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Sozialrecht und Sozialversicherungsrecht | 31.05.2019

Witwenrente

Finanzielle Absicherung für Hinter­bliebene: Wer hat Anspruch auf Witwenrente?

Nach dem Tod des Partners haben Betroffene Anspruch auf Witwen- bzw. Witwerrente

Eine Witwen- oder Witwerrente bekommen Hinter­bliebene Partner nicht automatisch. Sie muss beantragt werden. Betroffene sollten sich im Zweifels­fall beraten lassen - denn es gibt eine alte und es gibt eine neue Rechtslage.

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Der Schmerz über den Tod des Ehe- oder Lebens­partners ist schon groß genug. Zu der Trauer stellt sich für den Hinter­bliebenen nicht selten auch noch die Frage, wie es finanziell weitergeht. In der Regel haben Betroffene nach Angaben des Bundes­sozial­ministeriums Anspruch entweder auf eine kleine oder auf eine große Witwen- bzw. Witwerrente.

Witwenrente gibt es nur auf Antrag

Ende 2017 haben einer Statistik der Deutschen Renten­versicherung zufolge über 5,3 Millionen Personen in Deutschland eine solche Rente bezogen. Die Leistung wird dem Hinter­bliebenen nicht automatisch überwiesen. Sie muss beim Renten­versicherungs­träger beantragt werden.

Weil die Materie sozial­rechtlich komplex ist und je nach Fall die alte oder neue Rechtslage gilt, sollten sich Hinter­bliebene beraten lassen. Das geht beispiels­weise in den Auskunfts- und Beratungs­stellen der gesetzlichen Renten­versicherung oder auch in einer der Beratungs­stellen des Sozial­verbands VdK.

Witwenrente nach alter Rechtslage

Die alte Rechtslage kommt unter folgenden Voraus­setzungen zum Zuge: Der Ehe- oder Lebens­partner ist vor dem 1. Januar 2002 gestorben. Sie gilt auch dann, wenn der Tod des Partners nach dem 31. Dezember 2002 erfolgte, die Partner aber vor dem 1. Januar 2002 geheiratet haben und mindestens einer von ihnen vor dem 2. Januar 1962 geboren wurde.

Witwenrente nach neuer Rechtslage

Die neue Rechtslage ist für die Hinter­bliebenen relevant, die nach dem 31. Dezember 2001 die Ehe oder Lebens­partnerschaft eingegangen sind. Sie wird auch dann angewandt, wenn die Hochzeit oder die Eintragung der Partnerschaft vor diesem Zeitpunkt erfolgte und keiner der Partner vor dem 2. Januar 1962 zur Welt kam.

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Voraussetzungen für den Erhalt der Witwenrente

Um Anspruch auf eine Witwen-/Witwerrente zu haben, müssen bestimmte Voraus­setzungen erfüllt sein: „Die oder der Verstorbene muss grund­sätzlich die Mindest­ver­sicherungs­zeit von insgesamt fünf Jahren erfüllt haben“, sagt Dirk von der Heide von der Deutschen Renten­versicherung Bund. Außerdem muss die Ehe zum Zeitpunkt des Todes rechts­gültig mit der oder dem Hinter­bliebenen und nach neuem Recht mindestens ein Jahr bestanden haben.

„Die Witwen- beziehungs­weise Witwerrente hat die Funktion eines Unterhalts­ersatzes“, erläutert Cornelia Jurrmann vom Sozial­verband VdK Deutschland. Die Leistung stellt ein Ersatz für den Unterhalt dar, den der Verstorbene bis zu seinem Tod erbracht hat.

Anspruch auf Rente unabhängig von der alten oder der neuen Rechtslage

Anspruch auf eine kleine Witwen-/Witwerrente haben diejenigen, die jünger als 47 Jahre und nicht erwerbs­gemindert sind und kein Kind erziehen. Die kleine Witwen-/Witwerrente beträgt 25 Prozent der Rente des oder der Verstorbenen. „Die Leistung wird in der Regel für zwei Jahre nach dem Tod des Partners gezahlt“, sagt Dirk von der Heide. Wer unter der sogenannten alten Rechtslage fällt, bekommt die kleine Witwen-/Witwerrente zeitlich unbegrenzt.

