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Steuerrecht | 22.08.2022

Frei­beträge bei der Erb­schafts­steuer

Erbschaft­steuer: Diese vier Frei­beträge sollten Sie kennen

Je enger die verwandtschaftliche Beziehung, desto höher die Frei­beträge - ein Überblick

Bei der Erbschaft­steuer gibt es unter­schiedliche Frei­beträge, die die Steuerlast der Hinter­bliebenen senken. Wer sie kennt, kann sie ausschöpfen.

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Wer erbt, muss Steuern zahlen. Zumindest ganz grund­sätzlich. Doch steuerliche Frei­beträge bewahren manch einen Erben vor der Pflicht. Je enger die verwandtschaftliche Beziehung zwischen Erblasser und Erbe, desto höher die Frei­beträge. Unter bestimmten Voraus­setzungen kommen sogar noch besondere Versorgungs­freibeträge on top. Vier Posten sollten Ihnen geläufig sein.

Der persönliche Freibetrag

Ehepartner und eingetragene Lebens­partner etwa können bis zu 500.000 Euro abgabefrei erben. „Kinder können von jedem Elternteil bis zu 400.000 Euro erben, ohne dass darauf Steuern anfallen“, sagt der Heidel­berger Fachanwalt für Erbrecht, Jan Bittler. Bis zu 200.000 Euro können Enkelinnen und Enkel abgabefrei von ihren Großeltern erben und bis zu 20.000 Euro Geschwister, Nichten, Neffen und Lebens­gefährten.

Der besondere Versorgungsfreibetrag

Neben den persönlichen Frei­beträgen steht den Kindern und Stief­kindern sowie Ehe- oder Lebens­partnern des Erblassers oder der Erblasserin in vielen Fällen noch ein besonderer Versorgungs­freibetrag zu. „Er beträgt 256.000 Euro für Ehe- oder Lebens­partner eines Erblassers“, erklärt der Bonner Fachanwalt für Erb- und Steuerrecht, Eberhard Rott. Kinder des Erblassers können, abhängig von ihrem Alter, einen Versorgungs­freibetrag zwischen 10.300 Euro und 52.000 Euro geltend machen.

Für Kinder und Stiefkinder bis zum Alter von fünf Jahren liegt der besondere Versorgungs­freibetrag bei 52.000 Euro, zwischen fünf und zehn Jahren bei 41.000 Euro, zwischen 10 und 15 Jahren bei 30.700 Euro, zwischen 15 und 20 Jahren bei 20.500 Euro und zwischen 20 und dem vollendeten 27. Lebensjahr bei 10.300 Euro.

Was es mit dem besonderen Versorgungs­freibetrag auf sich hat? „Er hat eine Art Ausgleichs­charakter“, sagt Rott. Denn auf der einen Seite unterliegen viele gesetzliche Versorgungs­bezüge nicht der Erbschaft­steuer - etwa Bezüge aus der gesetzlichen Renten­versicherung, Versorgungs­bezüge nach Beamten­recht oder Versorgungs­bezüge von berufs­ständischen Versorgungs­einrichtungen.

Auf der anderen Seite fällt auf private Versorgungs­bezüge, die der Erblasser oder die Erblasserin veranlasst hat, Erbschaft­steuer an - etwa Leistungen aus einer privaten Lebens­versicherung oder Versorgungs­ansprüche aus dem Gesellschafts­vertrag. Um diese Un­gleichheit zu verringern, gibt es den besonderen Versorgungs­freibetrag.

Rott verdeutlicht das an einem Beispiel. Ein Unternehmer, der jahrzehntelang keine Beiträge zur gesetzlichen Renten­versicherung geleistet, stattdessen aber privat vorgesorgt hat, ist gestorben. Seine Witwe kann den besonderen Versorgungs­beitrag beim Erbe voll ausschöpfen, weil sie auf die Einkünfte aus der privaten Vorsorge ihres verstorbenen Mannes Erbschaft­steuer leisten muss.

Wohingegen die Witwe eines Angestellten, der gesetzlich renten­versichert war, ihren Versorgungs­freibetrag um den Kapitalwert der Witwenrente gekürzt bekommt, weil auf diese keine Erbschaft­steuer anfällt.

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Freibetrag für Hausrat und weitere Gegenstände

Neben den steuerlichen Frei­beträgen und den besonderen Versorgungs­freibeträgen gewährt das Finanzamt unter bestimmten Voraus­setzungen weitere Frei­beträge, die die Erbschaftsteuer­last mindern. „Für Hausrat einschließlich Wäsche und Kleidungs­stücke erhält ein Erbe oder eine Erbin der Steuer­klasse I einen Freibetrag von 41.000 Euro“, sagt Rechtsanwalt Jan Bittler.

Für Gegenstände, die nicht zum Hausrat zählen, wie zum Beispiel bestimmter Schmuck oder Kunst­gegenstände, gibt es einen weiteren Freibetrag von 12.000 Euro. Erben in den Steuer­klassen II oder III bekommen für Hausrat und Gegenstände insgesamt einen Freibetrag von 12.000 Euro.

Zur Steuer­klasse I gehören bei der Erbschaft­steuer Eheleute und deren direkte Nachkommen. Der zugehörige Steuersatz hat sieben Stufen und liegt, abhängig von der Höhe des Vermögens, zwischen 7 und 30 Prozent. Zur Steuer­klasse II bei der Erbschaft­steuer gehören Geschwister, deren Kinder, Schwieger­kinder und -eltern sowie geschiedene Partner. Hier steigert sich der Steuersatz in sieben Stufen von 15 bis 43 Prozent. Alle übrigen Personen wie etwa Lebens­gefährten oder Freunde gehören in Steuer­klasse III. Je nach Vermögensw­ert liegt der Steuersatz für sie zwischen 30 und 50 Prozent.

Der Pflegefreibetrag

Und dann gibt es noch den Pflegefrei­betrag. „Hat etwa eine Tochter ihren Vater bis zu dessen Tod unentgeltlich oder gegen ein unzureichendes Entgelt gepflegt oder ihm Unterhalt gewährt, steht ihr in Sachen Erbschaft­steuer ein Pflegefrei­betrag von bis zu 20.000 Euro zu“, sagt Bittler.

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Quelle: dpa/DAWR/ab
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