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Haftungsrecht, Schadensersatzrecht und Versicherungsrecht | 19.01.2018

Sturm­schäden

Erst die Eisglätte - dann der Sturm: Was Autofahrer, Bahn­fahrgäste und Haus­besitzer beachten sollten?

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema im Überblick

Glatte Straßen, Schnee und Sturm - das derzeitige Wetter macht vielen gehörig zu schaffen. Was sollten Haus­besitzer tun, wenn etwa das Dach durch „Friederike“ beschädigt worden ist? Und was müssen Auto- und Bahnfahrer beachten?

Erst die Eisglätte, jetzt der Sturm: Das Wetter macht aktuell gleich doppelt Ärger. Was müssen Autofahrer, Bahn­fahrgäste und Haus­besitzer beachten?

Welche Versicherung zahlt bei Sturmschäden?

Sturm­schäden am Haus sind in der Regel über die Hausrat- oder die Wohngebäudev­ersicherung abgesichert. Voraussetzung ist, dass der Sturm tatsächlich die Ursache des Schadens ist. Darauf weist der Bund der Versicherten (BdV) hin.

Die Gebäude­versicherung zahlt zum Beispiel bei abgedeckten Dächern, zerstörten Schorn­steinen oder Schäden durch umgefallene Bäume. Sie kommt auch für Folge­schäden auf, wenn Regen durch das vom Sturm beschädigte Dach oder kaputte Fenster eindringt - aber nur für Schäden am Haus selbst. Für bewegliche Gegenstände ist die Hausrat­versicherung zuständig - sie kommt etwa für Möbel auf, die infolge des Sturms nass und unbrauchbar geworden sind.

Betroffene melden sich am besten schnell­stmöglich bei ihrer Versicherung. Grund­sätzlich reicht ein Anruf, zur Sicherheit rät der BdV aber zu einem Einschreiben mit Rückschein. Zur Dokumentation der Schäden sollten Versicherte Fotos machen und Zeugen benennen. Wichtig ist: Ohne Rück­sprache beheben Betroffene die Schäden besser nicht. Die Versicherung muss sie durch eigene Gutachter bestimmen können.

Es kann sich lohnen, kleinere Schäden am Haus nach einem Sturm selbst zu tragen. Denn eine Versicherung kann den Vertrag auch kündigen, wenn Kunden immer wieder Schäden melden.

Und wenn der Sturm mein Auto beschädigt hat?

Schäden durch Unwetter am Auto sollten Besitzer umgehend ihrer Kfz-Teil­kasko­versicherung melden. Oft müssen sie die Meldung durch Angaben des Wetteramtes ergänzen, erläutert der ADAC. Denn der Wind muss zum Zeitpunkt der Beschädigung mindestens die Windstärke Acht gehabt haben. Ohne Absprache mit dem Versicherer sollten Fahrer allerdings keinen Gutachter bestellen oder den Schaden reparieren lassen - sonst bleiben sie unter Umständen auf den Kosten sitzen.

Bei Schäden durch herunter­fallende Äste oder Dachziegel ist in jedem Fall die Teilkasko­versicherung der richtige Ansprech­partner. Denn hier findet in der Regel keine Rück­stufung statt. Zudem ist die Selbst­beteiligung meist geringer. Fährt der Wagen hingegen gegen einen Baum, der bereits länger auf der Straße liegt, müssen sich Versicherte - falls vorhanden - an ihre Voll­kasko­versicherung wenden.

Wie kann ich Unfällen bei Glatteis vorbeugen?

Wenn das Auto bei Glatteis ins Schleudern kommt, reagieren Fahrer idealer­weise wie folgt: bremsen, das Lenkrad gut festhalten und leicht gegenlenken. „Gegebenenfalls wieder etwas von der Bremse gehen“, rät Thorsten Rechtien vom Tüv Rheinland. Hektisches Gegenlenken oder auch zu starkes Bremsen ver­schlimmere die Situation in der Regel.

Bei stürmischem Wetter müssen Fahrer sich außerdem auf tückische Seitenböen gefasst machen. Der ADAC rät daher, das Tempo zu reduzieren, um leichter gegenlenken zu können. Besonders vorsichtig sollten Fahrer auf Brücken, in Wald­schneisen und beim Überholen von Lkw und Bussen sein. Auch auf Dachlasten wie Skiboxen und Fahrräder sollten sie besser verzichten.

Was ist, wenn ich meine Reise mit der Bahn nicht antreten konnte?

Nach Angaben der Bahn behalten alle Fahrkarten für vom Sturm betroffene Strecken ihre Gültigkeit. Sie können kostenfrei erstattet oder bis eine Woche nach Ende der Störung flexibel genutzt werden. Dies gelte auch für zug­gebundene Fahrscheine. Sitzplatz­reservierungen können umgetauscht werden.

Hat sich ein Zug wegen des Unwetters erheblich verspätet, muss die Bahn einen Teil des Ticket­preises erstatten. 25 Prozent des Preises gibt es ab 60 Minuten Verspätung, 50 Prozent ab 120 Minuten. Entscheidend ist die Ankunfts­zeit am Zielort.

Und was gilt bei Flügen?

Anders als bei der Bahn können Flug­reisende bei einem Sturm nicht unbedingt auf eine Entschädigung für Ausfälle und Verspätungen hoffen. Denn ein starkes Unwetter kann als außergewöhnlicher Umstand gelten - wodurch der Anspruch entfällt. Das gilt aber keineswegs pauschal. Eine Fluggesellschaft muss alle zumutbaren Maßnahmen ergreifen, um Verspätungen dennoch zu vermeiden. Was genau hier jedoch angemessen ist, beschäftigt regelmäßig die Gerichte.

Nach einer Verspätung oder einem Flugausfall sollten sich Betroffene zunächst an die Fluggesellschaft wenden. Kommt keine befriedigende Antwort, bietet sich eine Beschwerde bei der Schlichtungs­stelle für den öffentlichen Personen­verkehr (söp) an. Für Fluggesellschaften aus Deutschland gibt es außerdem die Schlichtungs­stelle Luftverkehr beim Bundes­justizamt. Die Stellen prüfen kostenlos, ob der Kunde einen Erstattungs­anspruch hat.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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