wichtiger technischer Hinweis:
Sie sehen diese Hinweismeldung, weil Sie entweder die Darstellung von Cascading Style Sheets (CSS) in Ihrem Browser unterbunden haben, Ihr Browser nicht vollständig mit dem Standard HTML 5 kompatibel ist oder ihr Browsercache die Stylesheet-Angaben 'verschluckt' hat. Lesen Sie mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zum Design dieser Homepage unter folgender Adresse:   ->  weitere Hinweise und Informationen
Suche
Anwalt gesucht?
Anwalt gefunden!
Sie haben ein rechtliches Problem? Eine individuelle Rechtsfrage? Streit mit dem Nachbarn, Chef oder Ämtern?Gehen Sie auf Nummer sicher und holen Sie sich den fachkundigen Rat eines Rechtsanwalts.Hier im Deutschen Anwaltsregister finden Sie immer den passenden Rechtsanwalt in Ihrer Nähe.Nutzen Síe Ihr Recht!

Steuerrecht und Verbraucherrecht | 29.11.2018

Trinkgeld

Eine Geste der Anerkennung: Trinkgelder sind keine Pflicht

Nach dem allgemeinen Knigge beläuft sich in Deutschland das Trinkgeld auf einen Wert zwischen 5 bis 10 Prozent

Es ist ein Nehmen und ein Geben: Trinkgeld für Beschäftigte in der Dienst­leistungs­branche ist keine Pflicht, gehört aber zum guten Ton. Aber wer bekommt eigentlich wie viel? Und fallen auf Trinkgelder eigentlich auch Steuern an?

Werbung

Trinkgeld ist freiwillige Leistung

Überzeugende Arbeit oder guter Service - dafür gibt es als Dankeschön oft Trinkgeld. Für viele gehört das zum guten Ton. Eine Pflicht, ein paar Euro als Extra im Restaurant, im Taxi oder beim Friseur zu geben, existiert aber nicht. „Trinkgeld ist ein freiwillig vom Gast gezahlter Betrag, der Auskunft über seine Zufriedenheit gibt“, sagt der Berliner Rechtsanwalt Mathis Ruff. Der Empfänger kann einen Obolus dennoch häufig gut gebrauchen. „Viele, die im Dienst­leistungs­bereich angestellt sind, bekommen gerade einmal den Mindestlohn oder sie sind geringfügig beschäftigt“, erklärt Annabel Oelmann, Vorstand der Verbraucher­zentrale Bremen.

So viel ist angemessen

Doch wie viel Trinkgeld ist angemessen? „Mit zehn Prozent, bezogen auf den Rechnungs­betrag, liegt der Gast im Restaurant selten falsch“, betont Sophia Mecchia von der Stiftung Warentest in Berlin. Aber in einigen Fällen kann es auch etwas weniger sein. Zum Beispiel, wenn die Rechnung im drei- oder vierstelligen Bereich liegt. „Dann sinkt der gängige Satz auf ungefähr fünf Prozent“, so Sophia Mecchia.

Im Taxi kann ein zufriedener Gast dem Fahrer zehn Prozent des Fahrpreises als Trinkgeld geben. Beim Friseur ist pro Arbeitsgang mindestens ein Euro Trinkgeld üblich. Der Kunde kann auch pauschal fünf bis zehn Prozent geben. Ein bis zwei Euro bekommt der Pizzabote ein aller Regel zugesteckt. Umzugs­helfer, die Möbel und schwere Kisten schleppen, sollten als Anerkennung mindestens fünf Euro bekommen. An der Garderobe im Theater oder in der Oper sind häufig Fixbeträge üblich, beispiels­weise ein Euro.

Keine Grenze nach oben beim Trinkgeld

„Nach oben ist der Trinkgeld-Höhe im Prinzip keine Grenze gesetzt“, merkt Annabel Oelmann. Wer mit der Service­leistung besonders zufrieden ist, kann das mit einem Obolus in beliebiger Höhe zum Ausdruck bringen. Auch beim Bezahlen mit der Kreditkarte kann in aller Regel ein Trinkgeld problemlos auf den Preis aufgeschlagen werden, da der Betrag normalerweise manuell in das Kartenlese­gerät eingegeben wird. Oder besser noch: Der Kunde gibt das Trinkgeld in bar. „So werden Abzüge durch die Kredit­karten­gesellschaft, die sonst das Trinkgeld schmälern, vermieden“, so Annabel Oelmann.

