diese Frage sollten sich Eltern so früh wie möglich stellen und Vorsorge treffen.

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Viele Eltern verdrängen den Gedanken, dass sie durch Krankheit oder einen Unfall plötzlich sterben könnten. Dabei ist es wichtig, früh Vorsorge zu treffen.

Noch vor dem finanziellen steht ein anderer Aspekt

„Denn den meisten dürfte nicht egal sein, wer die Vormund­schaft und damit das Sorgerecht für ihr Kind bekommt“, sagt Dietmar Kurze vom Verband Vorsorge Anwalt in Berlin. Genau das können Eltern festlegen. Der Text muss handschriftlich angefertigt und unter­schrieben werden. Die Alternative ist ein notarielles Testament oder ein Erbvertrag.

Die Rechtslage in Sachen Vormundschaft?

Haben Eltern das Sorgerecht für ihr Kind gemeinsam ausgeübt, dann bleibt es nach dem Tod von Mutter oder Vater bei dem hinter­bliebenen Elternteil. „Dabei spielt es keine Rolle, ob die Eltern miteinander verheiratet oder geschieden sind oder ein Paar ohne Trauschein zusammenlebte“, betont Eva Becker, tätig im Ausschuss der Arbeits­gemeinschaft Familien­recht im Deutschen Anwalt­verein.

Sterben beide Elternteile oder der allein­erziehende Elternteil mit alleinigem Sorgerecht, dann ist zunächst unklar, wer Vormund des Kindes wird. Weit verbreitet ist die Vorstellung, dass die Taufpaten eines Kindes im Falle des Todes der Eltern automatisch Vormund des Kindes werden. „Das ist falsch“, erklärt Dietmar Kurze. Kirchliche Traditionen wie Patenschaften haben keinerlei Auswirkungen auf das Zivilrecht. Was aber nicht heißt, dass Paten nicht Vormund eines Kindes werden könnten.

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Vormundschaft kann durch Familiengericht bestimmt werden

„Das aber müssen die Eltern oder der allein­erziehende Elternteil in einer Verfügung bestimmen“, so Dietmar Kurze. Das Sorgerecht geht auch nicht automatisch auf den Lebens­gefährten oder die Lebens­gefährtin einer allein­erziehenden Mutter oder eines allein­erziehenden Vaters über. Wenn das gewollt ist, muss auch dies der oder die Verstorbene verfügt haben.

Wurde kein Vormund für das verwaiste Kind benannt, muss das Jugendamt oder das Familien­gericht darüber entscheiden. Solche Verfahren ziehen sich hin. Das belastet nicht nur das Kind, sondern kann mitunter zu einem Ergebnis führen, das nicht den Wünschen der verstorbenen Person entsprochen hätte. „Um all das zu vermeiden, macht eine Verfügung, die Eltern oder allein­erziehende zu Lebzeiten treffen, viel Sinn“, betont Eberhard Rott, Fachanwalt für Erbrecht.

Einverständnis des gewünschten Vormunds sinnvoll

Aber: Bevor Eltern den Namen des gewünschten Vormunds hinterlegen, sollten sie mit der betroffenen Person erst einmal ausloten, ob sie überhaupt bereit ist, im Falle eines Falles Vormund zu werden. In der Verfügung kann ebenfalls bestimmt werden, dass bestimmte Personen auf keinen Fall Vormund des Kindes werden sollen.

Das hat jedoch Grenzen. „Ist ein Paar geschieden oder getrennt, hat aber das gemeinsame Sorgerecht fürs Kind, dann kann das Elternteil, bei dem das Kind lebt, den anderen Elternteil kaum von der Vormund­schaft ausschließen“, stellt Dietmar Kurze klar.

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Ein Vormund muss volljährig sein

Die Person, der man die Vormund­schaft anträgt, muss volljährig sein. Ratsam ist auch, einen Ersatz-Vormund zu bestimmen. „Eine mögliche Variante wäre, einen Vormund zu benennen, der sich um das Kind kümmert, und eine weitere Person aufzuführen, die für das Kind als Testaments­voll­strecker das geerbte Vermögen verwaltet“, erklärt Rechtsanwalt Eberhard Rott.

Zweiter Vormund ratsam

Selbst wenn kein Vermögen vererbt wird, empfiehlt es sich oft, noch einen zweiten Vormund zu benennen, der sich um die finanziellen Aspekte mitkümmern soll. „Zwei mit der Vormund­schaft beauftragte Personen haben den Vorteil, dass sie sich gegenseitig kontrollieren können - zum Wohle des Kindes“, erklärt Eva Becker.

Kinder erhalten neben einer Halb- oder einer Vollwaisen­rente mindestens bis zu ihrem 18. Lebensjahr weiter Kindergeld. Wer seinen Sohn oder seine Tochter darüber hinaus absichern will, hat mehrere Optionen. „Denkbar ist etwa eine Ausbildungs­versicherung“, erläutert Eva Becker. Daneben kommen etwa auch eine Risiko­lebens­versicherung oder eine Kapital­lebens­versicherung in Frage.

Eltern sollten sich dazu beraten lassen - auch, was die Höhe der Versicherungs­summe angeht. „Ist Vermögen vorhanden, dann können Eltern in der Verfügung veranlassen, dass das Kind zum Beispiel zu seinem Geburtstag oder zu Weihnachten eine bestimmte Summe ausgezahlt bekommt“, sagt Rechtsanwalt Eberhard Rott.

Ebenfalls kann festgehalten werden, dass das Kind etwa zu Monats­beginn ein Taschengeld in bestimmter Höhe aus dem Vermögen erhält - etwa, um so den Umgang mit Geld zu lernen.

Verfügung sollte kein Bestandteil des Testaments sein

Generell gilt: „Die Verfügung, wer Vormund werden soll, sollte nicht Bestandteil des Testaments sein“, betont Dietmar Kurze. Denn es können viele Wochen vergehen bis das Testament eröffnet wird. „Besser ist es, zu Hause einen Ordner zu haben, der leicht auffindbar ist und in dem alle Vorsorge­dokumente abgeheftet sind“, erklärt Eva Becker. Sinnvoll kann auch sein, eine Kopie beim Vormund zu hinterlegen. Das Dokument kann notariell beurkundet werden - ein Muss ist das aber nicht.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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