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Arbeitsrecht | 19.03.2019

Vorstellungs­gespräch

Fahrtkosten­erstattung: Wer muss die Kosten für die Anfahrt zum Bewerbungs­gespräch tragen?

Fahrtkosten zum Vorstellungs­gespräch sind vom Arbeitgeber zu erstatten - sofern nicht ausdrücklich etwas anderes vereinbart wurde

Von München nach Hamburg und zurück - wer zu einem Vorstellungs­gespräch eingeladen wird, ist mitunter schnell eine gute Summe für die Anreise los. Muss der Arbeitgeber die Anfahrts­kosten für den Bewerbungs­termin bezahlen?

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„Wenn der Arbeitgeber einen Bewerber bittet, zu einem Vorstellungs­gespräch zu kommen, und nichts zu den Anreise­kosten vereinbart ist, muss der Arbeitgeber sie in der Regel tragen“, erläutert Peter Meyer, Fachanwalt für Arbeits­recht.

Ausschluss der Erstattung möglich

Verkehrs­übliche und zu erstattende Kosten seien bei Anreise mit dem eigenen Pkw die aus dem Steuerrecht bekannten Pausch­beträge von 30 Cent pro Kilometer. Ein Arbeitgeber kann diese Erstattungs­pflicht aber ausdrücklich mit der Einladung zum Vorstellungs­gespräch ausschließen, so Rechtsanwalt Meyer, der in der Arbeits­gemeinschaft Arbeits­recht im Deutschen Anwalt­verein (DAV) tätig ist. Dann trägt der Bewerber die Fahrtkosten selbst.

Vorgaben zur Höhe der Kostenübernahme

Der Arbeitgeber könne aber zum Beispiel festlegen, dass er nur die Kosten erstattet, die bei einer Fahrt mit der Deutschen Bahn in der zweiten Klasse entstehen.

Kein Anspruch auf Erstattung der Übernachtungskosten

Übernachtet ein Bewerber für das Vorstellungs­gespräch vor Ort, gelten die gleichen Grundsätze. Über­nachtungen sind aber nicht verkehrs­üblich und damit nicht erstattungs­fähig, wenn der Bewerber ohne Probleme auch am Vorstellungs­tag an- und abreisen kann.

Kein Anspruch auf Erstattung des Verdienstausfalls

Ebenfalls eindeutig ist die Sache, wenn es um die Zeit des Arbeit­nehmers geht: Wer sich für ein Bewerbungs­gespräch Urlaub nimmt oder Arbeitszeit in seinem aktuellen Job verpasst, hat keinen Anspruch darauf, dass der potenzielle neue Arbeitgeber für den Zeitaufwand aufkommt oder den Verdienst­ausfall ersetzt, wie Rechtsanwalt Peter Meyer erklärt.

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Quelle: dpa/DAWR/ab
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