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Bankrecht | 31.08.2016

Lastschrift­verfahren

Fehler im Lastschrift­verfahren: Geschädigte können falsche Abbuchungen zurückholen

Verbraucher sollten unbedingt in kurzen Abständen ihre Konto­auszüge überprüfen

Seine Konto­auszüge sollte man im Blick behalten - schon aus eigenem Interesse. Denn mitunter wird per Lastschrift ein falscher Betrag abgebucht. Geschädigte können das Geld zurückholen. Dafür brauchen sie aber die Hilfe ihrer Bank.

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Per Lastschrift zahlen - das ist eigentlich für alle Beteiligten von Vorteil. Die eine Seite kommt rasch an das ihr zustehende Geld. Die andere Seite erspart sich das mitunter lästige Ausfüllen von Überweisungen und muss auch nicht ständig im Blick haben, wann welche Summe fällig wird.

Pannen können nicht ausgeschlossen werden

Trotzdem können Pannen nicht ausgeschlossen werden. Mal bucht zum Beispiel ein Verein weiter einen Mitglieds­beitrag ab, obwohl die Mitglied­schaft längst nicht mehr besteht. Mal belastet ein Online-Händler das Konto eines Kunden für dieselbe Ware gleich zweimal. Oder es kommt vor, dass jemand ohne jede Berechtigung Geld vom Konto eines anderen abbucht. „Verbraucher sollten unbedingt in kurzen Abständen ihre Konto­auszüge überprüfen“, rät deshalb Annabel Oelmann von der Verbraucher­zentrale Bremen.

Bei Unregelmäßigkeiten sollten Betroffene sofort handeln

Wer Un­regel­mäßigkeiten feststellt, sollte umgehend reagieren. „Innerhalb von acht Wochen kann der Konto­inhaber bei seinem Kredit­institut die Erstattung einer Lastschrift­belastung zurück­verlangen“, sagt Tanja Beller vom Bundes­verband deutscher Banken. Dafür muss er keine Gründe nennen - er muss also nicht beweisen, dass eine Abbuchung aus seiner Sicht zu Unrecht erfolgt ist. „Die Frist beginnt ab dem Tag der Belastung des Kontos zulaufen“, erklärt Theo Pischke von der Stiftung Warentest.

Widerspruch gegen die Abbuchung sollte schriftlich erfolgen

Die Aufforderung an das Geld­institut, einen Betrag zurück zu holen, sollte schriftlich erfolgen. Dieser Widerspruch ist kostenlos -Banken dürfen hierfür keine Gebühren verlangen. Dabei müssen Kunden den Betrag angeben, das Datum der Abbuchung und den Einreicher der Lastschrift.

„Beim Online­banking können Verbraucher den Betrag der Lastschrift mit wenigen Mausklicks zurückholen oder die Lastschrift zurück­geben“, sagt Theo Pischke von der Stiftung Warentest. Er verweist darauf, dass auf dem Online-Kontoauszug oft eine Funktion namens „Lastschrift zurück­geben“ vorhanden ist. „Die Rückgabe der Lastschrift wird dann auf dem Kontoauszug bestätigt“, sagt Theo Pischke von der Stiftung Warentest. Die Rück­buchung des Geldes sollte innerhalb von 14 Tagen erfolgen.

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Seit Juli 2012 sind Lastschriften im sogenannten Sepa-Verfahren üblich

Sepa ist die Abkürzung für „Single Euro Payments Area“. Übersetzt heißt das „einheitlicher Euro-Zahlungs­verkehrs­raum“. Hierzu gehören neben den Mitglieds­staaten der Europäischen Union unteranderem Island, Liechten­stein, Norwegen, Monaco und die Schweiz.

Bei Last­schriften im Sepa-Verfahren erteilt der Kunde ein Mandat: Er ermächtigt den Anbieter zum Einzug von Geld und gibt zugleich der Bank die Genehmigung zur Buchung. „Liegt ein solches gültiges Mandat nicht vor und es kommt zu einer nicht-autorisierten Belastung eines Kontos, dann hat der Betroffene eine Frist von bis 13 Monaten, das Geld zurückzufordern“, erklärt Tanja Beller vom Bundes­verband deutscher Banken. Wichtig ist nach ihren Angaben, dass sich der Kunde unverzüglich bei seinem Institut meldet, wenn er unrechtmäßige Buchungen auf seinem Konto feststellt.

Geschädigte haben Anspruch auf Schadensersatz

Kunden müssen sich im Prinzip keine Sorgen machen, wenn durch die zu Unrecht erfolgte Abbuchung ihr Konto ins Minus rutscht. „Die Erstattung des Lastschrift­betrags erfolgt in der Weise, als ob die Belastung nicht stattgefunden hätte“, erklärt Tanja Beller vom Bundes­verband deutscher Banken . Jemand, der zu Unrecht abgebucht hat, kann allerdings auch haftbar gemacht werden. „Dem Geschädigten steht ein Schadens­ersatz­anspruch zu“, sagt der Fachanwalt für Bank- und Kapital­markt­recht Thomas Meschede. Der Schaden ist dabei grund­sätzlich konkret zu berechnen.

„Maßgebend ist die tatsächlich eingetretene Vermögens­minderung“, erläutert der Rechtsanwalt. Zu den erstattungs­fähigen Kosten gehören beispiels­weise Telefon­kosten, Porto für Briefe - zum Beispiel an die Bank - sowie Rechtsanwalts­kosten. „Jemand, der unberechtigt von einem Konto abbucht, macht sich unter Umständen auch wegen Betrugs strafbar“, erklärt der Fachanwalt für Bank- und Kapital­markt­recht Thomas Meschede.

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Ausgleichzahlung oder Gutschrift sollte innerhalb von zwei Wochen zurückgefordert werden

Wer eine zu hohe Abbuchung von seinem Konto feststellt, kann sich auch zunächst schriftlich an denjenigen wenden, der zu viel Geld eingezogen hat. Betroffene sollten in solchen Fällen genau angeben, was falsch abgebucht wurde und wie hoch die korrekte Summe wäre. Der Abbuchende sollte dann innerhalb von zwei Wochen zu einer Ausgleichs­zahlung beziehungs­weise zu einer Gutschrift aufgefordert werden.

Mandatsnummer und Gläubigeridentifikationsnummer sorgfältig aufbewahren

„Wenn dieses Vorgehen nichts bringt, können Betroffene immer noch darüber nachdenken, ob sie gegebenenfalls rechtliche Schritte einleiten“, sagt Annabel Oelmann von der Verbraucher­zentrale Bremen. Sie verweist darauf, dass Anbieter, die per Lastschrift abbuchen, ihren Kunden eine Mandats­nummer und deren Gläubiger­identifikations­nummer mitgeteilt haben - zwei wichtige Daten für die Sepa-Lastschrift. „Verbraucher sollten diese Mitteilungen gut aufbewahren“, erklärt Oelmann. Denn mit den beiden Nummern können Einzüge besser überwacht und gesteuert werden.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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