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Arbeitsrecht | 04.01.2016

Urlaub

Erholungsurlaub: Welche Rechte haben Arbeitnehmer beim Thema Urlaub?

Recht auf Erholung ist im Bundesurlaubsgesetz geregelt

Bei einer Fünf-Tage-Woche stehen Arbeitnehmern 20 Tage Urlaub pro Jahr zu. Diesen gesetzlichen Anspruch hat jeder. Weniger eindeutig geregelt ist, wann der Urlaub genommen werden darf. Oft führt die Urlaubsplanung daher zu Konflikten. Das neue Jahr hat kaum begonnen, da steht schon die Urlaubsplanung an: Der Jahresurlaub soll eingereicht werden, und die Kollegen äußern bereits Wünsche. Auch der Resturlaub muss weg. Doch welche Rechte haben Arbeitnehmer beim Thema Urlaub überhaupt? Was geht und was nicht? Geregelt ist das im Bundesurlaubsgesetz.

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Urlaubsanspruch richtet sich nach den Arbeitstagen und wöchentlichen Arbeitsstunden

Der konkrete Urlaubsanspruch richtet sich nach den wöchentlichen Arbeitsstunden. Wer sechs Tage in der Woche arbeitet, hat von Gesetz wegen ein Anrecht auf 24 Werktage Urlaub im Jahr. Bei einer 5-Tage-Woche sind es 20 Werktage Urlaub. Wer weniger arbeitet, wie Teilzeitbeschäftigte oder Minijobber, dem stehen weniger freie Tage zu. Bei lediglich zwei Arbeitstagen pro Woche sind das acht bezahlte Urlaubstage im Jahr. Siehe auch: Teilzeitbeschäftigung: Wie viel Urlaub steht einem Teilzeitbeschäftigten mindestens zu?

Bundesurlaubsgesetz regelt nur das gesetzliche Minimum

Hinzu kommen Urlaubstage, die der Arbeitgeber freiwillig gewährt oder die von den Tarifparteien zusätzlich vereinbart wurden. Die Vorschriften des Bundesurlaubsgesetzes sind nur das gesetzliche Minimum. Die meisten Arbeits- und Tarifverträge gehen über den gesetzlichen Urlaubsanspruch hinaus. Angestellte im öffentlichen Dienst haben beispielsweise 30 Tage Urlaub im Jahr.

Urlaub muss in den meisten Unternehmen beantragt werden

Allerdings steht es dem Arbeitnehmer nicht frei, Urlaub zu nehmen, wann er das möchte. Der Arbeitgeber muss die Urlaubswünsche des Arbeitnehmers berücksichtigen. Wenn dringende betriebliche Gründe dagegen sprechen, kann er einen Urlaubswunsch ablehnen. Solche betrieblichen Belange sind etwa personelle Engpässe oder Inventurarbeiten für den Jahresabschluss. In den meisten Unternehmen muss Urlaub daher beantragt werden.

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Arbeitgeber darf Urlaub verwehren

Der Arbeitgeber darf den Urlaub auch verwehren, wenn es zu Kollisionen mit Wünschen anderer Mitarbeiter kommt, die sozial vorrangig zu behandeln sind - zum Beispiel weil sie zur Ferienzeit schulpflichtige Kinder betreuen müssen. Ein klassischer Konfliktfall sind die Sommerferien: Hier gilt meist die Regel: Wer mehr Kinder hat, wird bevorzugt. Das darf aber nicht über Jahre hinweg so gehen, dann muss der Arbeitgeber auch mal die Belange der anderen Mitarbeiter berücksichtigen. Siehe auch: Widerruf des genehmigten Urlaubs: Kann ein Arbeitnehmer von seinem Chef aus dem Urlaub geholt werden?

Mehr als zwei Wochen Urlaub sollten mit Arbeitgeber abgesprochen werden

Der Arbeitgeber sollte einrichten, dass der Urlaub möglichst zusammenhängend genommen werden kann. In der Praxis wird aber selten der gesamte Urlaub am Stück genommen, üblich sind meist nur zwei bis drei zusammenhängende Wochen. Wer vier Wochen nach Asien reisen möchte, sollte das daher im Vorfeld mit seinem Chef besprechen. Anders liegen die Dinge, wenn ein Urlaub bereits gewährt wurde: Ein einmal genehmigter Urlaub darf nicht widerrufen werden.

Einseitige Anordnung von Urlaub wegen Arbeitsmangel ist nicht zulässig

Nicht erlaubt ist auch, dass ein Arbeitgeber seinen Mitarbeitern nur dann Urlaub genehmigt, wenn im Betrieb nicht viel zu tun ist. Eine einseitige Anordnung von Urlaub, wegen bloßen Arbeitsmangels ist nicht zulässig. Doch auch von dieser Regel gibt es eine Ausnahme: Beim Betriebsurlaub setzt der Betrieb einen Zeitraum fest, in dem die Belegschaft Urlaub macht. So eine Regelung muss aber mit entsprechendem Vorlauf angekündigt werden. Gibt es einen Betriebsrat, muss er zustimmen.

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Resturlaub sieht der Gesetzgeber eigentlich nicht vor

Das Bundesurlaubsgesetz schreibt vor, dass der Urlaub noch im selben Kalenderjahr genommen werden muss. Nur bei betrieblichen Ausnahmefällen oder aus persönlichen Gründen darf Resturlaub ins erste Quartal des Folgejahres übertragen werden. Viele Arbeitsverträge sehen aber eine Kulanz bis Ende März vor. Wird der Urlaub bis dahin nicht genommen, verfallen die freien Tage. Eine Auszahlung nicht genommener Urlaubstage ist nur beim Ausscheiden des Mitarbeiters aus dem Betrieb zulässig. Siehe auch: Resturlaub: Verfällt Resturlaub am Jahresende?

Bei Krankheit bleibt der Urlaubsanspruch erhalten

Wenn ein Arbeitnehmer im Urlaub erkrankt, muss er selbst aktiv werden und sich unverzüglich beim Arbeitgeber krankmelden. Der Urlaubsanspruch bleibt dann für die Dauer der Krankheit erhalten. Der Mitarbeiter kann seine Urlaubstage zu einem späteren Zeitpunkt nachholen. Siehe auch: Krank im Urlaub: Was passiert, wenn man als Arbeitnehmer während des Jahresurlaubs krank wird, verfallen dann die Urlaubstage oder hat man Anspruch auf neuen Urlaub?

Ärger um den Urlaub führt selten zu Rechtsstreitigkeiten

Am häufigsten kommen Klienten in die Rechtsberatung mit der Frage, wann Urlaub vom Arbeitgeber gewährt werden muss. Das ist auch der Bereich, der am wenigsten eindeutig geregelt ist. Aus diesem Grund führt der Ärger um den Urlaub selten zu Rechtsstreitigkeiten: Zu bestimmten Zeiten freizunehmen, kann nicht ohne weiteres eingeklagt werden. Arbeitnehmer sollten, das im Gespräch mit dem Chef klären. Wurden Urlaubswünsche nicht berücksichtigt, können sich Arbeitnehmer auch an den Betriebsrat wenden. Aber: Ein Urlaub ist meist keinen Konflikt mit dem Arbeitgeber wert. Sollten Sie gleichwohl Ärger mit Ihrem Arbeitgeber haben, dann wenden Sie sich am besten an einen Rechtsanwalt für Arbeitsrecht, den Sie z.B. hier im Deutschen Anwaltsregister (DAWR) finden.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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