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Immobilienrecht und Verbraucherrecht | 12.12.2018

Staatliche Bau­förderungen

Finanzielle Förderung und Zuschüsse: Die Förder­programme für Hausbau und Sanierung

Von Bau­kinder­geld bis Heizungs­sanierung - auch 2019 locken über 50 Förder­programme mit teils hohen Summen

Immobilien­besitzer haben viele Möglichkeiten, ihr Haus mit Geld aus der Staatskasse auf Vordermann zu bringen. Auch wer Wohn­eigentum bauen oder kaufen will, bekommt 2019 wieder Zuschüsse.

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Ob bauen oder kaufen: Angesichts stetig steigender Immobilien- und Baupreise lohnt es sich, nach Zuschüssen Ausschau zu halten. Zu den ersten Adressen gehören die KfW-Bank und das Bundesamt für Wirtschaft und Außen­handels­kontrolle, kurz Bafa.

50 Förderprogramme stehen zur Verfügung

Beide bieten Privat­eigentümern und solchen, die es werden wollen, insgesamt etwa 50 Förder­programme. Ein Schwerpunkt liegt auf Energie­effizienz. Ein anderer ist die Unterstützung beim Erwerb von Wohn­eigentum und dessen Sanierung.

Kein Geld ohne Antrag

Wichtig in jedem Fall: Geld gibt es auf Antrag. Dieser muss vor der Auftrags­vergabe an die Handwerker oder das Bau­unternehmen gestellt werden, sagt Thorsten Weber, Berater des Verbands Privater Bauherren (VPB) aus Fulda. Während KfW-Förderung häufig über die Hausbank beantragt wird, läuft beim Bafa alles direkt und online.

Hilfe vom Energieberater ratsam

Sowohl KfW als auch Bafa erwarten, dass Eigentümer sich vor Einreichen ihres Antrags informieren und möglichst einen Energie­berater zu Hilfe holen. Dieser kümmert sich zudem um den mit der Antrag­stellung verbundenen Papierkram und besorgt die erforderlichen Nachweise bei den ausführenden Firmen. Ohne solche Belege zahlen die Förder­institutionen nicht.

Möglichkeit zur Bezuschussung des Beratungshonorars

Das Berater­honorar wird unter bestimmten Voraus­setzungen ebenfalls bezuschusst. „Bei zwei Wohnungen können dann maximal 800 Euro für eine Vor-Ort-Beratung herausspringen“, sagt Thorsten Weber.

Konzept für energetische Sanierung direkt vom Fachmann

Das Bafa hat eigens für Immobilien­besitzer den Topf „Energie­beratung Wohn­gebäude“, aus dem Energie­berater finanziert werden. Diese geben Eigentümern von Bestands­bauten Tipps, wie sie in ihrem Haus Energie sparen können. Voraussetzung ist, dass der Bauantrag für das Gebäude vor dem 1. Februar 2002 gestellt wurde.

Im Rahmen des Programms macht der Fachmann eine Bestands­aufnahme. Auf dieser Basis erstellt er ein Konzept, um das Haus energetisch auf den aktuellen Stand zu bringen. Das Konzept beinhaltet nach Bafa-Angaben auch Hinweise auf Förder­möglichkeiten. Am Ende steht ein Sanierungs­fahrplan.

Das Programm können Eigentümer auch wieder 2019 nutzen. Es wendet sich sowohl an einzelne Haus­besitzer als auch an Wohnungs­eigentums­gemeinschaften. Die Förderung zahlt das Bafa direkt an den Energie­berater aus, der es mit seinem Honorar verrechnen muss.

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Wichtig: Technischen Richtlinien beachten

Die Behörde empfiehlt auf ihren Internet­seiten, im Vorfeld eines Antrags unbedingt die technischen Richtlinien zu beachten, an die ein Zuschuss mitunter geknüpft ist. So muss, wer 2019 seine Heizung optimieren will, bestimmte Pumpen einsetzen. Nur dann gibt der Staat 30 Prozent der Investitions­kosten dazu.

