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Kaufrecht, Verbraucherrecht und Vertragsrecht | 24.10.2019

Gutschein

Ein beliebtes Geschenk: Was beim Einlösen von Gutscheinen zu beachten ist

Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick

Für Bücher, fürs Kino oder Theater: An Weihnachten werden wieder unzählige Gutscheine verschenkt. Doch was, wenn das Geschenk nichts taugt? Oder man die Einlösung verschleppt? So ist die Rechtslage.

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Ein Gutschein fürs Kino? Es gibt ja Streaming. Für ein Spaßbad? Viel zu weit entfernt. Für einen Theater­besuch? Puh... Rund drei Milliarden Euro Umsatz machen die Einzel­händler in Deutschland im November und im Dezember vor Weihnachten mit dem Verkauf von Gutscheinen. Doch so manche Karte verstaubt erst einmal in einer Schublade, oder das Geschenk reizt so gar nicht.

Wie lange ist ein Gutschein gültig?

Erstes Indiz ist das angegebene Datum. „Befristete Gutscheine sind solange gültig, wie darauf steht“, erklärt Stefan Hertel vom Handels­verband Deutschland (HDE). Allerdings kann eine zu kurze Frist unwirksam sein, wie die Verbraucher­zentralen erläutern.

So hat das Oberlandesgericht München, Urteil vom 17.01.2008, Az. 29 U 3193/07 entschieden, dass ein Internet­händler Geschenk­gutscheine für einen Waren­einkauf nicht auf ein Jahr befristen darf. Dies benachteilige den Verbraucher unangemessen.

„Unbefristete Gutscheine gelten in aller Regel drei Jahre ab Ende des Jahres, in dem sie gekauft wurden“, sagt Stefan Hertel vom Handels­verband Deutschland (HDE). Gutscheine, die für das Weihnachts­fest 2019 gekauft werden, können also bis zum 31.Dezember 2022 eingelöst werden.

Wer einen Gutschein bereits früh kauft und erst im Folgejahr verschenkt, sollte den Beschenkten deshalb darauf hinweisen. Gilt der Gutschein nur für eine bestimmte Veranstaltung, ist das aber bindend.

Wo kann ich den Gutschein einlösen?

Grund­sätzlich gilt, was darauf angegeben ist. Aber: „Wenn ich den Gutschein in einer Kette kaufe, ist normalerweise selbstverständlich, dass ich den Gutschein auch in anderen Filialen der Kette einlösen kann“, sagt Michael Hummel von der Verbraucher­zentrale Sachsen. Man könne davon ausgehen, dass es deutlich kenntlich gemacht wird, falls der Gutschein nur in bestimmten Filialen eingelöst werden darf.

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Kann ich mir den Geldbetrag auszahlen lassen?

Wer im Geschäft so gar nicht fündig wird oder einfach nicht ins Kino gehen möchte, würde sich den Betrag vielleicht lieber auszahlen lassen. Die schlechte Nachricht dazu: Einen Anspruch darauf gibt es nicht. „Die Auszahlung des Gutschein­betrags lehnen die Anbieter in aller Regel ab“, ist Michael Hummels Erfahrung.

Trotzdem sagt der Rechts­experte der Verbraucher­zentrale: „Es lohnt sich, nachzufragen. Viele Anbieter sind kulant, weil sie das Wohlwollen des Kunden wollen. Vielleicht kann man einen Gutschein für eine andere Leistung vereinbaren.“

Muss ich meinen Gutschein auf einmal einlösen?

Nein. Die Hauptsache ist: Der Gutschein wird eingelöst, solange er gültig ist. Aufteilen ist in der Regel unproblematisch, erklärt Michael Hummel. Der alte Betrag wird dann auf dem Gutschein durchgestrichen, der Kaufpreis davon abgezogen und der neue Wert eingetragen.

Auch hier gilt aber: Selbst wenn am Ende nur noch 87 Cent als Restbetrag auf dem Gutschein stehen, gibt es auf die Auszahlung eines Teilbetrags keinen Anspruch.

Gilt der Gutschein nur für mich, wenn ich darauf genannt werde?

„Wenn Gutscheine mit nament­licher Nennung gekauft werden, dann sind sie tatsächlich Grund­sätzlich an diesen Namen gebunden“, erklärt Michael Hummel - auch wenn erfahrungs­gemäß zum Beispiel beim Einlass zu Konzerten selten kontrolliert werde. Wird der Gutschein einfach weiter­gegeben, besteht das Risiko, abgewiesen zu werden.

„Diese namentliche Fixierung soll einen Schwarz­markthandel mit diesen Karten verhindern“, erklärt der Experte. „Für Verbraucher fehlt es aber oft an der Möglichkeit, unkompliziert um­zuschreiben.“ Teilweise ist das aber möglich, unter Umständen für ein geringes Entgelt.

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Kann ich mit einem Gutschein gekaufte Ware umtauschen?

„Die Kunden haben nur dann einen Anspruch auf Umtausch, wenn das Produkt beim Kauf schadhaft war. Wenn sie zweimal dasselbe Feuerwehr­auto haben und beide astrein funktionieren, gibt es keinen Anspruch auf Umtausch“, stellt Stefan Hertel klar. „Gerade kurz nach Weihnachten sind die Händler aber besonders kulant beim Umtausch“, ist die Erfahrung des Einzel­handels­vertreters.

Am besten fragen Käufer das Personal schon im Vorfeld, ob ein Kulanz­umtausch möglich ist und welche Bedingungen dafür gelten, empfiehlt Stefan Hertel. Die Konditionen kann der Händler selbst festlegen, da er außer bei Mängeln nicht zum Umtausch verpflichtet ist. Wer den Gutschein einlöst, bekommt wie jeder Kunde einen Kassenbon - den sollte man für spätere Reklamationen oder den Umtausch aufheben.

Muss ich draufzahlen, wenn die Leistung mittlerweile teurer ist?

Nein. „Wenn der Gutschein auf eine konkrete Leistung ausgestellt ist, dann gilt das auch“, sagt Michael Hummel. Dass ein Anbieter zum Beispiel seinen Masseuren inzwischen mehr Gehalt zahlen muss oder der Fallschirm­sprung mehr kostet, spielt für Verbraucher keine Rolle.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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