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Arbeitsrecht | 11.11.2019

Probezeit

Erlaubt oder nicht? Darf der Arbeitgeber die Probezeit verlängern?

Keine einseitige Probezeit­verlängerung durch den Arbeitgeber möglich

Die ersten Monate im Job gelten meist als sogenannte Probezeit - mit kurzer Kündigungs­frist für beide Seiten. Aber kann dieser Zeitraum auch verlängert werden?

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Die Probezeit gilt als Kennenlern­phase, in der Arbeitgeber und Arbeit­nehmer gegenseitig prüfen können, ob das Arbeits­verhältnis passt. Darf eine vertraglich vereinbarte Probezeit vom Arbeitgeber jedoch verlängert werden?

Arbeitnehmer muss Verlängerung zustimmen

Die einfache Antwort lautet: nein. „Der Arbeitgeber kann die Probezeit nicht einfach ohne Zustimmung des Arbeit­nehmers verlängern“, sagt Peter Meyer, Fachanwalt für Arbeits­recht in Berlin. Die Parteien können sich aber abstimmen. Gibt der Arbeit­nehmer sein Ein­verständnis, wird die Ver­längerung in einer Ergänzung zum Arbeits­vertrag festgehalten.

Verlängerung in Ausnahmen möglich

Der Fachanwalt nennt ein Beispiel: Im Arbeits­vertrag eines Unternehmens ist eine Probezeit von drei Monaten geregelt. Eine neue Mit­arbeiterin fehlt in dieser Zeit einen Monat lang wegen Krankheit. Deshalb kann sich der Arbeitgeber kein vollständiges Bild machen und verlängert in Absprache mit ihr die Probezeit um längstens drei weitere Monate.

Verlängerung auch nach sechs Monaten eine Option

Aber auch über den regulären Zeitraum einer Probezeit von sechs Monaten hinaus ist in Einzel­fällen eine Ver­längerung möglich. Rechtsanwalt Peter Meyer empfiehlt Arbeit­nehmern, ein solches Angebot des Arbeit­gebers in der Regel anzunehmen.

Auch diesen Fall illustriert er anhand eines Beispiels: So könne es sein, dass ein Arbeitgeber am Ende des sechsten Monats noch nicht genau weiß, ob ein neuer Mitarbeiter ins Team passt, und kurz vor Ablauf der Probezeit eine Ver­längerung erfragt.

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Ab dem siebten Monat greift gesetzlicher Kündigungsschutz

„Der Arbeit­nehmer sollte sich auf jeden Fall darauf einlassen“, so Rechtsanwalt Peter Meyer. Denn ab dem siebten Monat des Arbeits­verhältnisses greift der gesetzliche Kündigungs­schutz. Das heißt, die Kündigungs­frist ist dann unabhängig von der Probezeit länger, und der Arbeit­nehmer hat das Recht, eine ab dem siebten Monat erfolgte Kündigung inhaltlich überprüfen zu lassen.

Kündigung bis zum letzten Tag der Probezeit möglich

In den ersten sechs Monaten eines Arbeits­verhältnisses und bei Vereinbarung einer Probezeit hat der Arbeitgeber das Recht, dem Arbeit­nehmer mit einer Frist von 14 Tagen zu kündigen. Das regelt Paragraf 622 im Bürgerlichen Gesetzbuch. „Und entscheidend ist dabei der Zugangs­zeitpunkt der Kündigung“, so Rechtsanwalt Peter Meyer. Eine Kündigungs­erklärung ist somit auch am letzten Tag der Probezeit noch möglich.

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Quelle: dpa/DAWR/ab
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