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Arbeitsrecht | 20.11.2017

Arbeits­unfähigkeit

Fragen und Antworten rund um die Krank­schreibung: Worauf erkrankte Arbeit­nehmer achten müssen

Arbeitnehmer sollten bei der Krank­meldung einige Regeln beachten

Kopf­schmerzen, verstopfte Nase, schwere Glieder - wer sich so fühlt, gehört ins Bett und nicht ins Büro oder auf die Baustelle. Doch so schwer es auch fällt, sich krank um etwas zu kümmern: Ein paar Dinge gibt es zu erledigen und ein paar Regeln zu beachten.

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Es klingt ganz simpel: Ein Arbeit­nehmer ist krank. Also meldet er das dem Arbeitgeber und kann sich in Ruhe auskurieren. Um die Details gibt es aber immer wieder Streit, manchmal sogar vor Gericht.

Wann muss der Arbeitnehmer sich krankmelden?

Der Arbeit­nehmer muss dem Arbeitgeber die Arbeits­unfähigkeit und deren voraus­sichtliche Dauer „unverzüglich“ mitteilen - das regelt das Gesetz. „Das Gebot der Höflichkeit führt dazu, dass man das schon frühzeitig tun sollte, damit der Arbeit­nehmer planen kann“, sagt Jürgen Markowski, Fachanwalt für Arbeits­recht in Nürnberg. „Aber spätestens vor dem üblichen Dienst­antritt muss ich dem Arbeitgeber mitteilen, dass ich arbeits­unfähig bin.“

Muss der Arbeitgeber wissen, was ich habe?

Nein. Es gilt grund­sätzlich, zwischen Krankheit und Arbeits­unfähigkeit zu unter­scheiden: „Wenn ich wegen meiner Krankheit meinen Job nicht mehr machen kann, bin ich arbeits­unfähig“, erklärt Rechtsanwalt Jürgen Markowski. Welche Krankheit der Arbeit­nehmer hat, muss der Arbeitgeber aber nicht wissen.

Auf welchem Weg muss sich der Arbeitgeber arbeitsunfähig melden?

Das kann jeder Betrieb regeln, wie er will. Die erste Info des Arbeit­nehmers ist aber oft formlos. Bei einem der größten deutschen Arbeitgeber, der Deutschen Bahn, sieht man das auch so, wie eine Sprecherin erklärt: In der Regel melden sich kranke Arbeit­nehmer dort direkt bei ihrer Führungs­kraft. Das könne per Mail, Anruf oder SMS erfolgen, je nachdem, welche die üblichen Kommunikations­wege im Team sind und was für den Mitarbeiter möglich ist. Anders ist es bei der Arbeits­unfähigkeits­bescheinigung vom Arzt: Die muss dem Arbeitgeber im Original vorliegen.

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Wann muss die ärztliche Bescheinigung beim Arbeitgeber sein?

Auch das steht im Gesetz: Nach dem dritten Tag der Arbeits­unfähigkeit, also an Tag vier, muss die Bescheinigung beim Arbeitgeber sein. Das Wochenende zählt dabei mit. Wer am Freitag fehlt, muss am Montag also die Bescheinigung vorlegen. Aber Vorsicht: Der Arbeitgeber darf von der gesetzlichen Regelung abweichen und von Arbeit­nehmern schon ab dem ersten Tag eine Bescheinigung verlangen oder im Arbeits­vertrag eine andere Frist festlegen. Hier muss sich der Arbeit­nehmer erkundigen, was für ihn gilt.

Was passiert, wenn die Bescheinigung zu spät kommt?

Liegt die Arbeits­unfähigkeits­bescheinigung nicht rechtzeitig vor, darf der Arbeitgeber in diesem Zeitraum die Fortzahlung des Lohns verweigern. Wer zu krank ist, um zur Post zu gehen, sollte daher einen Boten schicken - etwa einen Freund oder Verwandten, der im Streitfall auch Zeuge sein kann. Denn es liegt „komplett im Risiko­bereich des Arbeit­nehmers, dass die Arbeits­unfähigkeits­bescheinigung rechtzeitig beim Arbeitgeber ist“, sagt Fachanwalt Jürgen Markowski.

Wie muss ich mich verhalten, wenn ich krankgeschrieben bin?

Der Arbeit­nehmer darf alles tun, was seine Genesung nicht verzögert und seiner Krankheit angemessen ist. „Wenn jemand einkaufen geht, muss das nicht heißen, dass er sich genesungs­widrig verhält oder gar nicht arbeits­unfähig war“, sagt Peter Mayer, Fachanwalt für Arbeits­recht aus Berlin. Das komme immer auf den konkreten Einzelfall an. „Wenn ich als Kraftfahrer tätig bin und den Arm gebrochen habe, kann ich meine Arbeits­leistung nicht erbringen, aber natürlich kann ich einkaufen gehen.“

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Sollte der Arbeitnehmer wieder zur Arbeit kommen, wenn er sich gut fühlt, aber noch krankgeschrieben ist?

Eine Arbeits­unfähigkeits­bescheinigung dokumentiert nur die vom Arzt erwartete maximale Dauer der Erkrankung. Wenn sich der Arbeit­nehmer schon vorher fit fühlt, kann er auch zur Arbeit gehen. Laut Deutscher Bahn gibt es dabei aber Einschränkungen: Sollte der Arbeitgeber objektive Zweifel an der Arbeits­fähigkeit haben, könne und müsse er - insbesondere bei Tätigk­eiten im sicherheits­relevanten Bereich - eine betriebs­ärztliche Untersuchung anordnen, bevor der Arbeit­nehmer zurück an den Arbeits­platz kommen kann.

Kann Arbeitsunfähigkeit zur Kündigung führen?

Ja. „Arbeits­unfähigkeit ist ein klassischer Kündigungs­grund“, sagt Arbeits­rechtler Peter Meyer. Es sei ein weit verbreiteter Irrtum, dass dem Arbeit­nehmer nicht während und wegen einer Krankheit gekündigt werden könne. Aber die Anforderungen sind hoch. Für den Arbeitgeber darf es nicht mehr zumutbar sein, den Arbeit­nehmer weiter zu beschäftigen. Diese sogenannte Zumutbarkeits­grenze sehen Gerichte aber in der Regel erst überschritten, wenn der Arbeit­nehmer drei Jahre in Folge mehr als sechs Wochen im Jahr arbeits­unfähig war.

Gilt das auch dann, wenn eine schwere Krankheit überstanden ist?

Nein. „Eine Kündigung ist nie eine Bestrafung für die Vergangenheit, sondern sie soll dazu führen, dass der Arbeitgeber vor unzumutbaren Belastungen in der Zukunft geschützt wird“, sagt Rechtsanwalt Jürgen Markowski. Das gilt auch bei Krankheit, wie eine Entscheidung des Landes­arbeits­gerichts Mecklenburg-Vorpommern aus dem März 2017 zeigt (Az.: 2 Sa 158/16). Die Kündigung einer Anlagen­fahrerin war demnach nicht rechtmäßig - obwohl sie in vier Jahren 400 Tage gefehlt hatte. Dafür gab es aber ganz unter­schiedliche Gründe, vom ein­geklemmten Nerv bis zu psychischen Problemen. Für das Gericht war damit nicht absehbar, dass die Arbeit­nehmerin in Zukunft krankheits­anfällig ist.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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