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Steuerrecht | 18.04.2019

Dienstrad

Dienstrad statt Dienstwagen: Umwelt­bewusstes Fahren wird seit Jahres­beginn steuerlich gefördert

Die steuerlichen Vorteile eines Dienstrades

Arbeit­nehmer, die auf ein Dienstrad umsteigen wollen, sollten dies mit ihrem Arbeitgeber besprechen. Denn Umwelt­bewusstes Fahren wird seit Jahres­beginn steuerlich gefördert, erklärt Isabel Klocke vom Bund der Steuer­zahler. Dabei muss der Arbeitgeber das Dienstrad nicht unbedingt kaufen, genauso wie beim Dienstwagen ist auch ein Rad-Leasing erlaubt. Im März hat die Finanz­verwaltung die Förderung sogar ausgeweitet.

Um die steuerliche Behandlung korrekt vorzunehmen, sind zunächst zwei Varianten zu unter­scheiden.

Private Nutzung wird pauschal versteuern

Erhält der Arbeit­nehmer - zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn - ein Dienst­fahrrad, das er auch privat nutzen darf, braucht der Vorteil für die private Nutzung nicht mehr als Arbeitslohn versteuert werden.

Wichtig: das Dienstrad muss bei dieser Variante als Extra zum Gehalt überlassen werden. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn statt einer Lohn­erhöhung oder eines Bonus ein Dienstrad gewährt wird.

„Dazu sollte die Überlassung des Dienstrades am besten in einem eigenständigen Vertrag oder zumindest im Arbeits­vertrag gesondert vereinbart werden“, erklärt Isabel Klocke vom Bund der Steuer­zahler. Auch E-Bikes fallen unter diese neuen Regelungen. Ausgenommen sind Fahrräder, deren Motor eine Geschwindigkeit über 25 Kilometer pro Stunde unterstützt.

Weit verbreitete Variante: Entgeltumwandlung

In der Praxis verbreitet ist die Variante einer Entgelt­umwandlung. Hier verzichtet der Arbeit­nehmer auf einen Teil seines Barlohns und erhält im Gegenzug ein Dienstrad. Für die private Nutzung wird dann allerdings Lohnsteuer fällig. Berechnet wurde der Nutzungs­vorteil bisher wie bei einem Dienstwagen nach der sogenannten 1-Prozent-Regel. Danach wurde 1 Prozent des Fahrrad-Brutto­listen­preises für die Steuer­berechnung herangezogen.

Neu: Halber Listenpreis bei Gehaltsumwandlung

Das ist Vergangenheit, denn die Finanz­verwaltung erlaubt nun eine neue Berechnungs­weise: Statt des vollen Listen­preises ist nur noch der halbe Listenpreis Maßstab für die Besteuerung. Damit fährt der Arbeit­nehmer steuerlich günstiger. „Die Regelung gilt für Dienst­räder, die erstmals ab Januar 2019 gegen Entgelt­umwandlung überlassen werden“, so Isabel Klocke vom Bund der Steuer­zahler. Auch für Elektrofahr­räder, die verkehrs­rechtlich als Kraft­fahrzeug eingeordnet sind, gilt nur der halbe Brutto­listenpreis.

Keinen nachteiligen Einfluss auf Entfernungspauschale

Auf die Entfernungs­pauschale hat die Nutzung eines Dienstrads übrigens keinen nachteiligen Einfluss. Trotz Steuer­vorteil dürfen Arbeit­nehmer für das Pendeln per Rad für jeden Arbeitstag 30 Cent pro Entfernungs­kilometer in ihrer Einkommen­steuer­erklärung ansetzen, erklärt Isabel Klocke vom Bund der Steuer­zahler weiter. Die Regelungen sind vorerst befristet und gelten vom 1. Januar 2019 bis Ende 2021.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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