Werbung

Bewirtungskosten von der Steuer absetzen

Handelt es sich um ein Geschäfts­essen, kann der Gastgeber - sofern er Unternehmer ist - nicht nur die Kosten für das Essen, sondern auch das gezahlte Trinkgeld steuerlich als Betriebs­ausgabe absetzen, erläutert Sophia Mecchia von der Stiftung Warentest in Berlin. Nach ihren Angaben sind 70 Prozent des Rechnungs­betrags und des Trinkgelds absetzbar. „Sitzen nur Mitarbeiter des Unternehmens im Restaurant zu einem Arbeits­essen an einem Tisch, dann lassen sich sogar 100 Prozent der Aufwendungen geltend machen“, sagt Sophia Mecchia. Kosten für eine Bewirtung einschließlich Trinkgeld kann ein Arbeit­nehmer von seinem Arbeitgeber erstattet bekommen - voraus­gesetzt, das Essen war in dessen Sinne.

Alternativ kann der Arbeit­nehmer seine Ausgaben für das Essen als Werbungs­kosten in seiner Einkommens­steuer­erklärung geltend machen. Hierbei muss er allerdings dem Fiskus genau darlegen, warum er als Angestellter zu dem Arbeits­essen einlud und weshalb er die Kosten nicht von seinem Arbeitgeber erstattet bekam.

Finanzamt verlangt Nachweis

Das Finanzamt verlangt in jedem Fall einen Nachweis. „Der Steuer­zahler kann „Trinkgeld“, die Höhe des Betrags und „dankend erhalten“ auf die Rechnung schreiben und es sich vom Kellner quittieren lassen“, erläutert Sophia Mecchia. Eine andere Option: Der Geber schreibt die Trinkgeld-Höhe auf die Rechnung und unterschreibt statt des Kellners selbst.

Werbung

Trinkgeld als Arbeitslohn

Sind Trinkgelder für Angestellte steuerfrei? „Das kommt darauf an“, sagt Rechtsanwalt Mathis Ruff. Angestellte müssen nur dann auf Trinkgeld keine Steuern zahlen, wenn sie es bei einem direkten Kunden­kontakt bekommen haben. Anders ist es, wenn die Trinkgelder aller Angestellten gesammelt, in einen Topf geworfen und die Höhe am Ende des Tages anteilig auf das gesamte Personal verteilt wird. „In dem Fall ist das Geld Arbeitslohn und unterliegt der Steuer- und Sozial­versicherungs­pflicht“, so Mathis Ruff.

Allerdings darf der Vorgesetzte nicht einseitig bestimmen, dass sein Angestellter das Trinkgeld in eine Gemeinschafts­kasse einbringt, wie Sophia Mecchia mit Verweis auf ein Urteil des Landes­arbeits­gerichts Rheinland-Pfalz erklärt (Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz, Urteil vom 09.12.2010, Az. 10 Sa 483/10).

Steuerpflichtige Trinkgelder

Generell gehört ein Trinkgeld dem, der es bekommen hat - es sei denn, im Arbeits­vertrag wurde etwas anderes vereinbart. Es gibt aber auch Branchen, in denen Arbeit­nehmer einen Anspruch auf Trinkgelder haben. „Das trifft etwa auf Mitarbeiter in Spiel­casinos, vor allem die an Roulette-Tischen, zu“, erklärt Rechtsanwalt Mathis Ruff. In diesen Fällen ist nach seinen Angaben der Obolus steuer­pflichtig. Das Gleiche gilt für Selbstständige: Wer als solcher von einem Kunden ein Trinkgeld in Form einer Bonus-Zahlung erhält, muss hierfür Umsatz- und Einkommen­steuer ans Finanzamt abführen.

Quelle: dpa/DAWR/ab
BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertung: 5 (max. 5)  -  1 Abstimmungsergebnis Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0





       Sie sind Anwalt?! Werden Sie ein Teil vom Deutschen Anwaltsregister (DAWR) und stellen Sie sich und Ihre Kanzlei ausführlich vor!Profitieren Sie von der großen Reichweite des DAWR und seiner Partnerportale.Klicken Sie hier und nutzen Sie jetzt Ihre Gelegenheit
auf mehr Mandate aus dem Internet!

#6018

Rechtsanwalt Marcel Seifert

VW Abgasskandal

Niederlage für VW: OLG Köln verurteilt VW zu Schadensersatz

RechtsanwaltMarcel Seifert

[18.02.2019]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternKrachende Niederlage für VW im Abgasskandal: Mit Beschluss vom 3. Januar 2019 bestätigte das Oberlandesgericht Köln ein erstinstanzliche Urteil des Landgerichts Köln, wonach VW im Abgasskandal zu Schadensersatz verpflichtet ist. VW muss dem Käufer einer gebrauchten Audi A4 Avant 2.0 TDI den Kaufpreis abzüglich einer Nutzungsentschädigung erstatten (Az.: 18 U 70/18).