Die Höchsts­umme aus dem Programm „Heizungs­optimierung“ beträgt 25.000 Euro. Der Betrag fließt, sobald der Bauherr die detaillierte Rechnung ans Bafa geschickt und das Amt geprüft hat.

Pellets und Hackschnitzel statt Kohle und Gas

Haus­besitzer, die den Umstieg auf Wärme aus nach­wachsenden Rohstoffen planen, können ebenfalls von Zuschüssen profitieren. Voraus­gesetzt, die alte Heizungs­anlage ist mindestens zwei Jahre in Betrieb und soll ersetzt werden. Das Förder­programm „Heizen mit Erneuer­baren Energien“ ist mit Maßnahmen aus dem Angebot von Bafa und KfW kombinierbar. So ist weiteres Geld für das Vorhaben nutzbar.

Die bundes­eigene KfW-Bank kennen die meisten Haus­besitzer und Bauherren im Zusammenhang mit dem sogenannten KfW-Standard, der die Energie­effizienz eines Hauses umschreibt. 2019 behält das Institut seine Förder­programme bei.

Neu: Unterstützung durch Baukindergeld

Dazu gehört seit dem Sommer 2018 das Bau­kinder­geld. Mit dem Geld unterstützt der Staat Familien. Häuslebauern und Käufern selbst­genutzter Eigentums­wohnungen wird mit 12.000 Euro pro Kind verteilt auf zehn Jahre unter die Arme gegriffen.

Im Unterschied zu einem Kredit muss der Zuschuss aus der Staatskasse nicht zurück­gezahlt werden. Familien beantragen das Bau­kinder­geld direkt über die Internet­seite der KfW, wo es unter dem Stichwort Bau­kinder­geld oder unter der Bezeichnung Produkt 424 zu finden ist.

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Geld von der KfW auch ohne Baukindergeld

Auch wer kein Bau­kinder­geld in Anspruch nimmt, kann sich bei der KfW Geld für Kauf oder Bau von Wohn­eigentum holen. Sie vergibt bis zu 50.000 Euro als zins­günstigen Kredit, der nicht an Einkommens­grenzen gekoppelt ist (Programm 124). Wichtig ist, dass die Kredit­nehmer selbst einziehen.

Bei Neubauten kann das Darlehen eingesetzt werden für den Kauf des Grundstücks, Baukosten sowie Neben- und Berater­kosten. Käufer von Bestands­bauten dürfen das Geld für Kaufpreis, Umbau und Modernisierung sowie für die Erwerbs­nebenkosten verwenden.

Kredite miteinander Angeboten verknüpfbar

Der Kredit kann mit anderen KfW-Angeboten - etwa zum energie­effizienten Bauen und Sanieren oder zum alters­gerechten Umbau des Eigenheims verknüpft werden. Beim energetischen Bauen und Sanieren rückt die KfW außerdem bis zu 4.000 Euro Zuschuss raus, wenn ein Experte für Energie­effizienz das Projekt begleitet.

Bis zu 50.000 Euro Kredit gibt die Förderbank denjenigen, die über eine Genossenschaft an Wohn­eigentum kommen wollen. Das Geld ist in den Kauf von Genossenschafts­anteilen zu investieren. Der Kredit (Programm 134) muss über eine Bank beantragt werden.

Programme vergleichen und Berechnungstools nutzen

Wegen der Vielfalt der Förder­möglichkeiten rät Alexander Steinfeldt von der Beratungs­gesellschaft CO2online Immobilien­besitzern, die Programme zu vergleichen und Berechnungs­tools nutzen. Die Beratungs­gesellschaft erarbeitet im Auftrag des Bundes die Fördergeld­broschüre 2019. Diese wird voraussichtlich im ersten Quartal erscheinen.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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