Die große Witwen-/Witwerrente bekommen alle, die ein bestimmtes Lebensalter erreicht haben, wegen Krankheit oder Behinderung erwerbs­gemindert sind oder ein Kind unter 18 Jahren betreuen. Bei behinderten Kindern, die für ihren Lebens­unterhalt nicht selbst aufkommen können, spielt das Alter des Kindes keine Rolle. „Zu Kindern zählen nicht nur die leiblichen, sondern auch die des verstorbenen Partners“, so Cornelia Jurrmann. Unter bestimmten Bedingungen können dies nach ihren Angaben auch Pflege­kinder, Enkel und Geschwister sein.

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Altersgrenze wird stufenweise erhöht

Die Alters­grenze für die große Witwen-/Witwerrente steigt laut Bundes­sozial­ministerium seit dem Jahr 2012 stufenweise von 45 auf 47 Jahre. Welches Alter gilt, hängt davon ab, in welchem Jahr der oder die Versicherte gestorben ist. „Bei Todes­fällen im Jahr 2019 muss die oder der Hinter­bliebene 45 Jahre und acht Monate sein, um die große Witwen-/Witwerrente zu bekommen“, erläutert Dirk von der Heide. Das Alter von 47 Jahren gilt erst bei Todes­fällen im Jahr 2029 und später.

Eigenes Einkommen wird angerechnet

Die große Witwen-/Witwerrente beträgt nach alter Rechtslage 60 Prozent der Rente des verstorbenen Partners, nach dem neuen Recht gibt es nur noch 55 Prozent. Zeitlich ist sie nicht befristet - der Hinter­bliebene erhält sie bis zu seinem Lebensende.

Hat der oder die Hinter­bliebene ein eigenes Einkommen, wird es auf die Witwen-/Witwerrente angerechnet, falls es einen bestimmten Freibetrag übersteigt. Der Freibetrag hängt vom aktuellen Rentenwert ab. Aktuell liegt der Freibetrag in den alten Bundes­ländern bei 845,59 Euro im Monat (ab Juli 2019: 872,52 Euro) und in den neuen Bundes­ländern bei 810,22 Euro (ab Juli: 841,90 Euro).

Für jedes waisen­renten­berechtigte Kind des Rentene­mpfängers erhöht sich der Freibetrag um 179,37 Euro im Westen (ab Juli 185,08 Euro) und um 171,86 Euro im Osten (ab Juli: 178,58 Euro). Das Einkommen wird teilweise auf die Rente angerechnet, sobald der jeweilige Freibetrag überschritten wurde.

Kinderzuschlag möglich

Erzieht der Hinter­bliebene Kinder bis zum dritten Lebensjahr oder hat sie erzogen, kann die- oder derjenige zusätzlich zur Witwenrente einen Zuschlag bekommen. „Dies geht aber nur nach dem neuen Recht“, sagt Cornelia. Die Höhe des Kinder­zuschlags ist unterschiedlich. Sie hängt vom jeweiligen Bundesland ab und davon, wie viele Kinder der Hinter­bliebene erzieht oder erzogen hat.

Kein Anspruch auf Rente nach erneuter Heirat

Heiratet der Hinter­bliebene Partner erneut, fällt die Witwen-/Witwerrente nach alter wie neuer Rechtslage weg. „Auf Antrag wird aber eine Abfindung gezahlt“, sagt Dirk von der Heide. Sie beträgt zwei Jahres­beträge der Witwen- oder Witwerrente, die in den letzten zwölf Monaten im Durchschnitt gezahlt wurde. „Hierfür benötigt der Renten­versicherungs­träger die neue Heirats­urkunde“, so Dirk von der Heide.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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