Rechtsanwalt & Notar Dr. jur. Ilkka-Peter Ahlborn LL.M.

Kündigung

Kündigung unwirksam: Arbeit­geber darf nicht zur Arbeit im Home­of­fice zwingen

Rechtsanwalt & NotarDr. jur. Ilkka-Peter Ahlborn LL.M.

[15.02.2019]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternWeist ein Arbeitgeber seinen Arbeit­nehmer an, in Zukunft statt im Betrieb vom „Homeoffice“ aus zu arbeiten, so darf der Arbeit­nehmer dies verweigern – es sei denn, der Arbeits­vertrag enthält hierzu eine Regelung. Eine aus diesem Grund ausgesprochene Kündigung wegen „Arbeits­verweigerung“ ist unwirksam. So hat das Landes­arbeits­gericht Berlin-Brandenburg entschieden (Urteil vom 10. Oktober 2018, Az. 17 Sa 562/18).

Rechtsanwalt Robert Binder

Trennung oder Scheidung

Scheidung Tipps: 10 wichtige Tipps bei Trennung bzw. Scheidung

RechtsanwaltRobert Binder

[14.02.2019]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternScheidungstipps. Bei einer Scheidung gibt es einiges zu beachten. 10 wichtige Tipps im Zusammenhang mit Trennung oder Scheidung.

Rechtsanwalt Dr. Peter Meides

Pensions­zusage

“Haftungs­falle Pensions­kasse”: Muss der Arbeitgeber einspringen, wenn die Pensions­kasse ihre Leistungen kürzt?

RechtsanwaltDr. Peter Meides

[14.02.2019]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternViele Unternehmen haben in der Vergangenheit eine Pensions­zusage für Arbeit­nehmer übernommen und dafür eine Pensions­kasse als Durch­führungs­weg gewählt. Daraus ergeben sich nun in bestimmten Fällen beträchtliche finanzielle Risiken – “Haftungs­falle Pensions­kasse”.

Rechtsanwalt Guido Lenné

Wider­rufs­informationen

„Kaskadenverweis“ kommt vor den Europäischen Gerichtshof

RechtsanwaltGuido Lenné

[13.02.2019]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternAuf Initiative des Land­gerichts Saar­brücken kommt der stark kritisierte „Kaskadenverweis“ jetzt vor den Europäischen Gerichtshof (EuGH). Dieser Verweis soll es dem Darlehens­nehmer ermöglichen, zu prüfen, welche Pflicht­angaben im Darlehens­vertrag erforderlich sind, um den Beginn der zwei­wöchigen Wider­rufs­frist auszulösen.

Rechtsanwalt Hermann Kaufmann

Widerruf Autokredit

Geld zurück dank Widerruf: Auto­finanzierung bei einer Autobank heute noch widerrufbar

RechtsanwaltHermann Kaufmann

[12.02.2019]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternViele Autobanken haben fehlerhafte Kredit- und Leasing­verträge verwendet. Die Folge ist, dass Käufer, die ihr Fahrzeug nach dem 10. Juni 2010 mit einem vom Händler vermittelten Kredit- oder Leasing­vertrag finanziert haben, diesen auch heute noch widerrufen können. Sie können dann das finanzierte Auto zurück­geben und erhalten auch alle von ihnen geleisteten Raten und ihre Anzahlung zurück. Nur die (meist nicht sonderlich hohen) Kredit­zinsen darf die Bank behalten.

Rechtsanwalt Robert Binder

Branchen­buch­abzocke

Werbe­anzeige in Umgebungs­karte: Rechnung in Sachen Pro City Kommunal

RechtsanwaltRobert Binder

[11.02.2019]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternUnter dem Slogan „Pro City Kommunal...gemeinsam mit dem Mittelstand“ verschickt die Pro City Consulting UG Rechnungen an Gewerbe­treibende und Frei­berufler.

Rechtsanwalt Gerald Freund

Erbschaft

Erbausschlagung: Örtliche Zuständigkeit in internationalen Erbfällen

RechtsanwaltGerald Freund

[08.02.2019]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternVerstirbt ein Mensch im Ausland, so stellt sich für die potentiellen Erben häufig die Frage, in welcher Weise sie die Erbschaft ausschlagen können.

URL dieses Artikels: https://www.dawr/d6018
 für RechtsanwälteEin Kanzleiprofil beim DAWR kann auch Ihnen helfen!