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Internetrecht, Strafrecht und Verbraucherrecht | 30.04.2021

Online­betrug

Ein wahres Schnäppchen: Wenn der Autodeal im Netz eine Falle ist

Wie sich Käuferinnen und Käufer vor Betrug schützen können

Autokauf ist Vertrauens­sache. Hinter manchen Anzeigen im Internet lauern Kriminelle. Wie können sich Käuferinnen und Käufer vor Betrug schützen?

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Nur 10.000 Kilometer auf dem Tacho, kein Jahr alt, super ausgestattet und kommt auf einen Preis, der weit unter der Hälfte des Neupreises liegt. Klingt perfekt. Ein wahres Schnäppchen! Wohl kaum. Wahrscheinlich ist es nur ein Lockangebot. Und das Traurigste daran: Die Masche ist alt.

Im Zweifel gilt: Lieber auf ein vermeintliches Schnäppchen verzichten

„Betrugs­klassiker begegnen uns im Online-Autohandel immer wieder, darauf wollen wir konsequent hinweisen und Sicherheits­tipps geben“, sagt Kriminal­oberrat Harald Schmidt, Geschäfts­führer der Polizeilichen Kriminal­prävention der Länder und des Bundes.

Ein eindeutiges Warnzeichen für einen Betrugs­versuch sei ein Angebot, das zu gut ist, um wahr zu sein. „Nach einer Preis­recherche besitzen Interessenten in der Regel ein gutes Gefühl für realistische Preise. Wenn ein Angebot zu günstig erscheint, sollten Interessenten hellhörig werden und es genau prüfen“, rät Schmidt.

Verdächtige Inserate kann jeder per Kontakt­formular oder telefonisch beim Online-Fahrzeug­markt melden und überprüfen lassen. Im Zweifel gilt: Lieber auf ein vermeintliches Schnäppchen verzichten als ein zu hohes Risiko einzugehen.

Nur per Mail ist verdächtig

Auch bei der Kontakt­nahme setzen Betrüger auf eine bestimmte Masche: „Wenn der Verkäufer nur per E-Mail kommunizieren will oder die angegebene Telefon­nummer falsch ist, kann das auf einen Betrug hindeuten“, sagt Schmidt.

Zahlungen per Vorkasse, Bargeld­transfer- und Treuhand­dienst oder über vermeintliche Speditionen deuten meist auf Betrug hin. „Anzahlungen sind im Online­handel nicht üblich, die Bezahlung sollte erst nach der Probefahrt und nach Vertrags­unterzeichnung bei gleichzeitiger Übergabe des Autos mit allen wichtigen Dokumenten und Schlüssel erfolgen“, erklärt Harald Schmidt.

Er empfiehlt Barzahlung, aber bei großen Summen sollte immer eine Begleit­person dabei sein. Und: Der Betrag sollte direkt in einer Bankfiliale gezählt und geprüft werden. Von Zahlungs­wegen wie Schecks, die eine Rück­abwicklung zulassen, rät der Polizist ab.

Und: Unbedingt einen Muster­kaufvertrag verwenden, wie ihn etwa Automobil­clubs zum Download anbieten. Darin stehen alle wichtigen Daten wie Personal­ausweis­nummern beider Parteien, dazu die Auto-Beschreibung mit Ausstattungs­details und der Übergabe­termin.

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Geld nur gegen Ware

Bei einer eventuellen Besichtigung und der Kauf­abwicklung rät der Autoclub ADAC zum Grundsatz: Ware gegen Geld. Absoluter Schutz sei zwar nicht möglich, da zu gute Fälschungen von Fahrzeug­papieren und Personal­ausweisen im Umlauf sind. Wer aber mit dem Smartphone alle Dokumente fotografiert, hat später zumindest Ansatz­punkte, um einen möglichen Betrug aufzuklären.

Auf keinen Fall sollte jemand versuchen, Betrüger selbst zu betrügen, denn das könne rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen, warnt der ADAC. Im Zweifels­fall sei es besser, nicht weiter zu verhandeln, sich nicht unter Druck setzen zu lassen und das Inserat zu melden.

Arndt Kempgens, Fachanwalt für Verkehrs­recht und Vertrauens­anwalt des Auto Club Europa (ACE) warnt ebenfalls grund­sätzlich vor Vorkasse, denn das Geld sei anschließend weg. Ebenfalls ein beliebter Trick:

Der Verkäufer bietet an, ein Fahrzeug kostenlos zur Ansicht zur Verfügung zu stellen. Der Interessent soll nur die Transport­kosten überweisen - für ein Auto, das natürlich nie ankommt.

Gezielt Fragen stellen

Auch wenn Käufer bei professionell gefälschten Papieren meist machtlos sind, lohnen sich immer einige gezielte Fragen, um auf eventuelle Ungereimtheiten zu stoßen, sagt Kempgens. Etwa: Warum wird das Auto verkauft, seit wann ist es im Besitz, stimmen die Kilometer­angaben mit den Wartungs­protokollen überein?

„Wer aufmerksam das ganze Drumherum beobachtet, bekommt ein Gefühl für unseriöse Geschäfte. Nächtliche Treffen zur Fahrzeug­besichtigung oder Geld­übergabe auf einem Rastplatz oder in Schnell­restaurants sind weder üblich noch seriös“, erklärt Kempgens. Und: Hat der Verkäufer einen anderen als den in den Fahrzeug­papieren ein­getragenen Namen, sei stets Vorsicht geboten.

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Quelle: dpa/DAWR/ab
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