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Verbraucherrecht und Versicherungsrecht | 26.04.2021

Vorsorge für den Schadenfall

Die Wohngebäudev­ersicherung: Schutz vor Total­verlust

Wichtige Fragen und Antworten im Überblick

Feuer, Leitungs­wasser­schäden, Sturm und Hagel - in solchen Fällen brauchen Eigentümer eine Wohngebäudev­ersicherung. Doch nicht jede Police deckt automatisch alle Risiken ab. Worauf es wirklich ankommt.

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Die Wohngebäudev­ersicherung ist eine der wichtigsten Absicherungen überhaupt. Sie greift bei Schäden, die jedes Gebäude treffen und sogar zerstören können, zum Beispiel Feuer-, Sturm-, Hagel- oder Leitungs­wasser­schäden. Allerdings ist beim Abschluss dieser Versicherung einiges zu beachten, damit keine Lücken offen­bleiben.

Wer braucht eine Wohngebäudeversicherung?

„Wer ein Haus hat, benötigt unbedingt eine Wohngebäudev­ersicherung“, sagt Anna Follmann von der Verbraucher­zentrale Rheinland-Pfalz.

„Fehlt sie, droht im extremen Schadenfall der finanzielle Ruin, denn kaum jemand kann zum Beispiel nach einem verheerenden Brand sein Eigenheim aus eigener Kraft wieder aufbauen.“

Was wird abgesichert?

Versichert sind Risiken, die sich aus Feuer-, Sturm-, Hagel- und Leitungs­wasser­schäden ergeben. „Zu beachten ist dabei, dass nur das Wohn­gebäude selbst versichert ist, nicht aber dessen Inhalt“, betont Anna Follmann. „Im Schadens­fall übernimmt der Versicherer alle Kosten, um die Immobilie wieder instand zu setzen oder komplett aufzubauen. Aber nicht jede Versicherung deckt alle Risiken ab.“

Gibt es typische Lücken, auf die Verbraucher achten sollten?

Nicht in jeder Police ist von vorn herein die grobe Fahrlässigk­eit abgesichert. „Das bedeutet, dass die Versicherten auf ihrem Schaden sitzen bleiben, wenn sie ihn selbst grob fahrlässig verursacht haben“, erklärt Annegret Jende von der Stiftung Warentest in Berlin. „Zum Beispiel, wenn das Haus in Brand gerät, weil Sie eine brennende Kerze vergessen haben.“

Brauche ich eine Elementarschadenversicherung?

Diese Absicherung gegen Natur­gefahren wird immer wichtiger. „Die Elementar­schaden­versicherung kann aber nicht einzeln, sondern nur in Kombination mit einer Wohngebäudev­ersicherung abgeschlossen werden“ , erklärt Bianca Boss, Sprecherin des Bundes der Versicherten.

„Durch den Klimawandel mehren sich Starkregen, Stürme und andere Natur­gefahren und betreffen auch Gebiete, in denen die Bewohner bislang weitgehend davon verschont waren. Deshalb ist jeder Haus­besitzer gut beraten, sich gegen solche Schäden zu versichern“, sagt Annegret Jende. „Wem solch eine Absicherung fehlt, sollte dringend aktiv werden“, rät sie.

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Wird die Versicherung dann viel teurer?

Je höher das Risiko ist, desto teurer wird sich die Versicherungs­gesellschaft den Schutz bezahlen lassen. „Es kommt auch gar nicht selten vor, dass dem Versicherer das Risiko zu groß ist und er es nur mit einer hohen Selbst­beteiligung versichert“, weiß Bianca Boss. „War das Gebäude bereits einmal von einem Elementar­schaden betroffen oder ist es einer sehr hohen Gefährdungs­klasse (ZÜRS-Zone) zuzuordnen, wird es der Eigentümer schwer haben, überhaupt eine Police zu bekommen.“

Sollte man sich darüber hinaus zusätzlich absichern?

„Jeder sollte individuell prüfen, was ihm über den Grundschutz hinaus wichtig ist“, rät Anna Follmann. Für essenziell hält die Verbraucher­zentrale Aufräum- und Abbruch­kosten, die Kosten für die Einhaltung aktueller Bauauflagen, für die Beseitigung von Über­spannungs­schäden und die Dekontamination des Bodens. Nicht so sehr ins Gewicht fallen für viele Verbraucher zum Beispiel Zusatz­leistungen wie Hotelkosten oder Kosten für Sachverständige. „Das ist aber Ansichts­sache.“

Auf welche Leistungen könnte man verzichten?

Auf Wohnungs­schutz­briefe, die Versicherer gern verkaufen. „Diese Policen bieten eher kleine Hilfen. Sie vermitteln zum Beispiel Handwerker oder helfen beim Suchen einer Ersatz­wohnung. Diese Zusätze kosten unnötig Geld und bieten letzten Endes fast nichts, was man im Ernstfall nicht auch selber hinbekäme“, meint Anna Follmann.

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Darf der Versicherer nach einem Schadensfall die Police kündigen?

„Ja, dann hat er ein Sonder­kündigungsr­echt“, sagt Bianca Boss. Beide Vertrags­parteien haben dieses Recht nach einem Schadenfall und nach einer Beitrags­erhöhung, die nicht mit einer Leistungs­verbesserung einhergeht. Doch Vorsicht: Wollen Verbraucher kündigen, sollten sie sich vorher eine neue Versicherung suchen.

Kündigt der Versicherer, haben Kunden schlechte Karten, eine andere Versicherung zu guten Konditionen zu finden. „Denn der neue Versicherer fragt nach, ob und wo bislang Versicherungs­schutz gewährt wurde. Eine Kündigung durch den Versicherer interpretiert der neue Anbieter meist als Ausschluss wegen zu hoher Schadens­risiken“, sagt Anna Follmann.

Wann muss eine Police aktualisiert werden?

Ändert sich an der Immobilie etwas, müssen die Verbraucher von sich aus auf ihre Versicherung zugehen. Zum Beispiel, wenn der Wert des Gebäudes nach einer Modernisierung gestiegen ist. „Auch Risiken, die nach Vertrags­schluss neu hinzugekommen, müssen dem Versicherer mitgeteilt werden“, so Bianca Boss. Dazu zählen ein längerer Leerstand des Gebäudes, eine andere Nutzung oder neu hinzu­kommende gefährliche Betriebe in der Nach­barschaft.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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